Samstag, 30. Januar 2010

Jagdrechtsreform in Rheinland-Pfalz gestoppt?

Ich persönlich habe es nur gerüchteweise gehört und kann keine hundertprozentige Gewähr dafür geben. Aber es zeichnet sich ab, dass die Jagdrechtsreform in Rheinland-Pfalz vorerst gestoppt ist. Wie es scheint will die rheinland-pfälzische Landesregierung das "heisse Eisen" Jagdrechtsnovelle nicht mehr vor der Landtagswahl anpacken. Lediglich die Verkürzung der Mindestpachtdauer soll durchgesetzt werden.

Wenn das stimmt, stellt sich natürlich die Frage nach dem Grund. Kein Glaube mehr in die eigenen Ideen? Eingestandene Irrtümer? Oder einfach nur tröge wahltaktische Begehrlichkeiten?

Bevor darauf Antworten folgen, gilt es zuerst die Entwicklung abzuwarten, ob meine Informationen tatsächlich zutreffend sind. Es wäre aber ein guter Schritt in die richtige Richtung. Vor allem richtungsweisend für die jagd in ganz Deutschland.

Weitere Informationen gibt es hoffentlich bald. Auch hier.


Freitag, 29. Januar 2010

Red Bull...

...für schwedische Wolfsjäger oder - Rotkäppchen einmal anders:

Mittwoch, 27. Januar 2010

Füttern von Wildtieren Teil 1: Definition und rechtliche Grundlagen der Fütterung

Geschlossene Schneedecke. Anhaltender Frost. Jagdbehörden rufen die Notzeit aus und ermöglichen damit die Wildfütterung. Dabei ist diese nicht unumstritten. Selbst unter den Jägern herrscht Uneinigkeit darüber, ob das Füttern von Wild während der Notzeit Fluch oder Segen ist. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Grundlagen der Wildtierfütterung (Teil 1) und den Argumenten, die für und gegen sie sprechen (Teil 2).

Definition der Fütterung

Vorab gilt es zu klären, was eine Fütterung überhaupt ist. Allzu häufig wird die Fütterung nämlich mit der Kirrung verwechselt, was für das Verständnis der beiden Einrichtungen fatale Folgen hat. Gemein ist beiden nur, dass Äsungsmittel (Futter) ausgebracht werden. Bei der Fütterung wird das Ziel verfolgt, dem Wild tatsächlich Nahrung zuzuführen. An einer Kirrung hingegen soll Wild nur angelockt und erlegt werden. Während demzufolge der Tisch an einer Fütterung reich gedeckt ist, werden an einer Kirrung nur minimale Futtermengen ausgebracht (oftmals gesetzlich beschränkt). Zudem ist die Erlegung von Wildtieren entgegen häufig anzutreffenden Behauptungen an und um Fütterungen verboten. Damit sind wir bei den rechtlichen Grundlagen der Fütterung.

Rechtliche Grundlagen der Wildfütterung

Das Verbot, Wildtiere an oder um Fütterungen zu erlegen, folgt aus § 19 Abs. 1 Nr. 10 BJagdG. Dieser schreibt für Fütterungen eine "Friedenszone" von 200 Metern vor. Das Recht und die Pflicht zur Wildtierfütterung folgt aus § 23 BJagdG, der als Aufgabe des Jagdschutzes die Fürsorge für das Wild vor Futternot definiert. Trotz dieser ausdrücklichen Regelung ist die Rechtslage in Deutschland zur Wildtierfütterung überaus differenziert. Alleine das hindert den Jäger schon daran, beim Thema Wildtierfütterung nach eigenem Gusto zu handeln. Während in Rheinland-Pfalz das Füttern von Wild grundsätzlich untersagt ist, ist es in Bremen grundsätzlich ganzjährig erlaubt. Anderenorts besteht hingegen eine Fütterungspflicht, wenn es die Witterung notwendig macht.

Die Ursache für die Verschiedenartigkeit der Regelungen ist derzeit noch in § 28 Abs. 5 BJagdG sehen. Dieser ermöglichte es den Ländern vor der Föderalismusreform Fütterungen zu untersagen oder von bestimmten Voraussetzungen abhänig zu machen. Seit der Föderalismusreform haben die Länder ohnehin wieder eine umfassende Regelungskompetenz auf dem Gebiet des Jagdrechts erhalten. Damit können sie nun nach freiem Belieben Regelungen für Fütterungen aufstellen, ohne in irgendeiner Weise an die Vorgaben des BJagdG gebunden zu sein.

Die jeweiligen Landesregelungen knüpfen entweder an feste Zeiträume an, in denen gefüttert werden darf oder verbinden Fütterungen mit der sogenannten Notzeit. Dabei kann sich in einzelnen Ländern das Recht zur Fütterung zu einer Pflicht verdichten. Wann Notzeit im Einzelnen besteht, wird entweder in den Gesetzen näher definiert. Bisweilen muss die Notzeit auch von Behörden oder sonstige Stellen, wie etwa dem Kreisjagdmeister ausgerufen werden.

Wegen der Verschiedenartigkeit der Regelungen kann hier keine detaillierte Darstellung für alle Bundesländer erfolgen. Eine sehr gute Übersicht, die aber schon etwas älter ist, erhält man zum Download bei der Zeitschrift Wild und Hund.

Nicht nur das Ob der Fütterung wird gesetzlich dargelegt, sondern auch das Wie. Umfassende Regelungen, welche Wildarten mit welchen Futtermitteln unterstützt werden dürfen, findt man ebenfalls.

Schon jetzt wird deutlich, dass das Füttern von Wild nur in einem sehr engen Korsett gesetzlicher Regelungen möglich ist. Ob das Korsett auch eine gute Passform hat und ob die Wildtierfütterung positiv oder negativ zu bewerten ist, darum geht es im zweiten Teil:

Füttern von Wildtieren Teil 2: Argumente für und wider die Wildtierfütterung


Dienstag, 26. Januar 2010

Hunsrückwilderer auf facebook

So. Nachdem es mich auf twitter schon etwas länger gibt, bin ich nun auch auf facebook vertreten. Und damit meine ich nicht mich persönlich, sondern diese Seite. Jetzt haben also alle jagenden Facebook-Mitglieder die Möglichkeit, "Fan" von hunsrueckwilderer.de zu werden und sich über die neuesten Beiträge hier aus dem Blog direkt bei facebook zu informieren. Ausserdem werde ich dort weitaus öfter Mitteilungen über Jagd und Jäger verlinken, die zwar interessant sind, aber zu wenig Stoff für einen ganzen Blog-Artikel bieten. Und man hat damit eine weitere Möglichkeit, mit mir in Kontakt zu treten, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten und andere möglicherweise Interessierte über diesen Blog zu informieren. "Fan" werden lohnt sich also!

Einfach diesem Link folgen, oder auf facebook nach Hunsrückwilderer suchen. Und schon geht's los. Alternativ findet man auch in der rechten Spale einen dauerhaften Link auf facebook.

In diesem Sinne:

W@idmannsheil






Montag, 25. Januar 2010

Jagd ist Naturschutz: Schaffung von Lebensraum durch Jäger in Rheinland-Pfalz

"Jagd ist angewandter Naturschutz". Diese Formel wird oft bemüht, selten verstanden und bisweilen in Abrede gestellt. Im Rahmen seiner Aktionen zum Jahr der Artenvielfalt verweist der Deutsche Jagdschutzverband nun exemplarisch auf das Projekt "Schaffung von Lebensraum durch Jäger in Rheinland-Pfalz". Bei dem seit 1980 laufenden Projekt werden Grundstücke erworben, um Rückzugsräume für frei lebende Tiere und Pflanzen zu erhalten sowie Lebensräume zu schaffen und zu vernetzen. Die Grundstücke bleiben je nach Ausgangslage der natürlichen Sukzession überlassen oder werden durch die Bepflanzung mit standortgerechten Bäumen und Sträuchern zu wertvollen ökologischen Trittsteinen und Vernetzungselemente umgewandelt. Hier wird schön und eindrucksvoll sichtbar, was Jagd und Jäger in Deutschland für Natur und Umwelt leisten:
  • 500.000 Bäume und Sträucher wurden gepflanzt; hinzu kommen Samen für Wildblumen und Krautpflanzen
  • Bis heute wurden 600.000 Quadratmeter Land gekauft und zu biologisch wertvollen Grundstücken umgewandelt.
  • Für den Kauf wurden über 300.000 EUR aufgebracht, die nahezu vollständig aus eigenen Mitteln herrühren.
  • Neben den zentralen Bemühungen durch den Landesjagdverband Rheinland-Pfalz wenden die rheinland-pfälzischen Jäger im Schnitt jährlich 1000 EUR pro Revier für Verbesserungsmaßnahmen auf.
  • Nicht eingerechnet sind die vielen Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit, die mit all' dem verbunden sind.
Diese Zahlen sind beeindruckend und das völlig zu Recht. Zeigen sie doch, wieviel Engagement tatsächlich von Jägern ausgeht. Welche der sogenannten "Naturschutzorganisationen" kann ähnliches von sich behaupten? Wie man sieht: Wir haben wirklich keinen Grund, uns mit unserem Tun vor irgendwem zu verstecken. In der Tat: Jagd ist angewandter Naturschutz!


Samstag, 23. Januar 2010

Blaser R8 - Videos zu den technischen Details

Nunmehr gibt es neben dem ausführlichen Trailer auch erste Detailaufnahmen über die Funktionsweise der Blaser R8 im Netz. Mit der Kombination von Abzugsgruppe und Magazin ist es Blaser gelungen, zwei Kundenwünsche zu befriedigen: Zum einen die Führigkeit einer kurzen Waffe erhalten, wie sie von den Besitzern des Vorgängers R93 geschätzt wird. Zum anderen ein herausnehmbares Magazin, dass im jagdpraktischen Alltag eine Menge Vorzüge bietet. Sicherlich von enormen Wert ist dabei die Möglichkeit, die Entnahmemöglichkeit zu sperren, um so einen Verlust der teuren Abzugsgruppe zu vermeiden. Wie immer bei Blaser: Die einen werden es lieben, die anderen werden es hassen. Hier kann man sich ein detaillierteres Bild über die Technik der R 8 machen:






Weiterführende Beiträge:

Freitag, 22. Januar 2010

Bayerischer Jagdverband startet eigene Unterschriftenaktion

Oh mein Gott. Wie auf Stelzen kommt der Bayerische Jagdverband mit seiner jüngsten Aktion daher. Mir fehlen ehrlich gesagt etwas die Worte.

Wie berichtet hat der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) anlässlich der Grünen Woche in Berlin eine Unterschriftenaktion gestartet, die sich gegen die Zersplitterung des Jagdrechts in Deutschland wendet. Weil der Bayerische Jagdverband kraft seines Austritts aus dem DJV im letzten Jahr offiziell nichts damit zu tun hat, sah man sich im Freistaat wohl irgendwie unter Zugzwang. Logische Konsequenz: Eine eigene Unterschriftenaktion.

Diese ist dabei noch nicht einmal zu kritisieren. Okay: Es zeugt nicht wirklich von Kreativität eine Aktion zu kopieren und mit frappierend ähnlichen Forderungen zu garnieren. Aber wenigstens kommt aus Bayern ein Signal, dass ihnen der Rest der Jagdrepublik noch nicht völlig an der Zugspitze vorbeigeht. Spaßig ist hingegen die Begründung.

Man stellt fest, dass durch die Verlagerung von jagdrechtlichen Kompetenzen im Zuge der Föderalismusreform regionale Besonderheiten besser zur Geltung kommen sollen. Der BJV begrüße diese föderale Ausrichtung, wolle aber zugleich grundlegende Konstanten des Jagdrechts in Deutschland, wie etwa das Revierjagdsystem oder das Prinzip der Waidgerechtigkeit, bundeseinheitlich erhalten. Um es mit anderen Worten zu sagen: Es ist ja toll, dass die Länder jetzt weitgehende Kompetenzen besitzen, aber hoffentlich machen sie nicht zu viel Gebrauch davon....

Weiter heißt es: "Die jagdrechtlichen Entwicklungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland gefährden aktuell die traditionellen Grundsätze des deutschen Jagdwesens. Dies lehnt der BJV ausdrücklich ab und bekundet seine Solidarität mit der dortigen Jägerschaft." Jetzt Mal ernsthaft! Was hat man denn erwartet? Das die Länder die Schonzeiten um eine Woche verschieben? Man kann doch nicht allen Ernstes einerseits die erweiterten Kompetenzen begrüßen und dann Bauklötze staunen, wenn Landespolitiker plötzlich die eigene Stärke entdecken. Wie blauäugig kann man eigentlich sein, um nicht von vorneherein die Gefahr zu erkennen, dass man hier eine Spielwiese für eitle Landespolitiker geschaffen hat, die diese angeleitet von ökonomisch-angehauchten Ministerialbeamten auch zu gerne betreten.

Richtig geht man wohl in der Annahme, dass die Jagdrechtsnovellen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland erst den Anfang darstellen. Ob dem allerdings wirksam wirklich nur über die Landesjagdverbände begegnet werden kann, wie es der BJV Glauben macht, kann ich mir nicht vorstellen. Denn: Was glaubt der geneigte Jäger, wie sehr sich beispielsweise Ministerin Margit Conrad in Mainz von den Forderungen bayerischer Jäger beeinflussen läßt? Fragen wir anders herum: Was würde der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner von einer rheinland-pfälzischen Unterschriftenliste halten?

Naja. Immerhin hat derselbe die Unterschriftenliste des DJV unterschrieben. Vielleicht ist hier auch der Grund darin zu suchen, dass der BJV nun mit einer eigenen Liste reagiert? Womit wir dann auch wieder bei dem Thema Eitelkeiten wären. Aber lassen wir das.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass Landesverbände etwas tolles sind, aber ihr Wirkungskreis eben auf ihr Land beschränkt bleibt. Die Gewissheit, dass auch in weiteren Ländern Jagdreformen in naher Zukunft auf dem Plan stehen. Der Glaube, dass nur alle Jäger in Deutschland gemeinsam in einem ausgewogenen System zwischen Landesjagdverbänden und Deutschem Jagdschutzverband dieser Entwicklung gelassen entgegen blicken können. Die Befürchtung, dass der sich der Austritt Bayerns als Bärendienst für die Jagd in Deutschland erweisen wird. Und am Ende für die Bayernjäger selbst.

Aber das kann mir ja egal sein. Oder doch nicht?


Donnerstag, 21. Januar 2010

Merkel RX Helix - Video zum neuen Merkel-Repetierer

Das Jahr 2010 scheint sich zum Jahr der Waffenneuheiten zu entwickeln. Nachdem erst kürzlich Blaser die neue R8 vorgestellt hat, zieht nun die Firma Merkel mit einem Repetierer namens RX Helix nach. Olaf Sauer kündigt auf der Merkel-Homepage an, man plane "die ganz große Offensive für die moderne Jagd". Mehr noch! "Wir haben da etwas im Lauf, von dem wir überzeugt sind, dass es die Welt der Jagd und der Jagdgewehre für viele Jahre prägen wird."

Na wenn das mal keine selbstbewusste Ansage ist.

Die Welt der Jagdgewehre kommt nur selten in Wallung. Das letzte Mal sorgte wohl die Blaser R93 für einen Paukenschlag. Was man bei Merkel mit der RX Helix nun genau vorhat, bleibt nebulös umschrieben - unter Berufung auf Tradition und Fortschritt. Man habe nicht den Repetierer, sondern das Repetieren neu erfunden. Dabei hätten die Merkel-Ingenieure das legendäre Prinzip des Paul von Mauser ins 21. Jahrhundert überführt.

Rätselhaft wird Pressemitteilung wenn man verspricht, dass die Merkel RX Helix in puncto Sicherheit, Präzision und Ergonomie nicht nur auf der Jagd brilliert, sondern auch auf dem Weg dorthin. Wie soll eine Waffe schon auf dem Weg zur Jagd brillieren?

Bei der Merkel RX Helix handelt es sich den nun folgenden Videos nach um einen Geradezugrepetierer. Der neuartige Repetiervorgang bei der RX Helix scheint auf einer Übersetzung zu beruhen, die die Repetierbewegung erheblich verkürzt. Dies ermöglicht augenscheinlich noch schnellere Schussfolgen:



Weiterführende Beiträge:






Mittwoch, 20. Januar 2010

Ein Jahr Hunsrückwilderer

Heute ist Geburtstag. Nicht meiner, aber der dieses Blogs. Seit einem Jahr beschäftige ich mich an dieser Stelle mit dem Thema Jagd und Jäger. Obwohl: Eigentlich stimmt das gar nicht.

Denn zum einen war hier ein langes halbes Jahr Pause. Und zum anderen bin ich "hier" auf hunsrueckwilderer.de noch gar nicht so lange zu erreichen.

Umso mehr freut es mich, dass trotz halbjähriger Abstinenz fast 27.000 Besucher hier waren. Zwar schaffen das andere Internetseiten an einem Tag - gut gerne sogar ein vielfaches davon. Aber die besetzen auch nicht ein Nischenthema, wie es die Jagd nun einmal ist.

Für mich sind jedenfalls schon diese wenigen Besucher Ansporn genug, um weiterzumachen. Das gilt angesichts der positiven Rückmeldungen, die ich regelmäßig bekomme, umso mehr. Insofern sind freundliche Kommentare, Emails und andere Lobhudeleien gerne willkommen. Noch mehr freue ich mich aber über konstruktive Kritik, Hinweise und Anregungen. Und am allermeisten freuen mich Links und Hinweise auf meine Seite, wenn der Besuch als lohnenswert empfunden wurde!

In diesem Sinne: Bleibt mir gewogen.

Ein herzliches W@idmannsheil!

Hunsrückwilderer

Dienstag, 19. Januar 2010

Unterschriftenaktion gegen die Zersplitterung des Jagdrechts

Zum Start der Grünen Woche in Berlin ruft der Deutsche Jagdschutzverband (DJV )alle Jäger auf, mit Ihrer Unterschrift ein Zeichen gegen die Zersplitterung des Jagdrechts zu setzen. Hintergrund sind die Jagdrechtsnovellen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Diese betreffen zwar Jagd und Jäger in den übrigen Bundesländern nur indirekt - allerdings macht der DJV zutreffend darauf aufmerksam, dass nach der Föderalismusreform weitreichenden Änderungen im Jagdrecht in allen Länder Tür und Tor geöffnet sind. Somit stellen die nun anlaufenden Reformvorhaben im Südwesten Deutschlands eine wichtige Weichenstellung für die gesamte Jagd in Deutschland dar - auch wenn vor der eigenen Tür noch alles in Ordnung scheint. Denn wie schnell landesfürstliche Eitelkeiten zu unnötiger, falsch motivierter und inkompetenter Gesetzgebung führen, kann man am Beispiel der in Deutschland seit Jahren danieder liegenden Bildungspolitik erkennen.

Mit der Unterschriftenaktion des DJV werden die zuständigen Minister explizit aufgefordert, weiter an den gemeinsamen Eckpunkten des Jagdrechts festzuhalten, nämlich:
  • die Bindung des Jagdrechts an Grund und Boden zu erhalten
  • das System der Jagdgenossenschaften und das Reviersystem sind unerlässlich
  • die Jagd muss auf allen Flächen ausübbar sein
  • die Jagd dient dem Allgemeinwohl
Des weiteren wird gefordert:
  • die Jagd als angewandten Naturschutz anzuerkennen
  • dem Schalenwild mehr Freiraum einzuräumen
  • die Lebensgemeinschaft Wild und Wald nachhaltig zu bewirtschaften
  • das Prinzip der Waidgerechtigkeit zu erhalten
  • die Mindestpachtdauern nicht herabzusetzen
  • die Fangjagd zu erhalten
  • die optimale Ausbildung von Jagdhunden zu gewährleisten
Oft genug wird der DJV für eine gewisse Schläfrigkeit kritisiert. Endlich einmal wird nun eine offensive Aktion auf die Beine gestellt. Mit der Grünen Woche hat man auch in meinen Augen eine prima erste Plattform gefunden. Nun ist es an uns Jägern und Mitgliedern der Jagdverbände, der Aktion auch zu einem Erfolg zu verhelfen! Niemand sollte sich zu schade sein, Freunde, Familie, Bekannte und Arbeitskollegen um eine Unterschrift zu bitten und kurz über die Probleme zu informieren. Gleichzeitig kann man so ein bisschen positive Öffentlichkeitsarbeit für Jagd und Jäger betreiben. Die Unterschriftenliste gibt es beim DJV zum DOWNLOAD.

Es geht uns alle an! In diesem Sinne: Aufbruch zur Jagd, rege Beteiligung und Waidmannsheil...


Samstag, 16. Januar 2010

Atomwaffenfabrik durch Jäger lahm gelegt

Jagd kurios. Zwei Männer haben in Texas eine Atomwaffenfabrik lahm gelegt. Die beiden waren mit Tarnklamotten bekleidet und bewaffnet in der Nähe der Fabrik gesehen worde. Daraufhin löste ein Mitarbeiter Alarm aus. Die Anlage wurde heruntergefahren.

Dabei handelte es sich nicht um versprengte Taliban, sondern lediglich um zwei harmlose Entenjäger, die wohl noch auf der Jagd nach einem Sonntagsbraten waren. Ein Fehler ist den beiden nicht anzulasten: Ihr Tun war - auch an dieser Stelle - völlig in Ordnung. Deswegen blieb es auch bei einer Personenkontrolle.

Der Schreck dürfte aber auf alle Fälle groß gewesen sein. Ich frage mich nur, auf welcher Seite er wohl größer war. Also liebe Jäger: Immer auf Atomwaffenfabriken acht geben (...sind aber auch lästig, die Teile...)

Mehr zum Thema bei Spiegel-Online.


Freitag, 15. Januar 2010

Trichinenfund in Brandenburg

Bei einem Wildschwein in Brandenburg wurden laut der Märkischen Oderzeitung Trichinen nachgewiesen. Das passiert äußerst selten. Die statistische Wahrscheinlichkeit liegt nur bei etwa 1:50.000. Wegen der Gefährlichkeit der Muskelwürmer für den Menschen ist das trotzdem kein Grund, sich in falscher Sicherheit zu wiegen.

Trichinen sind dünne Rundwürmer von bis zu 4 mm Länge. Die geschlechtsreifen Würmer leben im Darmtrakt von Allesfressern, wie dem Dachs oder eben dem Wildschwein. Dort legen die Weibchen tausende Larven in den Lymphbahnen ab, die mit dem Blut an alle Muskeln wandern. Hier verkapseln sich die Larven und verkalken. Das sorgt beim Menschen für schmerzhafte Entzündungen im ganzen Körper, die sogar zum Tod führen können, wenn beispielsweise der Herzmuskel betroffen ist.

Wird Fleisch mit verkapselten Trichinenlarven von Mensch oder Tier gegessen, beginnt der Zyklus erneut. Dabei bleiben die verkapselten Larvenim Muskelfleisch jahrelang infektiös.

Wegen der möglichen Folgen einer Infektion ist in Deutschland seit 1877 eine Trichinenschau zwingend vorgeschrieben. Heute findet man sie in § 1 Abs. 2 Fleischhygienegesetz. Die Nichtbeachtung des Untersuchungsgebots ist eine Straftat. Bestraft wird man nicht nur, wenn man nicht untersuchtes Fleisch in den Verkehr bringt. Bereits die Zubereitung für den Genuss durch Menschen ist mit Strafe bedroht. Damit darf man auf die Untersuchung nicht einmal dann verzichten, wenn das Fleisch nur für den eigenen Verzehr gedacht ist.

Mehr Informationen zum Thema Trichinen:

Donnerstag, 14. Januar 2010

Jagd Blog - das etwas andere Jagdtagebuch: Waidgerechtigkeit versus Verbandsdisziplin

Eigentlich bin ich ja in Sachen Jagdsteuer eher ein "Hardliner", der grundsätzlich den Boykott der Fallwildentsorgung als probates Mittel ansieht, um ein Zeichen gegen die Jagdsteuer zu setzen. Der Beitrag in Stefan Fügners Jagdblog:

Waidgerechtigkeit versus Verbandsdisziplin

wirft dann aber doch noch einmal einen anderen Blick auf den Themenkomplex. Zwar teile ich die Sicht der Dinge nicht uneingeschränkt, soweit es den dort zitierten Leserbrief betrifft. Denn Nachsuchen von angefahrenem Wild sollten und müssen in meinen Augen nach wie vor durchgeführt werden - unabhängig davon, ob die Jägerschaft die Fallwildentsorgung ablehnt. Fallwildentsorgung und Nachsuchen auf verletztes Unfallwild sind insofern zwei Paar Schuhe.

Richtig ist hingegen, dass Überzeugungsarbeit auf Ebene der Kreistagsabgeordneten der beste Weg ist, um die Jagdsteuer aus der Welt zu schaffen. Wenn er denn um Erfolg führt. Ohne Drohung und "Erpressung". Wie aber, wenn das Land die Einziehung der Steuer bei defizitärer Haushaltslage der Kreise einfordert? So geschieht dies in Rheinland-Pfalz. Mag man also auch Kreistagsabgeordnete an der Basis für die Abschaffung gewinnen: Ändern tut sich nichts. Und die Landesregierung stellt seit Jahren auf stur. Wann ist das Maß voll?

Ohnehin muss man aufpassen, dass die Abschaffung der Jagdsteuer nicht zum Etikettenschwindel verkommt. So geschehen in Nordrhein-Westfalen. Dort hat man die Jagdsteuer zwar abgeschafft. Im Gegenzug wurde aber die sogenannte Jagdabgabe erhöht, die von den Jägern bei der Verlängerung des Jagdscheins zu bezahlen ist. Wenigstens fließt die Jagdabgabe aber durch die Verwendung der Gelder für jagdbezogene Projekte mittelbar zurück an die Jägerschaft und wird nicht zum Stopfen von Haushaltslöchern benutzt.

Die öffentlichen Kassen sind leider leer. Und angesichts der momentanen Nachrichtenlage wird sich daran in absehbarer Zukunft auch nichts ändern. Damit muss man sich wohl darauf einstellen, auch zukünftig als Jäger durch öffentliche Abgaben belastet zu werden und zu bleiben. Toll ist das nicht. Gerade, wenn man sich die positiven Folgen unseres Tuns für die Allgemeinheit bewusst macht. Zum Beispiel die Fallwildentsorgung...


Mittwoch, 13. Januar 2010

Blaser R8 - Preise und weitere Informationen

Es ist amtlich. Die Gerüchte um eine neue Repetierbüchse von Blaser sind mehr als nur Spekulation. Mittlerweile ist auch die Homepage zur neuen R8 wieder online und nach und nach gibt das Internet neue Informationen preis. Dies liegt wohl daran, dass mittlerweile erste offizielle Präsentationen bei Blaser in Isny stattgefunden haben.

Die Blaser R8 wird zunächst neben der speziellen Safari-Modellreihe in vier Ausführungen verfügbar sein (Standard, Luxus, Black Edition, Attaché und Baronesse). Dabei liegt der Preis für die die R8-Standard bei 2885 EUR, für die Luxus-Ausführung bei 3537 EUR und für die Ausführung Attaché bei 5389 EUR (siehe insoweit die Informationen bei saxtech.eu). Auf die entscheidende Neuerung, das herausnehmbare Magazin, kann auf Wunsch auch verzichtet werden. Der Preis für ein Ersatzmagazin beläuft sich auf 285 EUR. Dass man diesen Preis nicht allzu häufig bezahlen muss, wird durch eine Magazinsperre gewährleistet. Ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn wird durch das automatische Entspannen der Waffe beim Herausnehmen des Magazins erzielt. Der Verschluss wurde gegenüber der R93 wohl geringfügig überarbeitet. Ebenso hat man sich laut Blaser intensiv mit der Entwicklung einer optimalen Schäftung für die R8 beschäftigt.

Weitere Details werden nun wohl in Kürze folgen. Und ich ahne, wer der Star der diesjährigen Messe Jagd und Hund in Dortmund sein wird.


Videos zur Blaser R8




Dienstag, 12. Januar 2010

2010 ist das Jahr der Biodiversität

Trotz des gestern in Berlin durch die Bundeskanzlerin eingeläuteten Auftakts ist bislang noch nicht viel davon zu hören, dass 2010 durch die UNO zum Jahr der Biodiversität erklärt wurde. Umso besser, dass sich der Deutsche Jagdschutzverband diesem Thema schon jetzt angenommen hat. Denn mit Biodiversität, die im Grunde nicht mehr bedeutet als Artenvielfalt, wird ein Komplex ins öffentliche Blickfeld gerückt, das auch für die Jagd von zunehmender Bedeutung ist.

Grundsätzlich halte ich von wenig von Aktionstagen und -jahren. Wir alle wissen wie zahlreich und bisweilen idiotisch alleine schon die Zielsetzungen anmuten. Bis Ende des Monats Januar beispielsweise stehen noch der Welttag der sozialen Kommunikationsmittel und der Europäische Datenschutztag auf dem Programm. Bei den Aktionsjahren sieht es nicht viel besser aus. Oder wer hat schon gewusst, dass 2009 unter anderem das Jahr der Naturfaser war. Tja. Da staunt man Bauklötze.

Umso verständlicher ist es, dass diese Aktionen auch häufig zu Schlagzeilen am Rande werden. Wie man sieht, teilweise völlig zu recht. Natürlich muss man damit rechnen, dass es mit dem Jahr der Biodiversität nicht viel anders sein wird. Immerhin könnte man die Aktion auch getrost als Eingeständnis werten, dass das bereits vor Jahren ins Augen gefasste Ziel, das Artensterben bis 2010 entscheidend zu verringern, nicht erreicht wurde.

Wie auch immer. Einen Hauch mediale Aufmerksamkeit garantieren Events solcher Art immer. Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen, um darauf hinzuweisen, dass Jagd und Jäger in Deutschland wichtige Bausteine für die Artenvielfalt sind. Hoffentlich wird dieses Thema offensiv angegangen und nicht wie so oft schamhaft am Rande erwähnt.

Denn wir Jäger haben ausreichend Pfunde im Gepäck, mit denen wir wuchern können. Gerade im Hinblick auf die künftigen Jagdrechtsänderungen, bei denen Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Hessen nur den Anfang darstellen dürften, müssen wir für ein nachhaltiges Verständnis sorgen. Insbesondere dürfen wir dieses Feld nicht wie so oft "den anderen" unbestritten überlassen.

Leider wird die Jagd weithin als Ursache für Artensterben gesehen - auch bei den Initiatoren selbst. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Sei es direkt durch die Kontrolle von Raubwildbeständen oder indirekt durch viele von Jägern durchgeführte Hegemaßnahmen, die durch die Biotopverbesserungen der gesamten Flora und Fauna zu Gute kommen: Wir Jäger in Deutschland tragen entscheidend dazu bei, dass bedrohte Arten erhalten und vorübergehend verschwundene Arten wieder in heimischen Gefilden anzutreffen sind. Dabei zeigt sich insbesondere, dass sich die Arten wie Luchs und Wildkatze, die dem Jagdrecht unterliegen und damit dem gesetzlichen Hegeauftrag des Jägers unterfallen, durchweg gut und stabil entwickeln. Im Gegensatz zu den vielen passiven Mitgliedern der anderen Naturschutzverbände sind Jäger nämlich aktiv im Revier und als ausgewiesene Kenner der heimischen Flora und Fauna Garanten für erfolgreichen Naturschutz.

Hoffentlich kommt das nicht nur hier so deutlich zur Sprache.

Montag, 11. Januar 2010

Offener Brief des NABU-Saar

Wo es um die Jagd und insbesondere die Einschränkung derselben geht, darf natürlich der NABU nicht fehlen. Fast reflexartig klinken sich wohl daher auch die selbsternannten Naturschützer von der Saar ein, wenn es um die Jagdrechtsnovelle im Saarland geht. Als ob die Pläne der Koalitionsvereinbarung nicht schon wirr genug wären, muss nun der NABU-Saar noch eine Schüppe drauflegen. Vom totalen Kirrverbot, über ein Verbot der Nachtjagd bis hin zur umfassenden Ausweisung jagdfreier Gebiete lauten die wahnwitzigen Vorstellungen., die in einem offenen Brief thematisiert werden. Soll so Naturschutz aussehen? Was kümmern den NABU die Abwicklung von Wildschäden?

Zum Glück brauche ich mir hier keinen Wolf zu schreiben. Seitens der KJS Kleve hat man schon umfassend zu dem Pamphlet des NABU-Saar Vorsitzenden Ulrich Heintz Stellung genommen. Den Ausführungen kann man eigentlich nur uneingeschränkt zustimmen.

Übrigens: Die Seite der KJS Kleve ist nicht nur in diesem speziellen Fall einen Besuch wert!

Sonntag, 10. Januar 2010

Der Himmel der Hirsche

Auf zeit.de gibt es einen interessanten Artikel über Rotwild auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr zu lesen. Das Rotwild wird dort weitestgehend nicht bejagt. Der Artikel lässt es dabei als erstaunlich erscheinen, dass es trotzdem nicht zu Konflikten mit unserer größten Wildart kommt - und schiebt die Verursacherrolle der Probleme außerhalb natürlich den Jägern in die Schuhe.

Klar ist: Wenn man einen Truppenübungsplatz zu betreuen hat, auf dem die forstfiskalischen Aufgaben gegen Null gehen dürften, kann sogar der Bundesforst, dem sonst noch jedes Stück Schalenwild eins zu viel ist, ins Schwärmen kommen. Die in dem Artikel anklingenden Lobeslieder auf das Rotwild könnte man ja Mal versuchen, mit Förstern außerhalb der Truppenübungsplätze anzustimmen. Ich fürchte, man würde als Einmannkapelle enden.

Interessant finde ich diese Passage:

"In Grafenwöhr soll die Jagd das Rotwild aus dem Wald lenken, damit es dort weniger Schäden verursacht. Außerhalb des Truppengeländes geschieht häufig genau das Gegenteil: Weil Jagdpächter Bauern für teure Flurschäden durch Wild entschädigen müssen, schießen Jäger intensiv im Offenland. Das macht die Hirsche scheu und zwingt sie gegen ihre Natur zum nachtaktiven Leben im Wald, wo sie mangels anderer Nahrung die Bäume verbeißen. Zusätzlich zu ihrem historisch erworbenen Ruf als Feldschädling festigt sich dann der des Waldschädlings. Ein Teufelskreis."

Schuld sind also einmal mehr die Jäger. Dass insbesondere der Forst dem Rotwild nachstellt wie sonst nichts Gutes, bleibt unerwähnt. Was der Staat aber zur Vermeidung von Waldschäden unternimmt, soll der Jäger im Feld nicht tun dürfen? In unserer Region sind es die Forstbeamten, die ständig höhere Abschüsse fordern - insbesondere von den Jägern der gemeinschaftlichen Jagdbezirke. Ausserdem scheint auch der Blick auf die Ursache für die weitestgehende Nachtaktivität des Rotwildes etwas zu einseitig auszufallen. Natürlich trägt die Jagd ihren Teil dazu bei. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Truppenübungsplätze trotz des Militärbetriebs eine absolute Ausnahmestellung einnehmen, was die Beunruhigung angeht. Die wenigen übenden Soldaten stellen im Gegensatz zu Landwirtschaft, Strassenverkehr und Erholungssuchenden nur eine minimale Störungsquelle dar. Nicht zuletzt deswegen sind fast alle Truppenübungsplätze ein Garant für Artenvielfalt. Vergleiche zur "normalen" Kulturlandschaft kann man deswegen nicht ohne weiteres ziehen.

Selbstverständlich wird auch die lange Jagdzeit bis in den Winter hinein angeprangert. Diese würde auf Widerstand bei Tierschützern und Wissenschaftlern stoßen, weil das Rotwild in der Notzeit seinen Stoffwechselhaushalt umstellen würde. Die Jagd sei insoweit kontraproduktiv. Dumm nur, dass gerade die langen Jagdzeiten von fast allen Jägern abgelehnt werden und Forderungen und Vorstellungen der Forstverwaltungen entspringen. Bezeichnend ist insoweit, dass unser Jagdnachbar, die Landesforsten Rheinland-Pfalz noch Ende januar eine Drückjagd auf Rotwild veranstalten.

In sich schlüssig ist der Artikel aber leider ohnehin nicht. Wird am Anfang noch die Tatsache hervorgehoben, dass Naturverjüngung trotz des starken Rotwildbestandes ohne Schutzmaßnahmen möglich sei, verweist man am Ende auf die Aufgabe des Rotwildes: Die Platzlandschaft vor Verbuschung und Verwaldung zu schützen.

Ja was denn nun?


Freitag, 8. Januar 2010

Blaser R8 - Videos zur Blaser-Neuheit

Hat Blaser etwas neues in der Tube? Im Wild-und-Hund-Forum und bei landlive kamen vergangene Woche Gerüchte über einen neuen Repetierer aus dem Hause Blaser mit dem Namen R8 auf. Grund für die Spekulationen war eine Internetseite, die zwischenzeitlich nicht mehr erreichbar ist. Dort wurde die R8 ausführlich vorgestellt. Die Seite über den Repetierer, der weitestgehend der R93 ähnelt, war professionell gestaltet. Die Tatsache, dass man nun bei Aufruf der Seite über die R8 auf der normalen Blaser-Homepage landet, nährt den Verdacht, dass es sich nicht um einen Fake handelt.

Die größte Neuerung gegenüber der R93 dürfte darin bestehen, dass es beim R8 nunmehr ein herausnehmbares Magazin gibt. Um die bei der R93 viel gelobte Waffenlänge nicht vergrößern zu müssen, hat man sich bei der R8 etwas besonderes einfallen lassen: Entnehmbares Magazin und Abzugsgruppe bilden eine Einheit. Ob hierin ein wirklicher praktischer Mehrwert besteht, darf jeder für sich selbst entscheiden. Ganz typisch für Blaser wird in den Jagdforen schon höchst kontrovers über den R8diskutiert, der wohl bereits ab dem 20. Januar 2010 ausgeliefert werden soll. Aber das kennen wir ja von der R93.

Nachtrag: Mittlerweile ist es offiziell und es gibt erste Neuigkeiten zu Preisen und weitere Informationen. Ausserdem gibt es zwischenzeitlich weitere Videos zu den technischen Details der R 8.

Hier der Trailer zur neuen Blaser R8:


Weiterführende Beiträge:

Mittwoch, 6. Januar 2010

Frau Conrad und die Waidgerechtigkeit

Die Reformpläne in Rheinland-Pfalz hinsichtlich des neuen Jagdgesetzes sehen unter anderem vor, die Bindung des Jagdwesens an die Grundsätze der Waidgerechtigkeit aufzuheben. Ein Schritt, dessen Sinnhaftigkeit ich nach wie vor nicht erkennen kann. Wem nützt die Streichung eines Begriffs, der als Generalklausel eine ethische Untergrenze jagdlichen Handelns darstellt? Unbestritten ist, dass unter juristischen Gesichtspunkten die Waidgerechtigkeit nur eine untergeordnete Rolle spielt. Längst und zum Glück sind wichtige Fragen der Jagdausübung gesetzlich konkretisiert.

In der aktuellen DJZ (01/2010) wird von einem Pressegespräch mit Ministerin Margit Conrad berichtet. Dort hat sie auch versucht, die Streichung der "Waidgerechtigkeit" aus dem Gesetz zu begründen. Geglückt ist ihr dies in meinen Augen nicht.

Laut der Minsiterin gründe sich der Schritt auf der Absicht, schwer bestimmbare Begriffe in Gesetzen zu vermeiden. Allerdings denke man darüber nach, alternativ einen Auffangtatbestand etwa im Sinn der "guten fachlichen Praxis" einzuführen.

Meine Herren! Es ist zum verzweifeln. Das einzige Argument für die Streichung ist völlig unbegründet und wird dann noch im gleichen Atemzug ad absurdum geführt. Man will mit der Streichung also die Verwendung schwer bestimmbarer Begriffe vermeiden? Vielleicht sollte man da an anderer Stelle anfangen. Verträge sind null und nichtig, wenn sie "sittenwidrig" sind. Wer einen Menschen tötet und dabei aus "niederen Beweggründen" handelt ist ein Mörder und wird zu einer lebenslangen Haftsrafe verurteilt. Die Polizei darf gegen den Bürger vorgehen, wenn sein Verhalten eine Gefahr für die "öffenliche Ordnung" besteht, die im übrigen als die "herrschende Werte- und Moralvorstellung im Polizeibezirk" definiert wird. Wie man sieht, ist die Verwendung von unbestimmten Rechtsbegriffen bei weitem kein Einzelfall. Gerade ältere Gesetze wie das BGB sind voll davon - und gewährleisten seit über 100 Jahren eine funktionierende Anwendungspraxis. Das kann man von neueren Gesetzen nicht behaupten, vor allem, wenn sie auf EG-Richtlinien beruhen, die bis in den achten Unterabsatz hinein alles haarklein zu definieren versuchen.

Dabei erfolgt die Verwendung unbestimmter Rechtsbegriffe wie man sieht in zentralen Bereichen und in Fragen von größter Wichtigkeit. Wie eingangs erwähnt, kommt der Bindung der Jagd an die Grundsätze der Waidgerechtigkeit hingegen nur eingeschränkte praktische Bedeutung zu. Wo aber besteht dann der zwingende Anlass für die Abschaffung? Vor allem: Warum will man den Begriff der Waidgerechtigkeit abschaffen und ersatzweise einen Auffangtatbestand der "guten fachlichen Praxis" einführen?

Daran ist absurd, dass es sich bei der "guten fachlichen Praxis" ebenfalls um einen unbestimmten Rechtsbegriff handelt. Damit wird nichts anderes gemacht, als Begrifflichkeiten auszutauschen. Scheinbar will man auf einen Auffangtatbestand nicht verzichten. Scheinbar will man aber auf alle Fälle den Begriff der "Waidgerechtigkeit", der im Grunde nichts anderes beschreibt als "gute fachliche Praxis", aus dem Wortschatz des Gesetzes streichen. Und hier kommen wir zum eigentlichen Problem.

Es geht um Symbolik. Der Begriff der Waidgerechtigkeit wird von einem kleinen Teil der Jägerschaft bewusst falsch interpretiert und mit bräsiger Brauchtumspflege im Lodenmief gleichgesetzt. Andererseits wird der Begriff der Waidgerechtigkeit auch dazu missbraucht, technische Neuerungen und moderne Jagdpraxis pauschal abzulehnen. Gerade die Jäger, die dem ÖJV nahe stehen, reiben sich genussvoll in stundenlangen Diskussionen an diesem Begriff auf. Das die Waidgerechtigkeit im neuen Gesetz keinen Niederschlag mehr finden soll, zeigt damit einmal mehr, mit wessen Nadel die Reformpläne gestrickt sind. Dem übrigen Teil der Jägerschaft sendet man das kleine aber feine Signal, wer im Land die Hosen an hat. Was sonst könnte noch als Argument dafür dienen, auf den Begriff der Waidgerechtigkeit zu verzichten?

Mit solchen Spielereien macht sich die rheinland-pfälzische Landesregierung auch im Hinblick auf den Rest ihrer Reformpläne unglaubwürdig. Es zeigt jedenfalls, dass es leider einmal mehr nicht um sachlich gute Politik für Wild, Jagd und Jäger geht. Damit verpufft das Reformvorhaben insgesamt zu dem, wovor ich bereits an anderer Stelle gewarnt hatte. Einer Spielwiese von Eitelkeiten.

Dienstag, 5. Januar 2010

Peta will Tierpräparate in Restaurants austauschen

Manchmal könnte man wirklich den Eindruck gewinnen, dass fehlender Fleischkonsum nachhaltig die Hirnwindungen beeinträchtigt. Alle Vegetarier und Veganer mögen mir die Polemik bitte nachsehen, aber angesichts der neuesten PETA-Genialität konnte ich mir das nicht verkneifen.

In einer Pressemitteilung fordert das Tierschutzbündnis dazu auf, Tierpräparate aus Restaurants zu entfernen. Hintergrund des ganzen ist wohl die Verletzung einer Frau durch ein herabfallendes Elchpräparat in den USA.

„Zum neuen Jahr möchten wir Restaurants dabei helfen, tote Dekorationen loszuwerden und tierfreundlich zu handeln“, so Harald Ullmann, zweiter Vorsitzender von PETA Deutschland e. V. „Den meisten Menschen vergeht sicher der Appetit, wenn sie beim Essen eine Leiche über sich hängen haben. Wer möchte schon an einen Blutsport erinnert werden, wenn er gerade eine Bloody Mary schlürft“, so Ullmann in der Pressemitteilung weiter.

Aha. Tierfreundliches Verhalten beinhaltet es also auch, schon tote Tiere von Wänden abzuhängen. Sieht man bei PETA da eine Verletzung der Menschen.... ähhhh, der Tier...... also, die... naja - wie soll ich sagen? Eine Verletzung der "Nichtmenschlichentierwürde"? Dass sich Leute von über ihnen hängenden Tierleichen angeekelt fühlen, während sie dieselben genussvoll vom Teller weggoutieren, dürfte hingegen weniger einen Grund darstellen. Es wäre aber Mal einen Versuch wert, beim nächsten Besuch im Landgasthof mit hoch-rotem Kopf cholerisch loszubrüllen: "OBER! Doppelte Schweinerei! Erstens hängt über mir ein Rehgeweih und zweitens warte ich jetzt schon eine halbe Stunde auf mein Rumpsteak..." Vielleicht gibts Preisnachlass. Oder wenigstens 'nen Schnappes. Den trinken wir dann. Auf PETA.


Montag, 4. Januar 2010

Retourkutsche - Wie die Waffenamnestie zur Falle wird

Bis zum 31.12 konnten illegale Waffen bei den Behörden straffrei abgegeben werden. Von dieser Möglichkeit machten die Bürger zwar nicht übermäßig Gebrauch. Dennoch wurden Waffen in Vertrauen auf die Straffreiheit abgegeben. Bitter, wenn dieses Vertrauen enttäuscht wird. Denn womit viele nicht rechneten: Trotz der Amnestieregelung sehen sich nun zahlreiche Bürger der Strafverfolgung ausgesetzt. Hierüber berichtet nun welt.de.

Der Grund hierfür liegt in der Differenzierung des Waffengesetzes zwischen dem "Besitz" und dem "Führen" von Waffen. Ich will mich hier jetzt nicht in juristischen Feinheiten verlieren. Vereinfacht gesagt: Wer ein Gewehr zu Hause im Schrank stehen hat, der besitzt. Wer das Gewehr auf der Straße in der offen spazieren trägt, der führt. Wer das Gewehr in ein verschlossenes Behältnis packt, der transportiert.

Sowohl zum Besitz, als auch zum Führen braucht man waffenrechtliche Erlaubnisse. Und nun kommt die Crux: Die Amnestieregelung erfasste nur den Besitz. Wer also 20 Jahre lang ein Kleinkalibergewehr illegal besessen hatte, durfte auf Straffreiheit hoffen, wenn er die Waffe abgibt. In dem Moment, in dem er sich aber zur nächsten Polizeiwache aufmachte und die Straße betrat, besaß er nicht nur illegal eine Waffe. Nein, er führte sie auch - und das illegale Führen ist von der Amnestieregelung nicht erfasst.

Was nun passierte, kann sich jeder vorstellen. Die Behörden nahmen die Waffen dankend entgegen und zeigten die Bürger wegen illegalen Führens an. Strafandrohung: Bis zu drei Jahre Gefängnis oder Geldstrafe. Zumindest teilweise ist das tatsächlich passiert. Und man wird abwarten, ob nun durch die beginnende mediale Thematisierung nicht noch weitere Behörden nachziehen. Ich weiß nicht, inwieweit die Abgabe heute noch persönlich zugeordnet werden kann.

Tja, das ist bitter. Da wirbt der Staat um die Abgabe illegaler Waffen, verspricht Straffreiheit und dann passiert so etwas. Eine erste Frage die sich stellt: Wer hat es eigentlich verbockt? Klar ist: Für den abgabewilligen Bürger hätte auch die Möglichkeit bestanden, die Waffen abholen zu lassen. Hat man seitens der Politik dies so gewollt? Warum wurde es dann nicht klarer kommuniziert? Oder wurde beim Gesetzgebungsverfahren diese Thematik einfach verpennt?

Im zweiten Schritt wird das juristische Nachspiel interessant. Wie reagieren die Staatsanwaltschaften? Werden die Verfahren eingestellt? Besteht am Ende überhaupt eine Strafbarkeit, oder greifen hier nicht ausnahmsweise Gründe, die die Schuld der Betroffenen entfallen lassen? Das sind Dinge, die man einmal in Ruhe juristisch durchdeklinieren muss.

Eins bleibt, nämlich absolutes Unverständnis über eine Politik, die scheinbar ihre eigenen Gesetze nicht kennt, einen Schildbürgerstreich sondersgleichen und die Gewissheit, das sAktionismus noch keinem Vorhaben gut getan hat.


Wolfsjagd in Schweden

Aufbruch zur Wolfsjagd in Schweden. Nach 45 Jahren wurde am Samstag in Schweden die Jagd auf Wölfe wieder eröffnet. 27 Wölfe sind zum Abschuss freigegeben. Rund 12.000 Jäger beantragten einen Abschuss. Noch am ersten Tag wurden bereits 21 Wölfe erlegt. Damit dürfte die Jagd auf Wölfe auch bald wieder zu Ende sein. Zumindest vorerst.

Ich will mich gar nicht breit über Sinn und Unsinn der Wolfsjagd in Schweden äussern. Dafür kenne ich die dortigen Verhältnisse zu wenig. Aber die Jagd hat ein beachtliches mediales Echo ausgelöst - auch hier in Deutschland. Neben zahlreichen kleineren Tageszeitungen beschäftigten sich auch taz, Tagesspiegel und Süddeutsche mit dem Thema. Fast selbstverständlich werden weitestgehend kritische Töne angeschlagen. Da auch uns in Deutschland in Zukunft ähnliche Auseinandersetzungen beschäftigen werden, sollten wir Jäger Diskussionen wie diese frühzeitig nutzen. Es gilt, Lehren aus ihnen zu ziehen. Denn das Thema Wolf ist für die Jagd in Deutschland Chance und Risiko zugleich.

Von Hunsrückwilderer


Als Jäger erhalten wir die Chance, uns als moderne Naturkenner zu profilieren. Diese Chance machen wir uns sicherlich zunichte, wenn aus Jägerkreisen alsbald Forderungen nach Bestandsregulation laut werden. Gleichwohl: Nur aus political correctness sollte die Jägerschaft nicht in den undifferenzierten Lobgesang auf den Wolf einstimmen. Eigentlich sollte das niemand tun. Aber gerade die Medienberichte zur Wolfsjagd in Schweden zeigen, dass dem Thema Wolf ein erhebliches Ideologisierungspotential innewohnt - hüben wie drüben. Während einerseits Ängste vorm Rotkäppchenfresser geschürt werden, wird andererseits jegliches Gefährdungspotential bagatellisiert. Beides dürfte der falsche Weg sein, um ein Zusammenleben von Mensch und Wolf im dicht besiedelten Deutschland zu gewährleisten. Wir brauchen eine offene Diskussion. Ich habe da im Moment so meine Zweifel, ob es zu dieser kommen wird. Denn kritische Töne werden zu gerne weggewischt. Wer es wagt, die Einwanderung des Wolfes auch nur zu hinterfragen, wird als Wolfshasser und Ewiggestriger abgestempelt. Auffallend ist dabei wie so oft, dass die uneingeschränkte Zustimmung mit wachsender Distanz zum Thema zunimmt. Dabei fällt es natürlich leicht, inmitten der Großstadt dem Wolf zuzujubeln, während man sich auf dem Land mit getöteten Schafen und Hunden beschäftigen muss.

Stellung zur Wolfsproblematik bezieht auch das Jagdwaffennetzwerk.


Sonntag, 3. Januar 2010

Jagdwaffennetzwerk

Und noch ein Blog, der sich mit dem Thema Jagd beschäftigt:


Wie der Name schon sagt, geht es schwerpunktmässig um Jagdwaffen. Aber auch andere Themen rund um Jagd und Jäger werden angesprochen.