Trotz des gestern in Berlin durch die Bundeskanzlerin eingeläuteten Auftakts ist bislang noch nicht viel davon zu hören, dass 2010 durch die
UNO zum Jahr der Biodiversität erklärt wurde. Umso besser, dass sich der
Deutsche Jagdschutzverband diesem Thema
schon jetzt angenommen hat. Denn mit Biodiversität, die im Grunde nicht mehr bedeutet als Artenvielfalt, wird ein Komplex ins öffentliche Blickfeld gerückt, das auch für die Jagd von zunehmender Bedeutung ist.
Grundsätzlich halte ich von wenig von Aktionstagen und -jahren. Wir alle wissen wie zahlreich und bisweilen idiotisch alleine schon die Zielsetzungen anmuten. Bis Ende des Monats Januar beispielsweise stehen noch der
Welttag der sozialen Kommunikationsmittel und der
Europäische Datenschutztag auf dem Programm. Bei den Aktionsjahren sieht es nicht viel besser aus. Oder wer hat schon gewusst, dass 2009 unter anderem das
Jahr der Naturfaser war. Tja. Da staunt man Bauklötze.
Umso verständlicher ist es, dass diese Aktionen auch häufig zu Schlagzeilen am Rande werden. Wie man sieht, teilweise völlig zu recht. Natürlich muss man damit rechnen, dass es mit dem Jahr der Biodiversität nicht viel anders sein wird. Immerhin könnte man die Aktion auch getrost als Eingeständnis werten, dass das bereits vor Jahren ins Augen gefasste
Ziel, das Artensterben bis 2010 entscheidend zu verringern, nicht erreicht wurde.
Wie auch immer. Einen Hauch mediale Aufmerksamkeit garantieren Events solcher Art immer. Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen, um darauf hinzuweisen, dass Jagd und Jäger in Deutschland wichtige Bausteine für die Artenvielfalt sind. Hoffentlich wird dieses Thema offensiv angegangen und nicht wie so oft schamhaft am Rande erwähnt.
Denn wir Jäger haben ausreichend Pfunde im Gepäck, mit denen wir wuchern können. Gerade im Hinblick auf die künftigen Jagdrechtsänderungen, bei denen
Rheinland-Pfalz und Saarland sowie
Hessen nur den Anfang darstellen dürften, müssen wir für ein nachhaltiges Verständnis sorgen. Insbesondere dürfen wir dieses Feld nicht wie so oft "den anderen" unbestritten überlassen.
Leider wird die Jagd weithin als Ursache für Artensterben gesehen - auch bei den
Initiatoren selbst. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Sei es direkt durch die Kontrolle von Raubwildbeständen oder indirekt durch viele von Jägern durchgeführte Hegemaßnahmen, die durch die Biotopverbesserungen der gesamten Flora und Fauna zu Gute kommen: Wir Jäger in Deutschland tragen entscheidend dazu bei, dass bedrohte Arten erhalten und vorübergehend verschwundene Arten wieder in heimischen Gefilden anzutreffen sind. Dabei zeigt sich insbesondere, dass sich die Arten wie
Luchs und
Wildkatze, die dem Jagdrecht unterliegen und damit dem gesetzlichen Hegeauftrag des Jägers unterfallen, durchweg gut und stabil entwickeln. Im Gegensatz zu den vielen passiven Mitgliedern der anderen Naturschutzverbände sind Jäger nämlich aktiv im Revier und als ausgewiesene Kenner der heimischen Flora und Fauna Garanten für erfolgreichen Naturschutz.
Hoffentlich kommt das nicht nur hier so deutlich zur Sprache.