Nun werden seit einigen Tagen die ersten Rückkehrer gemeldet. Der Frühling kann also nicht mehr weit sein. Wer in diesen Tagen Kraniche beobachtet, kann diese Beobachtungen übrigens online melden und so der Wissenschaft einen Dienst erweisen.
Freitag, 26. Februar 2010
Die Kraniche kommen zurück
Nun werden seit einigen Tagen die ersten Rückkehrer gemeldet. Der Frühling kann also nicht mehr weit sein. Wer in diesen Tagen Kraniche beobachtet, kann diese Beobachtungen übrigens online melden und so der Wissenschaft einen Dienst erweisen.
Jäger in Europa
Soweit meine rudimentären Kenntnisse der europäischen Verträge ausreichen, fehlt der Europäischen Gemeinschaft zwar die Kompetenz, unmittelbar jagdrechtliche Regelungen zu erlassen. Allerdings ist niemand so gut in der Schaffung eigener Kompetenzen wie die europäischen Organe. Und zum anderen gibt es immer wieder Themenkomplexe, die sich mittelbar dann eben doch auf Jagd und Jäger auswirken. Zu nennen ist an dieser Stelle nur das Lebensmittekrecht, dass für uns Jäger einiges an Neuerungen gebracht hat. Oder aber das zentrale Waffenregister.
Aus diesem Blickwinkel heraus ist es unabdingbar, dass die Interessen der Jägerschaft auch auf Europäischer Ebene vertreten werden. Damit ist es mehr als begrüßenswert, dass der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) nun eine Zweigstelle in Brüssel eröffnet hat. Der DJV sieht es als seine Aufgabe mit den für die Jagd wichtigen Ansprechpartnern und Organisationen direkt vor Ort zu kommunizieren, mit den Jagdverbänden der anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu kooperieren und die Entwicklung neuer Rechtsvorschriften zu beobachten.
In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es bereits eine Organisation gibt, die gar keine andere Aufgabe hat, als die Interessen der Jagd in Europa zu vertreten. Die "Federation of Associations for Hunting and Conservation of the European Union" (FACE) ist der Zusammenschluss der europäischen Jagdverbände, der schon seit 1977 in Brüssel arbeitet. Wohlwissend, dass es diesen Verband gibt, ist er doch wenig im Bewusstsein der Jäger verankert. Zumindest bei mir. Dabei bemüht man sich auch dort redlich um eine gute Vertretung unserer Interessen. Über einen Ausschnitt dieser Tätigkeit kann man aktuell beim Jagdrechtsblog einen Beitrag lesen. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, mich etwas mehr mit FACE auseinanderzusetzen.
Dienstag, 23. Februar 2010
Ein Logo mit jagdlichem Hintergrund in aller Augen - Der Inukshuk
Dabei handelt es sich nicht um eine zufällige, abstrakte Anordnung. Die Farbkleckse symbolisieren einen Inukshuk. Eine aus aufeinander geschichteten Steinen bestehende Figur. Schon 500 v. Chr. wurden Inukshuks in Kanada errichtet. Aber auch heute noch werden die Steinhaufen gebaut, deren Bezeichnung übersetzt in etwa "gleich einem Menschen" bedeutet.
Und wie so oft in kulturellen und geschichtlichen Fragen, findet die Errichtung der Inukshuks ihren Urprung in der Jagd. Neben ihrer Funktion als Orientierungshilfe in den Weiten Kanadas, wurden die Inkshuks vornehmlich dazu verwendet, um das Beutemachen zu erleichtern. Die Jäger nutzten die Steinhaufen als Tarnung, zu der sie sich ihre Beute zielgerichtet treiben ließen. Das erinnert fast ein wenig an unsere heutigen Drückjagdsitze. Dabei errichteten die Jäger die Inukshuk teilweise in Reihen und zwangen das Wild so zum Einhalten bestimmter Wechsel. Auf diese Weise leiteten sie beispielsweie Karibus ins Wasser, wo diese langsam watend ein leichtes Ziel abgaben.
Auch in Deutschland hat die Verwendung von Steinen ihren Platz in der Jagerei, wenn auch wenig verbreitet, in kleinerem Maßtab und nur zu Orientierungszwecken. Früher benutzten Jäger in Deutschland sogenannte Brüche,um sich zu verständigen und um Orientierungshilfen zu geben. Dabei handelt es sich um Äste, die nach (überflüssiger?) Brauchtumslehre nur von den sogenannten bruchgerechten Hölzern - Eiche, Erle, Fichte, Tanne, Kiefer - stammen dürfen. Diese werden in verschiedener Art geschält, gespitzt, gelegt, gehangen, so dass der Eingeweihte daraus seine Schlüsse ziehen kann. Vor allem oberhalb der Baumgrenze ist hingegen die Verwendung von Brüchen kaum möglich. Ausserdem sind Brüche auch für Aussenstehende recht leicht erkennbar, was schnell die Neugier auf den Plan ruft. Als Alternative zum Bruch dienen daher sogenannte "Tauben". Hierbei handelt es sich um größere Steine, die auf eine bestimmte Art und Weise angeordnet werden und so Informationen liefern.
Mehr über Inukshuks auf sueddeutsche.de und bei Wikipedia.
Montag, 22. Februar 2010
Umfrage: Quo vadis, Wildschweinbestände?
Nach absoluten Rekordstrecken im Jagdjahr 2008/2009 kam es relativ genau vor einem Jahr zu ersten panischen Meldungen über Fälle von Schweinepest in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Nach Impfaktionen und weiterer scharfer Bejagung landauf landab durch die Jäger zeichnete sich auf den herbstlichen Drückjagden ab, dass die Bestände tatsächlich massiv reduziert wurden. Wo im Jahr zuvor auf Treib- und Drückjagden noch zwanzig oder dreissig Wildschweine geschossen worden waren, erlegten die Jagdgesellschaften heuer selten mehr als ein Dutzend. Allerdings wurden Eichen- und Buchenwälder wieder mit einer reichen Mast beschenkt, die die verbleibenen Sauen gestärkt in die Rauschzeit und in den Winter verabschiedeten. Letzterer erweist sich aber als außerordentlich streng. In den Högenlagen liegt immer noch Schnee. Nasskaltes Tauwetter empfängt in diesen Tagen die ersten Frischlinge.
In welche Richtung sich die Saubestände nun entwickeln, lässt sich schwer abschätzen. Wegen der reichhaltigen Mast dürfte der Ausgangsbestand den Winter trotz seiner Widrigkeiten gut überstanden haben. Bei den nun kommenden Frischlingen ist aber aufgrund der Witterung aktuell eine hohe Sterblichkeit zu erwarten. Entscheidend dürfte sein, wie sich das Wetter in den kommenden Tagen sowie Wochen entwickelt. Steht dann aber nicht eine Nachrausche ins Haus, die wieder Frischlinge über das Ganze Jahr hinweg erwarten lässt? Ich denke ja, so dass sich die Wildschweinbestände am Ende wohl auf Vorjahresniveau einpegeln werden.
Und wie sieht es der werte Leser? Hier die neue Umfrage der Woche, diesmal bestehend aus drei kleinen Fragen. Um rege Beteiligung wird gebeten:
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Freitag, 19. Februar 2010
Johann Wolfgang von Goethe: "Der Verfasser teilt die Geschichte seiner botanischen Studien mit"
- "In das tätige Leben jedoch sowohl als in die Sphäre der Wissenschaft trat ich eigentlich zuerst, als der edle Weimarische Kreis mich günstig aufnahm; wo außer andern unschätzbaren Vorteilen mich der Gewinn beglückte, Stuben- und Stadtluft mit Land-, Wald- und Garten-Atmosphäre zu vertauschen.
- Schon der erste Winter gewährte die raschen geselligen Freuden der Jagd, von welchen ausruhend man die langen Abende nicht nur mit allerlei merkwürdigen Abenteuern der Wildbahn, sondern auch vorzüglich mit Unterhaltung über die nötige Holzkultur zu brachte. Denn die Weimarische Jägerei bestand aus trefflichen Forstmännern, unter welchen der Name Sckell in Segen bleibt. Eine Revision sämtlicher Waldreviere, gegründet auf Vermessung, war bereits vollbracht, und für lange Zeit eine Einteilung der jährlichen Schläge vorgesehn.
Auch die jüngeren Edelleute folgten wohlmeinend dieser vernünftigen Spur, von denen ich hier nur den Baron von Wedel nenne, welcher uns in seinen besten Jahren leider entrissen ward. Er behandelte sein Geschäft mit gradem Sinn und großer Billigkeit; auch er hatte schon in jener Zeit auf die Verringerung des Wildstandes gedrungen, überzeugt, wie schädlich die Hegung desselben nicht allein dem Ackerbau, sondern der Forstkultur selbst werden müsse.
Hier tat sich nun der Thüringer Wald in Länge und Breite vor uns auf; denn nicht allein die dortigen schönen Besitztümer des Fürsten, sondern, bei guten nachbarlichen Verhältnissen, sämtliche daranstoßenden Reviere waren uns zugänglich; zumal da auch die angehende Geologie in jugendlicher Bestrebsamkeit sich bemühte, Rechenschaft von dem Grund und Boden zu geben, worauf diese uralten Wälder sich angesiedelt. Nadelhölzer aller Art, mit ernstem Grün und balsamischem Dufte, Buchenhaine von freudigerm Anblick, die schwanke Birke und das niedere namenlose Gesträuch, jedes hatte seinen Platz gesucht und gewonnen. Wir aber konnten dies alles in großen, meilenweiten, mehr oder weniger wohlbestandenen Forsten überschauen und erkennen."
Donnerstag, 18. Februar 2010
Lug und Trug: Jagdvergehen nur Schall und Rauch
Ohne Frage: Auch unter den Jägern gibt es schwarze Schafe. Das man indes bei weitem nicht alles leichtfertig glauben sollte, zeigt nun ein Fall aus Österreich. Ende November berichtete die Zeitung "Die Krone" auf ihrem Internetportal von einem empörten Peter W. Der 49-Jährige erzählte von einem idyllischen Herbstspaziergang mit Freunden und Familie. Auch sein Hund "Sammi" war dabei. Plötzlich habe ein erbärmliches Winseln die Idylle zerrissen. Nur wenige Meter neben dem Weg sei der Hund in ein Fangeisen geraten. Mit gemeinsamen Kräften hätte man ihn befreien und vor dem Ersticken bewahren können. Peter W. erstattete Anzeige.
Im Internet wurde der Fall in allen einschlägigen Diskussionsforen und Jagdgegner-Portalen breitgetreten und in bekannter Manier nach Abschaffung der Jagd gerufen.
Nun stellt sich heraus: Die ganze Geschichte ist erstunken und erlogen. Offensichtlich aus jagdfeindlicher Gesinnung hat der Anzeigensteller nicht nur die Geschichte erfunden, sondern auch "Beweisfotos" gefälscht. Nun wird ermittelt. Gegen ihn.
Mit Sicherheit ist das ein Einzelfall. Wer sich aber offen und hämisch über den Tod von Menschen freuen kann, schreckt vor Verleumdungen und Fälschungen wie in diesem Fall erst recht nicht zurück. Man sollte also nicht alles im Internet unbesehen glauben. Erst recht nicht, wenn es von Jagdgegnern stammt.
Mittwoch, 17. Februar 2010
Wildtierfütterung Teil 4: Das Umfrageergebnis
Im Nachgang zur Beitragsserie über Wildtierfütterung hatte ich zur Teilnahme an einer kleinen Umfrage aufgerufen, bei der die Leser von hunsrueckwilderer.de Ihre Meinung zum Thema Fütterung kundtun konnten.103 Leser haben teilgenommen - dafür herzlichen Dank. Zwar ist die Umfrage damit keinesfalls repräsentativ. Trotzdem verschafft sie denke ich einen guten kleinen Einblick über das Meinungsbild. Klar ist, dass auch dieses Meinungsbild nur an der Oberfläche dessen kratzt, was an vielschichtigen Überlegungen in dieses Thema einfließt.
Die Umfrage ist doch gravierend anders ausgefallen, als ich es gedacht hatte. Ich selber habe für die Variante "Füttern nur in wirklichen Notzeiten und unter strengen Auflagen" gestimmt. Persönlich erwartet hatte ich, dass sich die Mehrheit für ein "Füttern in wirklichen Notzeiten" ausspricht. Diese Option nimmt zwar den zweiten Platz ein, erhielt aber nur knapp ein Fünftel der Stimmen.
Doppelt so viele Teilnehmer sprachen sich hingegen dafür aus, ohne Rücksicht auf die konkrete Wetterlage in den ganzen Wintermonaten zu füttern. Satte 45%. Ein klares Votum. In der Tat gibt es ein gutes Argument für diese Variante. Hier wird nämlich das Wild frühzeitig an die Fütterung gewöhnt, was nicht zuletzt für Verdauung und Stoffwechsel immens wichtig sein kann. Das habe ich in den letzten Tagen dazu gelernt. Spricht da also am Ende große Fachkunde aus den gegebenen Antworten? Schade, dass man aus den Antworten allein nicht auf die Begründung schließen kann. Vielleicht spielt auch der intensive Winter eine Rolle, weil mittlerweile doch von vielen Seiten Rufe nach Fütterungen laut werden.
Immerhin 14% sprachen sich für eine uneingeschränkt Fütterung aus. Eine sehr hohe Zahl wie ich finde. Die Begründung für diese Sicht würde mich auch interessieren. Ich halte diese Sichtweise nämlich für wenig plausibel.
Fast erwartungsgemäß belegen die "Hardcore-Fütterungsverweigerer" einen abgeschlagenen letzten Platz. Diesen Standpunkt haben dann die Ökojäger doch relativ exklusiv - auch wenn die Diskussionen überall im Gange sind.
Ich fand das eine gelungene Sache. Hat Spaß gemacht. Vielleicht installiere ich hier etwas wie die Umfrage der Woche. Mal sehen. Anregungen dafür werden gerne entgegen genommen.
Dienstag, 16. Februar 2010
Verfassungsbeschwerde gegen das neue Waffenrecht
Ohne Frage: Das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung wird damit tangiert. Allein das begründet aber noch keinen Verfassungsverstoß, der aber für die Begründetheit einer Verfassungsbeschwerde maßgeblich ist. In meinen Augen ist die gesetzliche Regelung in § 36 Abs. 3 WaffG verfassungskonform. Denn waffenrechtliche Konsequenzen drohen nach der gesetzgeberischen Intention erst bei wiederholter und renitenter Weigerung, mit der Behörde einen Termin zu koordinieren.
Andererseits muss sich die Regelung an den Voraussetzungen des Artikel 13 Abs. 7 Grundgesetz messen lassen. Und hier könnte in der Tat ein Ansatzpunkt für die Verfassungsbeschwerde zu sehen sein. Denn Einschränkungen sind nur zur Verhütung von gemeinen Gefahren oder dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zulässig. Gerade aufgrund der vergangenen Amokläufe gibt es aber durchaus Argumente, auf die das Gericht zurückgreifen kann und wird, um eine dringende Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu begründen.
Zwingend ist das jedoch nicht. Und natürlich wäre ein anderes Ergebnis begrüßenswert. Insofern möchte ich hier den Spendenaufruf der FvLW weitertragen. Das Verfahren wird wohl einen nicht unerheblichen Geldbetrag kosten, den man seitens der FvLW nicht alleine aufbringen kann. Deswegen ist man auf Spenden angewiesen. Alle Jäger, Sportschützen und sonstigen Waffenbesitzer sind dazu aufgefordert, mit einem kleinen Geldbetrag das Vorhaben zu unterstützen.
Mehr dazu auf der Homepage des FvLW.
Montag, 15. Februar 2010
Jagdrechtsreform Rheinland-Pfalz - Neue Informationen

- Die Bindung des Jagdwesens an die Grundsätze der Waidgerechtigkeit bleibt erhalten.
- Es wird weiterhin zwischen Hoch- und Niederwild unterschieden.
- Die Ausgestaltung der Bewirtschaftungsgebiete für einzelne Wildarten erfolgt in Zusammenarbeit mir dem LJV.
- Die Maßgabe, dass sich der Lebensraum des Wildes nicht über die Grenzen des Bewirtschaftungsgebietes hinaus ausdehnen darf, wird gestrichen.
- Aufrechterhaltung einer Mindestpachtdauer von acht Jahren, die nur in Ausnahmefällen reduziert werden kann.
- Das allgemeine Störverbot soll sich auf alles Wild erstrecken - unabhängig von seiner Bestandsbedrohung.
- Beanstandungen von Abschussvereinbarungen durch die Behörden nur noch bei erheblicher Gefährdung der berechtigten Ansprüche der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft auf Schutz gegen Wildschäden sowie der Belange von Naturschutz, Landschaftspflege und der Bekämpfung von Tierseuchen.
- Kein Mindestabschußplan für Schwarzwild.
- Das Institut des bestätigten Jagdaufsehers wird nicht gänzlich gestrichen.
- die Landkreise sollen auf die Ergebung der Jagdsteuer verzichten dürfen.
Das Geschehen bleibt also im Fluss. Diese Meldung ist mit Sicherheit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber: Noch ist das Wieschen noch nicht gemäht. Es bleibt spannend. Weitere Infos folgen bestimmt bald. Auch hier.
Samstag, 13. Februar 2010
Jagd und Hund 2010 - Ein Messebericht
Dieses Jahr hat es mich dann doch gepackt. Schließlich lockt die Jagdmesse Jagd und Hund in Dortmund mit Superlativen: Größte Jagdmesse Europas. 650 Aussteller. 44.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. 70.000 Besucher. Die Aussicht, den Besuch auf der Jagdmesse mit weiteren privaten Annehmlichkeiten zu verbinden, machte den Entschluss perfekt.
Nun, was soll ich sagen: Sollte man schon mal gesehen haben.

Bereits am Morgen schoben sich unglaubliche Menschenmengen, vornehmlich grün gekleidet, in die Westfalenhallen. Das Gedränge, dass sich an den Kassen breit macht, wurde auch in den weitläufigen Messehallen nicht wesentlich besser. Und es sollte den ganzen Tag so voll bleiben. Man hatte mich vor dem Andrang am Samstag gewarnt. Aber ich hatte keine Zeit gefunden, um unter der Woche zu fahren. Also musste ich da jetzt wohl durch.
Weitaus störender erwies sich das relative Chaos. Eine thematische Gruppierung der Aussteller war nur selten erkennbar. Lediglich Waffen- und Waffenzubehör sowie Jagdreisen waren umeinander angeordnet. Ansonsten reihten sich Stand um Stand bunt gemischt in endlosen Gängen aneinander. Ohnehin fiel die Orientierung etwas schwer. Ein Austellerverzeichnis war nicht aufzutreiben.

Was man hingegen zu sehen bekam, war durchaus interessant. Zwar gab es auch viele Aussteller, deren Angebot man schlichtweg als Ramsch bezeichnen muss. In der Mehrzahl waren aber eindeutig mit Liebe zum Detail ausgestattete Stände. Vom Hut bis zum Schuh, vom Hunde- bis zum Autozubehör - schlicht alles was mit Jagd zu tun hat wurde irgendwie, irgendwo angeboten. Neben dem kompletten Angebot sämtlicher mir bekannter Jagdkataloge fand ich besonders bemerkenswert die zahlreichen Aktionsflächen, auf denen durchgehend Veranstaltungen dargeboten wurden. Hier muss man besonders lobend den Paul-Parey-Verlag hervorheben. Höchst interessant die Greifvogelaustellung: Adler, Uhu und Co. zum Anfassen nahe - die riesigen glasklaren Augen des Uhus sind mir besondes in Erinnerung geblieben. Beeindruckend die Gehorsamsvorführung durch den Jagdgebrauchshundeverband. Unterhaltsam die Ausführungen von Anton Fichtelmayer zur Hundeausbildung....

Eine einmalige Gelegenheit bot die Messe zum Anfassen, Ausprobieren und Vergleichen von Optik und Waffen. Von Swarovski über Schmidt&Bender bis Zeiss, Blaser, Sauer, Mauser... Alle waren vertreten. Dabei waren die Produkte nur durch Drahtseile gesichert und damit jedem zugänglich. Anfassen, Durchgucken, Drehen, Drücken: Endlich konnte man sich von einigen Dingen ein Bild machen, von denen man bislang nur gehört hat. So weiß ich jetzt, dass mir eine Semprio von Krieghoff nicht ins Haus kommt und die Verschlüsse von Sauer im Vergleich zu anderen Herstellern wirklich butterweich laufen.

Erstaunlich war, dass man bei Merkel noch keine RX.Helix präsentierte. Nach Aussagen dort am Stand wird die Waffe erst auf der IWA vorgestellt. Das war für mich etwas unverständlich. Die Publicity hätte ich mir nicht entgehen lassen. Zumal man damit einen echten Kontrastpunkt zur Blaser R8 hätte setzen können. Die war nämlich auf der Messe omnipräsent - und das nicht ganz zu Unrecht. Das ist schon ein tolles Gewehr. Es liegt gut, in meinen Augen tatsächlich besser als die R 93. Das herausnehmbare Magazin birgt zwar keinen waffentechnischen Sprung ins nächste Jahrtausend, ist aber dennoch eine komfortable Sache, die in ihrer Umsetzung keine größeren Nachteile mit sich bringt.

Insgesamt war es ein interessanter, lohnender Besuch. Nicht zuletzt, weil ich noch mit ein paar Bekannten aus einem Jagdforum ein Bierchen trinken konnte. Aber auch ohne das: Man muss mit Sicherheit nicht jedes Jahr nach Dortmund. Wer allerdings eine größere Anschaffung plant, umfangreiche Kleinkäufe beabsichtigt, oder sich über Neuheiten auf dem markt informieren will, der sollte sich überlegen, ob er nicht auf die Jagd und Hund fährt. Mir hat's gefallen.

Dienstag, 9. Februar 2010
Füttern von Wildtieren Teil 3: Umfrage
Nachtrag: Hier gehts zum Umfrageergebnis!
Freitag, 5. Februar 2010
Ein Rekordwinter



Mittwoch, 3. Februar 2010
Füttern von Wildtieren Teil 2: Argumente für und wider Wildtierfütterung
Füttern als Hegemaßnahme für das Wild
Auf den ersten Blick scheint wenig dagegen zu sprechen, Wild in Notzeiten zu füttern. Wer läßt schon gerne Tiere verhungern? Dabei handeln Jäger weitaus weniger eigennützig, als ihnen bisweilen von ihren Kritikern unterstellt wird. Natürlich ergeben sich aus der Fütterung in gewissem Umfang Vorteile: Wild, das im Winter nicht verhungert, steht im nächsten Jahr als potentielle Beute zur Verfügung. Trotzdem ist das Füttern nach meiner Erfahrung, wenn überhaupt, nur nachrangig hierdurch motiviert. Im tiefen Winter sind die möglichen Jagderfolge des Sommers noch weit entfernt. Bis dahin kann sich so vieles ändern, was das Wild beispielsweise zu einem Abwandern aus dem eigenen Revier bewegt. Eine direkte Verknüpfung zwischen Füttern und Erlegung spielt bei den Erwägungen des Jägers daher kaum eine Rolle. Ich kann verstehen, dass Außenstehende anderes vermuten. Dennoch sehen sich die meisten Jäger lediglich in der Verantwortung für das Wild.
Füttern als Risikofaktor
Allerdings ist das Füttern mit Problemem behaftet. Die natürliche Sterblichkeit des Wildbestandes wird teilweise überwunden und damit ein natürliches Korrektiv der Bestandsentwicklung eleminiert. Unsere Wildtiere haben seit Jahrtausenden Strategien entwickelt, um harten Zeiten zu trotzen und sind in der Vergangenheit auch ohne Fütterungen ausgekommen. Gerade beim Schwarzwild können Fütterungen künstlich Bestände heranwachsen lassen, deren Bestandsdichten für den jeweiligen Lebensraum zu hoch sind. Zudem birgt falsches Füttern auch erhebliche Gefahren für das Wild in sich. Im Winter haben die Wildtiere ihren Stoffwechsel umgestellt. Falsche Futtergaben führen schnell zu Erkrankungen oder im äußersten Fall zum Tod. Nicht zuletzt deswegen sind in den gesetzlichen Regeln über die Fütterung auch die zulässigen Futtermittel genannt.
Füttern gegen Wildschäden
Zuguterletzt sind Fütterungen geeignet, Wildschäden zu minimieren. Gerade bei hohen Schneelagen neigt dass Wild dazu, in den Forstkulturen Baumtriebe zu verbeissen und die Baumrinde zu schälen. Diesem Argument wird oft entgegen gehalten, dass im Fall von Wildschäden eben die Kapazitäten des Lebensraumes nicht ausreichen. Damit ist dann in der Regel eine Forderung nach höheren Abschüssen verbunden. Gerade seitens der Forstpartie und dem ÖJV wird diese Linie vertreten. Nur: Die Monofichtenkulturen, die den Lebensraum für das Wild begrenzen, haben wir Menschen geschaffen. Ebenso die Störungen, die mit der wirtschaftlichen Nutzung von Freiflächen und dem immer stärker werdenden Erholungsdruck das Wild in den Wald zwingen.
Fazit
Wie man sieht: Die Frage, ob Füttern zu befürworten ist oder nicht, kann nur schwerlich mit einem klaren Ja oder Nein beantwortet werden. Für beide Sichtweisen gibt es gute Argumente. Und ich kann nicht erkennen, dass auf der einen oder anderen Seite ein Übergewicht vorhanden ist. Weder qualitativ, noch quantitiv. Ich persönlich glaube daher auch, dass man diese Frage nicht generell beantworten sollte. Eine sinnvolle Entscheidung kann nur anhand der jeweiligen Umstände des Einzelfalls vor Ort getroffen werden. Dabei sind in meinen Augen folgende Punkte elementar wichtig:
- Füttern muss die Ausnahme bleiben und darf nicht zur Regel werden.
- Füttern muss beschränkt bleiben auf tatsächliche Notzeiten.
- Füttern darf nicht zur Stützung eines wildbiologisch überhöhten Bestandes führen.
- Füttern nur mit geeigneten Futtermitteln und ohne Kraftfutter.
Weiterlesen: Füttern von Wildtieren Teil 3: Leserumfrage
Dienstag, 2. Februar 2010
Vollmond und Schnee
Stille.
Schon nach einem Schritt stehe ich inmitten einem weißen Meer aus Pulverschnee. Völlig glatt und unberührt erstreckt sich eine völlig ebene, schier nicht enden wollende Schneefläche so weit das Auge reicht.
Gehen?
Pirschen?
Waten!
Ich wate durch das kühle Weiß, das mit leichtem Druck meine Waden bis hoch zum Knie umschließt. Jegliche Bodenkonturen sind wie wegradiert und nicht mehr zu erkennen.
Ich komme nur langsam voran. Bergab muss ich. Runde sechshundert Meter mögen es sein, die mich von meiner Ansitzleiter trennen. Mit jedem Schritt wird mir bewusst, mit welchen Strapazen das Bergen eines geschossenen Stückes verbunden sein wird. Dabei ist das Leiterchen am Rexberg einer von zwei Sitzen, an denen dieses Unterfangen heute Abend überhaupt möglich erscheint. Zumindest gemessen an den bequemen Verhältnissen in einem deutschen Mittelgebirgsrevier. Diese Gedanken betreffen aber den zweiten Schritt, bevor der erste überhaupt getan ist. Dabei mache ich mir überhaupt keine allzu großen Hoffnungen, dass heute Abend tatsächlich etwas passieren könnte. Wahrscheinlich wird das Wild bei dieser Schneelage lange Wege vermeiden und nahe den Einständen im Wald nach Äsung suchen. Nun mag man meinen, dass dementsprechend ein Ansitz im Bestand mehr Sinn machen würde. Aber erstens ist keiner unserer Sitze dort erreichbar. Zweitens will ich bei diesen Verhältnissen nicht zuviel stören. Das Wild hat derzeit genug Probleme. Ohnehin. Und letztlich bin ich hauptsächlich raus, um ein Stück dieser seltenen Stimmung aufzusaugen, die solche Nächte mit sich bringen.
Nach weiteren vierzig Metern öffnet sich der Blick über die weit ausgedehnte Wiese am Rexberg. Schlagartig macht mein Herz einen Satz. Mein Pessimismus von eben schien übertrieben. Schon aus vierhundert Metern Entfernung kann ich die tiefe Furche sehen, die sich unmittelbar vor meiner Leiter weithin durch die Schneemassen zieht. Sauen! Sollte ich also doch den richtigen Riecher gehabt haben? Nun, eine absolute Überraschung ist es jedenfalls nicht. Dennoch ist im Moment weit und breit kein Wild zu sehen.
Auf meinem weiteren Weg quere ich einige Wechsel. Füchse scheinen aktiv zu sein. Kein Wunder, haben diese doch Ranzzeit. Auch einige Hasenspuren sehe ich. Diese bestehen aber nicht mehr aus einzelnen Pfotenabdrücken, sondern aus tiefen Kratern, die der Hase mit seinem ganzen Körper bei jedem Sprung in den Schnee gestanzt hat. Es ist eine beeindruckende Leistung, wie das Wild selbst mit solchen Wetterlagen fertig wird – ganz ohne Taucherbrille und Schnorchel.
Endlich habe ich die Leiter erreicht. Der Aufstieg klappt lautlos. Ich repetiere eine Kugel in den Lauf, nehme die Schutzkappe vom Zielfernrohr, schalte den Leuchtpunkt an und atme erst einmal tief durch. Ein Hustenbonbon gegen das Kratzen im Hals. Ein Blick mit dem Fernglas über die Fläche erweist sich als unnötig: Es ist taghell. Selbst schwaches Wild auf weite Entfernung wird so mit bloßem Auge sichtbar sein. Wenn es denn kommt.
Ein wenig sehnsüchtig blicke ich auf den gefurchten Sauwechsel dreißig Meter vor meinem Sitz und male mir das fantastische Bild aus, welches das Stoben der Wildschweine durch den feinen Pulverschnee geboten haben muss. Ich habe dieses Bild noch im Kopf, als ich von weit weg ein untrügliches Rumpeln vernehme, gefolgt von einem noch untrüglicherem Quieken. Eindeutig: Sauen! Auch eindeutig nicht allzu weit entfernt. Die Geräusche der brechenden Schwarzkittel kommen aus dem gegenüberliegenden Eichenbestand in circa 200 Meter Entfernung. Schlagartig macht sich ein leichtes Kribbeln bemerkbar. Sollten die Furchen vor meinem Sitz etwa erst wenige Momente alt sein? Dann hätte ich die Schweine ja nur knapp verpasst!? Andererseits sehen die Wechsel von hier oben eigentlich älter aus. Aber das ist jetzt ohnehin egal. In regelmäßigen Zeitabständen höre ich die Kameraden, wie sie nach Eicheln brechen. Anpirschen? Dafür stimmt der Wind nicht. Großräumig umschlagen würde bei dem Schnee zu lange dauern. Also Ruhe bewahren und Abwarten. Leider keinen Tee trinken – der hätte allerdings schon jetzt gut getan. Denn obwohl ich erst seit ein paar Minuten sitze, kriecht langsam schon erste Kälte über die vom Schnee angefeuchtete Hose hinauf.
Zu den gelegentlichen Geräuschen der Sauen gesellt sich das weit entfernte Bellen eines liebestollen Fuchses. Hin und wieder stimmt ein Waldkauz sein schauerliches Lied an. Darüber hinaus aber herrscht absolute Stille. Der Schnee schluckt alle Geräusche, die mangels fahrender Autos an diesem Abend ohnehin geringer ausfallen als sonst. Eine fast gespenstische und außergewöhnliche Stimmung entsteht. Das Mondlicht bricht sich tausendfach in den Schneekristallen. Der sanft dahin gleitende Boden scheint durchsetzt mit funkelnden, glitzernden Diamanten, die ihr Spiegelbild in denen am Himmel leuchtenden Sternen zu finden scheinen. Dort ziehen ab und zu leichte Wolkenschleier ihren Weg, deren kaum sichtbare Schatten wie Meereswogen über die Schneedecke hinweg rasen.
Über diesem fantastischen Szenario ist mir eine ganze Zeit lang nicht aufgefallen, dass mittlerweile auch von den Wildschweinen gegenüber nichts mehr zu hören ist. Nun schalte ich völlig ab, schlafe bisweilen kurz ein. Erst das Vibrieren des Handys holt mich wieder zurück. Das Signal zum Aufbruch.
Glücklich und zufrieden mache ich mich auf den beschwerlichen Weg nach oben. Noch nie hat mich ein Ansitz, auf dem ich nichts gesehen habe, so fasziniert.
Doch Bilder sagen manchmal mehr als tausend Worte:




