Dienstag, 8. Juni 2010

Manchmal fehlt nur der röhrende Hirsch

Ich liebe Morgenansitze. Meistens kommt man im Revier an, wenn die düstere Nacht noch alles fest umschlungen hält. Minutenweise kann man dann die Veränderungen beobachten, die der erwachende Tag mit sich bringt. Zuerst lassen sich in dem Dunkel, das einen umgibt, erste Konturen erahnen. Langsam verstärken sich die Kontraste. Noch bevor die Alltagsgeräusche die Stille des Waldes durchbrechen, beginnen nach und nach die Vögel zu zwitschern. Erst einzelne, mit langen Pausen. Dann immer mehr, immer munterer. Farben werden wieder sichtbar. Nebelschwaden wallen über den Wiesen auf, die mit silbrig-schimmerndem Tau überzogen sind. Unglaublich, dass die Realität scheinbar teils noch kitschiger sein kann, als schwere Bilder in Öl gemalt. Nur der Hirsch fehlt. Manchmal.
Obwohl: Eher meistens.
Leider.
Obwohl...

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