Sollte man Jagdgegner und Tierschützer auf eine Bewegungsjagd einladen? Wohl kaum. Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger sieht das offenbar anders und spuckt große Töne: Ab sofort wolle man keine repräsentativen Staatsjagden mehr abhalten, sondern reine Waldschutzjagden durchführen. ÖJV-Ideologie in Reinkultur.
Es gehe darum, dass Tierschutz und der Naturschutz künftig einen höheren Stellenwert einnehmen werden. „Jagd muss heute eine dienende Funktion für die Entwicklung unserer Kulturlandschaft haben. Vor allem gilt es, im Wald Wildschäden weitestgehend zu vermeiden“, erklärt Staatssekretär Borger. Der Jäger verkommt zum reinen Schalenwildreduzierer. Künftig solle nur noch das geschossen werden, was auch gegessen werden kann, was im Ergebnis die Schonung von Fuchs und Co bedeutet. Ein Schritt mehr zur von Füchsen bevölkerten Agrarsteppe. Und das im Jahr der Artenvielfalt. Eventuell legen die Teilnehmer der Waldschutzjagd zusätzlich Tollwut-Impfköder aus? Nichts scheint unvorstellbar.
Ob man hingegen auch fürchterlich zerschossenem und damit nicht mehr essbarem Rehwild entgegenwirkt, indem man dessen Verhoffen beim Schuß fordert, bleibt ungeklärt.
Die Pflicht zur Wahrung des Tierschutzes erfordere zudem eine Professionalisierung der Jäger, etwa durch jährliche Schießnachweise. „Eine Jagd ist keine Spaßveranstaltung, bei der auch ungeübte Schützen einfach mal auf Wildtiere anlegen können. Jäger schießen auf schmerzempfindliche Tiere. Da ist es im Grunde selbstverständlich, dass die Schützen treffsicher sind“, so der Staatssekretär. Borger. Es gehört bekanntlich zu einem jeden ÖJV-Pamphlet, auf diese Weise sämtlichen Jägern pauschal die Fertigkeit abzusprechen, mit ihrem Handwerkszeug umzugehen und so zu tun, als würden Schießnachweise an der unbestrittenen Existenz von Schlumpschützen etwas ändern. Dieser Beweis wird jedoch nicht zu führen sein, da sich tierschutzgerechtes Verhalten in erster Linie anhand von Selbstbeschränkung manifestiert und nicht durch abgelegte Schießleistungsnachweise.
Den Vogel schießt Borger dann schlussendlich ab, wenn er Tierschützer und Jagdgegner explizit zum Erscheinen auf der Jagd einlädt. Wer seine ablehnende Haltung – zum Beispiel in Form einer Mahnwache – zum Ausdruck bringen wolle, bekomme über die Saarforst-Betriebsleitung einen entsprechenden Standplatz zugewiesen.
Na Waimannsheil und Horrido. Da weiß man aber, woher derWind weht. Und was den Jägern von der Saar bei der kommenden Jagdrechtsänderung ins Hause steht.




1 Kommentare:
Sehr gute Beurteilung. Es ist etwas schäbig, zu sagen, "das war ja abzusehen". Aber das war in dieser politischen Konstellation wohl tatsächlich abzusehen. Interessanterweise hört man aus "Jamaica" nur, dass es ja ganz gut läuft, auch mit der FDP. Ich muss sagen, da gehen gerade die "Pluspunkte" der FDP aufgrund des Waffenrechtsstandpunktes bei mir jedenfalls verloren. Bedauerlich ist auch, dass zwar in NRW das gleiche Szenario droht (vgl. aktuelles WuH-Interview mit dem Minister), aber der LJV NRW vor der Wahl ganz brav und unkommentiert die grünen Standpunkte in seiner Zeitschrift abgedruckt hat, anstatt Alarm zu schlagen. Und auch jetzt sind sie viel zu ruhig.
Gruß Rüdiger vom Jagdwaffennetzwerk
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