Donnerstag, 11. November 2010

Unfrei im Freistaat - Wildtierstiftung startet Kampagne

Der Rothirsch ist ein Gefangener in Bayern!  Sein Lebensraum ist auf zehn Rotwildbezirke reduziert, die nur 14 Prozent der Fläche im „Frei“-Staat ausmachen. Da es sich bei den Rotwildbezirken überwiegend um Wälder handelt, sind sie als Lebensraum für Hirsche eher ungeeignet. Denn der „König der Wälder“ ist  eigentlich der „Herrscher im Offenland“.

Der Rothirsch fristet in Bayern – von wenigen Ausnahmen wie dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr abgesehen -- ein wenig artgerechtes Leben.

Verlässt Rotwild heute die ihm zugewiesenen Gebiete, müssen die Tiere erlegt werden. Im Jagdgesetz des Freistaates Bayern steht wörtlich: „Jagdreviere, soweit sie außerhalb eines Rotwildbezirke liegen, sind rotwildfrei zu machen und zu halten.“ Die Rotwildbezirke wurden auf Druck der Forstwirtschaft aus Sorge vor Fraßschäden eingerichtet. Die enge Begrenzung der Lebensräume geht in Bayern mit unverantwortlich langen Jagdzeiten einher. Die Folgen sind fatal: Das Rotwild zieht sich immer weiter in dichte Waldteile zurück und fängt dort an, Bäume zu schälen.

Für die Deutsche Wildtier Stiftung ist der Umgang mit Rotwild in Bayern nicht zeitgemäß, die Begrenzung von politisch festgelegten Lebensräumen nicht vertretbar! In Bundesländern mit flächendeckender Rotwildverbreitung wie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wird sehr erfolgreich Forstwirtschaft betrieben. Daher müsse es auch in Bayern zukünftig "Wald mit Wild" und nicht "Wald vor Wild" ordert die Deutsche Wildtierstiftung

"Deshalb wollen wir die Öffentlichkeit mit unserem Kampagnenmotiv aufrütteln“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Der Rothirsch ist vor der blau-weißen bayerischen Raute mit dem Schriftzug „Unfrei im Freistaat“ abgebildet. „Ein Bild, das aufrütteln soll“, so Baron Münchhausen. Er betont: „Wir fordern Freiheit für den Rothirsch im Freistaat!“ Das Motiv „Unfrei im Freistaat“ erscheint Ende November zum ersten Mal in den auflagenstärksten bayerischen Zeitungen des Landes sowie über 32.000 Mal auf den Info-Screens an U-Bahnhaltestellen. Zusammen mit dem Bayerischen Jagdverband veranstaltet die Deutsche Wildtier Stiftung vom 1. bis 3. Dezember 2010 in München ihr 5. Rotwildsymposium. 

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2 Kommentare:

Andreas Mang hat gesagt…

bei uns (Landkreis Miesbach - Byrischzell) ist nun auch noch der Wolf da - wird interessant sein wie sich der Wolf und die Wintergatter vertragen. Habe heute gelesen, dass die Senner nun einen Hirten und die dazu benötigten Hunde bekommen - kosten schlappe 75000 Euro. Ist also nur eine Frage der Zeit wann auch bei uns das Rotwild verschwindet.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Eigentlich ist es ein Armutszeugnis für den Naturschutz in Deutschland, wenn der Wolf allerorten freudig begrüßt wird, man das Rotwild aber immer weiter zurückdrängt. Zumindest dieser Aspekt verträgt sich nicht

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