Mittwoch, 17. November 2010

10 gute Gründe für die Jagd

1. Jagd ist Ressourcennutzung
Jagd ist nichts anderes, als die nachhaltige und schonende Nutzung einer natürlichen Ressource. Wie ein Landwirt seinen Boden bestellt, der Forstwirt seinen Wald, der Fischer sein Gewässer oder wie der Schäfer seine Herde nutzt, so bewirtschaften Jäger den natürlichen Wildbestand auf schonende und nachhaltige Art und Weise. Mit der Jagd gewinnen Jäger in erster Linie und zu aller erst ein hochwertiges Lebensmittel in Form von Wildbret. Wir Jäger sind Delikatessenerzeuger.

2. Jagd ist bio
Bio ist hip. Bio ist trendy. Bio ist in. Bio bedeutet  die Rückbesinnung auf ökologische und nachhaltige Produktion unter dem Verzicht von Chemikalien und Medikamenten. Wild als Lebensmittel erfüllt all' diese Kriterien. Kein Biofleisch der Welt kann so bio sein, wie unser Wildbret: Im Wald geboren, im Wald gelebt, im Wald gefressen. Keine Massentierhaltung, keine Mästung mit Tiermehl, keine Tiertransporte, kein Schlachtstress, kein Gammelfleisch. Wild hat bis zum Schluss glücklich und frei gelebt. Und hinzu tritt stets der regionale Bezug. Wild aus heimischen Wäldern: Bio in Reinkultur.

3. Jagd ist Wildtiermanagement
Die in unseren Wäldern lebenden Wildbestände müssen reguliert werden. Anderenfalls könnte die land- und forstwirtschaftliche Nutzung unseres Landes überhaupt nicht mehr stattfinden. Projekte, bei denen wenigstens regional auf eine Bejagung verzichtet wurde, waren bislang sämtlich zum Scheitern verurteilt. In den Niederlanden führte ein solches "Naturschutzprojekt" zunächst zu einem ungebremsten Anstieg der Wilddichten. Nunmehr ist dort die gesamte Flora zerstört. Ein gewaltiges Massensterben ist die traurige Folge. Auch im Kanton Bern in der Schweiz ist das per Plebiszit eingeführte Jagdverbot eine Mogelpackung: Landwirtschaft ist nur mit finanziell erdrückenden Schutzmaßnahmen der Felder möglich. Jagd findet gleichwohl statt, nur eben durch bezahlte Berufsjäger.
Des weiteren minimiert die Regulierung der Wildbestände in erheblichem Maß das Risiko von Tierseuchen. Schweinepest oder Maul- und Klauenseuche können ganze Existenzen vernichten. Tollwut und Fuchsbandwurm sind Risikofaktoren für jeden Waldbesucher.

4. Jagd ist menschlich
Die Jagd gehört zur Urgeschichte des Menschen. 99 % unserer Entwicklungszeit lebten wir Menschen von der Jagd. Der menschliche Organismus ist auf das Essen von Fleisch ausgelegt. Noch heute essen 98 % unserer Bevölkerung Fleisch. Jagd ist dabei die Urform, um sich Fleisch zu beschaffen und wie gesagt noch heute die schonendste und nachhaltigste Form, dies zu tun. Jagd ist ein Teil von uns. 

5. Jagd ist Handwerk
Jagd ist Handwerkskunst. Bei weitem erschöpft sich Jagen nicht in dem Totschießen von Tieren. Nur mit dem nötigen Wissen, einiger Erfahrung, etwas Glück und entsprechender Passion gelingt es dem Jäger zum Erfolg zu kommen. Der Wald ist nicht voll mit Tieren - wer gezielt ein Wildschwein erlegen will, muss genau wissen, was er zu tun hat. Das beginnt mit der Auswahl des Platzes für einen Hochsitz und dessen Errichtung. Es geht weiter mit dem Wissen um die Verhaltens- und Lebensweise des Wildes und dem Kennen der rechtlichen Rahmenbedingungen. Es setzt sich fort mit der Erfahrung, wie man einen Ansitz durchführt und was man zu beachten hat. Schließlich muss man seine Waffe sicher bedienen können und in der Lage sein, einen sauberen Schuss anzubringen. Anschliessend muss das Wild gefunden, geborgen und sauber versorgt werden. Erst dann kann man sich daran machen, es nach den Regeln der handwerklichen Kunst zu verwerten, um schließlich sauber abgepacktes und vakuumiertes Wildbret in der Tiefkühltruhe zu haben. Bei alledem hat jeder einzelne Schritt seinen eigenen Reiz, seine eigene Herausforderung, seine eigene Spannung. Jagd als Handwerk hat dabei noch unzählige Facetten: Die Arbeit mit Jagdhunden, die Durchführung von Treibjagden, Lockjagd, Falknerei....

6. Jagd ist Kultur
Ein gewaltiger Teil der Kulturgeschichte des Menschen gründet sich auf seinem jagdlichen Handeln. Urzeitliche Steinmalereien zeugen hiervon ebenso, wie prähistorische Funde von Jagdwerkzeug und ähnlichem. Die Jägersprache gilt als älteste Zunftsprache der Menschheit. Jagdhornmusik erfreut heute bei weitem nicht nur Jäger selbst. Die Jagd ist mir ihrer Kultur ein erhaltenswertes Gut.

7. Jagd ist Naturschutz
Mit der Regulation von Wildbeständen und Biotopverbesserungsmaßnahmen leisten Jäger einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Beutegreifer haben durch die landwirtschaftliche Strukturierung der Flächen, die ihrer Beute fast jede Deckung nimmt, erhebliche Vorteile im Wettstreit der Arten. Populationsregulierende Wildseuchen wie die Tollwut werden von Menschenhand durch Impfungen ausgeschaltet. Die Zahl der Beutegreifer nimmt dadurch immer weiter zu. Bodenbrütern hingegen wird das Überleben schwer gemacht. Durch Bejagung von Beutegreifern und dem Anlegen von Hecken, Teichen und Streuobstwiesen regulieren Jäger einerseits den Bestand an Beutegreifern und verbessern andererseits die Biotope für bedrohte Arten. Nur examplarisch sei insoweit der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz genannt, der in den vergangenen 30 Jahren über 500.000 Bäume und Sträucher zur Biotopverbesserung angepflanzt hat. Jäger verhindern so, dass das "natürliche Gleichgewicht" immer weiter aus dem Ruder läuft.

8. Jagd ist Naturerlebnis
Als Jäger wird man Teil des Geschehens. Man muss sich der Wahrnehmung des Wildes entziehen und sich auf allen seinen Sinnesebenen unsichtbar machen. Wenn das gelingt, bieten sich einem fantastische Naturerlebnisse. Rehe wechseln vertraut auf wenige Meter Entfernung an einem vorbei. Eulen landen auf der Brüstung des Hochsitzes. Man sieht röhrende Hirsche im Morgennebel und brechende Wildschweine im Schnee. Intensiv und am eigenen Leib vollzieht man den Wechsel der Jahreszeiten nach, verfolgt den Wechsel des Lichts, der Stimmungen und der Gerüche im Wald.

9. Jagd ist Abenteuer
Jagd ist eine letzte Bastion Freiheit. In unserer zivilisierten und urbanisierten Welt ist die Jagd ein letztes bisschen Ursprünglichkeit, in der wir die Natur noch in ihrer Schönheit, aber auch in ihrer Härte unmittelbar erleben können. In allen Lebensbereichen haben wir die Natur überlistet und sie uns untertan gemacht. Auf der Jagd müssen wir wieder einen Schritt zurück gehen. Wir als Jäger müssen uns der Natur anpassen und sind den Geschehnissen in Wald und Feld, dem Wetter, dem Wind und den Launen des Wildes ausgeliefert, ohne daran etwas ändern zu können.

10. Jagd ist die Gesamtheit dieser Aspekte
Es wäre fatal, Jagd nur auf einen dieser Punkte zu reduzieren. Manche bedingen einander, andere lassen sich erst gar nicht trennscharf voneinander abgrenzen. In jedem Fall ist es aber das Zusammenspiel dieser Aspekte, welches die Jagd als sinnvolle, notwendige, spannende, vor allem aber interessante und Freude bereitende Tätigkeit erscheinen lässt.

Mehr zum Thema:
  • Warum Jagd? Eine ausführliche Auseinendersetzung mit der Frage, warum Jagd sinnvoll und notwendig erscheint.
  • Warum Jagen? Neben der objektiven Rechtfertigung fragt sich, welche Motivation den Jäger auf die Jagd treibt. Das wird hier beleuchtet.

1 Kommentare:

Cathy hat gesagt…

Ich habe Ihre Gründe bei der AG Jagd veröffentlicht und dort zur Diskussion frei gegeben mit Link zu Ihrer Seite.

http://wiki.piratenpartei.de/AG_Jagd/

Dürfen wir Ihre Originaltexte dorthin zu den einzelnen Gründen 1:1 übernehmen und dann verändern?

Kommentar veröffentlichen