"Wir Jäger sind nicht die Dienstleister einer ertragsoptimierten Waldwirtschaft, deren vorrangige Aufgabe darin besteht, Wildtiere als Schädlinge zu bekämpfen". Mit diesen Worten wendet sich die Stifung natur+mensch gegen die Forderungen, die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR) und der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) im Rahmen der Studie "Der Wald-Wild-Konflikt" präsentiert wurden. Mit der Gegenkampagne "Ich lass' das Reh im Wald" werden alle Jäger in Deutschland aufgerufen, sich gegen das immer penetranter vorgetragene Dogma "Wald vor Wild" öffentlich zu wehren....
Und das völlig zu Recht. Unter dem Deckmantel ökologischer Scheinheiligkeit wird seit Jahren in immer stärker werdender Intensität der Eindruck erweckt, das gemeine Reh würde in Kürze dem guten, deutschen Wald den letzten Stoß versetzen. Obwohl zwischen 1992 und 2008 die Waldfläche in Deutschland um jährlich 176 Quadratkilometer gewachsen ist, fordern Forstleute und Waldbesitzer seit Jahrzehnten dazu auf, mehr zu schießen, zu schießen und zu schießen. Jagdzeiten werden verlängert. Abschusspläne, die bislang ebenso eine Untergrenze wie eine Obergrenze für den Abschuss bildeten, werden in Mindestabschusspläne umfunktioniert. An der Universität Dresden hat man jüngst Ergebnisse eines durch das thüringische Umweltministerium initiierten "Forschungsprojekts" vorgestellt. Demnach will man nun Schalenwild schon ab dem 1. April bejagen. Die Schonzeit für Rehböcke ab Oktober ist den Reformisten schon lange ein Dorn im Auge. Relativ unverholen wird dieses Vorhaben damit begründet, dass bei gleichlaufender Schonzeit eine effektivere Bejagung des Rehwildes im Herbst möglich sei. Schließlich müsste man dann beim Abschuss nicht mehr zwischen männlichen und weiblichen Stücken unterscheiden, was ab Oktober nach dem Abwerfen des Geweihs der Böcke teilweise einen genaueren Blick erfordert. Damit wäre "endlich" Feuer frei aus allen Rohren auf alles was sich bewegende Rehwild.
Zwar wird dadurch nicht die Existenz des Rehwildes in unseren Wäldern in Frage gestellt. Jagd verkommt so aber immer mehr zu einem bloßen Töten unter der Prämisse Zahl vor Wahl. Ist es nicht diese Herangehensweise, die das Rotwild in unserem Land immer schon lange verarmen lässt? Immerhin: Letzteres nimmt man auch beim Forst wahr. Im Hunsrück ist derweil das Geschrei um den nicht mehr existenten gesunden Altersaufbau des Rotwildbestandes groß. Dort will man nun seitens der Landesforsten auf den Abschuss von Hirschen verzichten. "Verzicht" ist dabei das falsche Wort. Denn nach Jahren des Draufhauens sind schlicht und ergreifend keine alten Hirsche mehr da, die man schießen könnte. Verzicht sieht jedenfalls anders aus. Trotzdem wird dieser als forstliche Großtat ausgekehrt, um gleichzeitig eine drastische Erhöhung des Abschusses bei den weiblichen Stücken zu fordern. Ein Schelm. der böses dabei denkt.
Und all' das unter der Prämisse Wald vor Wild. In der Studie "Der Wald-Wild-Konflikt" wird herausgearbeitet, dass der Wald seinen ökologischen und ökonomischen Zwecken nur dann gerecht werden könne, wenn man in Zukunft "naturnahe Mischwälder" aufbaut. Hierfür seien aber die Wilddichten zu hoch. Aha! Und wem haben wir die kasernierten Fichtenmonokulturen zu verdanken, die so oft in Deutschland prägend sind für die Wälder? Auch dem Reh? Waren es nicht Forstleute und Waldbesitzer, die durch regelmäßiges Aufforsten der Bestände das Entstehen eines gesunden Waldes verhindert haben, weil man ansonsten mit modernem Arbeitgerät nicht so effektiv wirken kann, wie in unter kahlen Baumreihen?
Ganz bewusst haben sich Forstleute und Grundstücksbesitzer großflächig dafür entschieden, den schnell-wachsenden Stangenwüsten den Vorzug gegenüber artenreichen Laubmischwäldern zu geben. Und nun soll das Wild wegen den forstwirtschaftlichen Auswüchse der Vergangenheit Schuld daran sein, dass es in Deutschland zu wenig "naturnahe Mischwälder" gibt. So ein Blödsinn.
Hier geht es nicht um Ökologie und naturnahen Waldbau. Hier geht es um die Absicherung betriebswirtschaftlicher Ziele. Dieses Ansinnen der Grundeigentümer ist prinzipiell legitim. Es steht aber in der geforderten Reichweite im Widerspruch zur Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes.
Die berechtigten Interessen der Grundeigentümer sind zu wahren. Unzweifelhaft ist auch, dass wir Jäger in Deutschland das Rehwild zu großen Teilen falsch bejagen. Trotzdem gibt es keinen Anspruch der Grundeigentümer, vor Wildschäden vollständig verschont zu bleiben. Denn Eigentum verpflichtet, wie wir alle wissen und wie in Artikel 14 des Grundgesetzes nachzulesen ist. Eckhard Fuhr wies kürzlich in einem Artikel treffend auf die Argumentation hin, dass der Einfluss des Wildes auf die Naturverjüngung ebenso natürlich ist, wie die Naturverjüngung selbst.
Das derzeit oft propagierte Dogma "Wald vor Wild" hat damit schlicht und ergreifend keine Grundlage. Wenn überhaupt muss es heissen "Wald und Wild". Beide Positionen sind in einen vernünftigen Ausgleich zu bringen. Davon sind wir aber im Moment weit entfernt, wenn man die laufenden Debatten betrachtet.
Das schlimme daran ist, dass das Wild keine Lobby hat. Außer uns Jäger. Daher ist es unsere Aufgabe, in den aktuellen Diskussionen, die im Hinlick auf die Jagdrechtsnovellen aller Orten in Zukunft aktueller sein werden denn je, klar und öffentlich Stellung zu beziehen. Dies gilt für die Verbände, als auch für den Jäger in seinem privaten Umfeld.
Jagd ist keine Schädlingsbekämpfung. Jagd ist die nachhaltige und schonende Bewirtschaftung des natürlichen Wildvorkommens. Und das muß auch in Zukunft so bleiben.
In diesem Sinne lass' ich das Reh im Wald. Auch wenn Öko-Jäger aufheulen, wenn sie bis hierin überhaupt gelesen haben.
Allzeit Ho! Rüd', Ho!
Weiterführende Beiträge:
- Jagende Jagdgegner - Wie Ministerielle in Bayern die Jagd untergraben
- Pressemitteilung der Stiftung natur+mensch - Das Logo der Kampagne kann als Aufkleber kostenlos bestellt werden
- Der Wald-Wild-Konflikt - eine Stellungnahme auf jagdrechtsblog.de
- Eckhard Fuhr - O schöner, grüner Wald




15 Kommentare:
Sehr schöner Artikel! Genauso fühle ich als Außenstehender, wenn ich mir die Diskussionen über Wald vor Wild betrachte...
Wenn dieser Entwicklung nicht bald Einhalt geboten wird, ist der Jäger bald nur noch staatl. geprüfter Rehwildculler.
Bis es dann halt keine Rehe mehr gibt...
Gruß
Stoner
Freut mich, wenn der Artikel Zustimmung findet. Auch, wenn das nicht überall der Fall sein wird. Aber trotzdem: Gerne weitersagen.
Gruß
Hunsrückwilderer
Albernes Geschwätz. Jeder Euro-Cent für einen solchen masturbatorischen Blödsinn herausgeworfen, fehlt für die wirklich wichtige jagdpolitische Arbeit.
Carcano
Masturbatorischer Blödsinn? Und verwechsele jagdpolitische Arbeit nicht mit forstökonomischer...
Moin an alle!
Ich würde es zwar nicht ganz so drastisch wie einer meiner Vorredner ausdrücken, in einer Sache gebe ich ihm aber völlig Recht: Ziemlich albernes Geschwätz!
Kurz zu mir: Ich bin Förster, verfolge interessiert die derzeitige Diskussion um „Wald vor Wild“ und würde mich als Ökojäger bezeichnen. Im Allgemeinen sind die Argumente in den meisten Jagd(+gegner)blogs ziemlich schwammig, ideologisch und oft auch beleidigend und niveaulos geführt, sodass ich bislang keinerlei Lust verspürte, mal meine Meinung zu äußern. Hier sieht das meist erfreulich anders aus, und auch andere Themen auf dieser Seite werden zumindest sachlich diskutiert.
Zum aktuellen Thema: Ich finde Deine Argumentation oft ziemlich einseitig und nicht zu Ende gedacht. Hinzu kommt gerne auch eine Portion jener Rhetorik, die mit Sachlichkeit wenig zu tun hat. Was sollen denn solche Äußerungen wie „penetrant vorgetragenes Dogma“, „ökologische Scheinheiligkeit“, die ironische Markierung des Wortes „Forschungsprojekt“ usw. usf.? (Das war übrigens allein der erste Absatz!)
Bleiben wir bei den Fakten. Natürlich ist die Waldfläche in den letzten Jahren stetig angewachsen. Das ist auch gut so. Aber im gleichen Zeitraum wachsen doch auf der Fläche die Wildbestände mit. Oder willst Du behaupten, dass sich die Bestände jedes Jahr schwuppsdiwupps auf die gewonnenen Waldflächen verteilen? Das wäre das Ei des Kolumbus, denn so bekämen wir langfristig die überhöhten Wildbestände in den Griff… :o) Apropos Wildbestände. Ich finde es ziemlich merkwürdig, dass sich die Gegner der m.E. längst überfälligen „Wald-vor-Wild“-Kampagne“ eisern den nüchternen Zahlen verschließen. Fakt ist doch, dass in Deutschland nie soviel Wild im Wald lebte wie heute; von den Nachkriegsjahren abgesehen. Fakt ist ebenso, dass sich das Rotwild, die heilige Kuh des deutschen Jägers, entgegen jedem Wehklagen der Jägerschaft derzeitig rasant vermehrt. Vom Rehwild ganz zu schweigen. Dies sollte man doch berücksichtigen, wenn man Waldbesitzer und -bewirtschafter dafür anprangert, dass sie die Wildbestände auf ein erträgliches Maß reduzieren wollen. Du sagst es doch selbst: Es geht um die Erhaltung eines (…) angepassten (…) Wildbestandes. Der derzeitige ist es aber leider nicht. Ein Wildbestand kann doch sehr wohl gesund und artenreich sein, und muß dennoch nicht zwangsläufig den wirtschaftlichen Interessen eines Waldbesitzers entgegenstehen.
Warum wird uns Forstleuten unterstellt, wir wollten das Schalenwild förmlich ausrotten? Hat mal jemand darüber nachgedacht, dass das Thema Jagd für viele Förster ein essentieller Grund für ihre Berufswahl sein könnte? Wir sägen doch nicht am eigenen Ast! Aber es muß doch einem Grundstückseigentümer, egal ob privat oder staatlich, unbenommen sein, wirtschaftlichen Schaden von seinem Eigentum abzuwenden. Es ist wahnwitziger Unsinn, in dem Zusammenhang auf Artikel 14 GG hinzuweisen. Eigentum verpflichtet keinesfalls zur Duldung eines erheblichen wirtschaftlichen Schadens! Und nur darum geht es. Um den erheblichen Schaden. Terminaltriebe wurden schon immer verbissen, und Stangenhölzer schon immer geschält. Nur eben nicht in diesem Ausmaß! Und komischerweise wird bei all dem Gezeter völlig unter den Teppich gekehrt, dass die Wildschadensabwehr kein neues und schon gar kein alleiniges Thema der Waldbesitzer ist. Stichwort Schwarzwild im Feld. Hier scheint es doch der nicht waldbejagenden Jägerschaft seit Jahren völlig normal und legitim, dass man sich im Sommer nächtelang mit den Sauen rumärgert und dass ab und zu auch mal eine falsch oder fahrlässig angesprochene Bache auf der Strecke liegt. Hat der grundbesitzende Landwirt etwa stärkere Rechte oder eine bessere Lobby als der grundbesitzende Forstwirt? Oder geht es am Ende dann doch nur ums Geld? Nämlich um das der Jäger, die der Lage nicht Herr werden und aus eigenem Säckel den Wildschaden berappen müssen. DAS wäre dann scheinheilig!!! Und kein Mensch kann mir erzählen, dass die Abwehr(!) von Sauen im Raps, Mais, Weizen etc. noch unter Romantik und anständiger Jagd verbucht wird. Wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen? In dem Zusammenhang noch ein Wort zum Thema „schnell wachsende Stangenwüsten“: Erstens scheinst Du zu vergessen, dass der Waldbesitzer Primärproduzent des Rohstoffes Holz ist, der letztlich irgendwo produziert sprich angebaut werden muß. Ich verkneif mir mal die Liste der Dinge des täglichen Bedarfes aus Holz. (Nur eines: Die meisten WvW-Gegner haben einen Holzschaft am Drilling, schätz ich mal…) Ich will damit nur sagen, dass die großflächigen Monokulturen heute möglicherweise aus den verschiedensten Gründen nicht mehr zeitgemäß sind, aber aus wirtschaftlichen Gründen zu Zeiten ihrer damaligen Entstehung unumgänglich. Das waren keine „Auswüchse“ sondern eine schlichte Notwendigkeit! Zweitens ist es halt tatsächlich so, dass die angestrebten Mischwälder mit den derzeitigen Wildbeständen nicht erreichbar sind. Da hilft auch das ziemlich unsinnige Jammern nicht, dass das Wild ja für die noch vorhandenen Reinbestände nichts könne. (Heißt das eigentlich im Umkehrschluß, dass falls das Wild was dafür könnte, ich es ohne schlechtes Gewissen reduzieren, äh bejagen dürfte?)
Warum wird uns Forstleuten unterstellt, wir wollten das Schalenwild förmlich ausrotten? Hat mal jemand darüber nachgedacht, dass das Thema Jagd für viele Förster ein essentieller Grund für ihre Berufswahl sein könnte? Wir sägen doch nicht am eigenen Ast! Aber es muß doch einem Grundstückseigentümer, egal ob privat oder staatlich, unbenommen sein, wirtschaftlichen Schaden von seinem Eigentum abzuwenden. Es ist wahnwitziger Unsinn, in dem Zusammenhang auf Artikel 14 GG hinzuweisen. Eigentum verpflichtet keinesfalls zur Duldung eines erheblichen wirtschaftlichen Schadens! Und nur darum geht es. Um den erheblichen Schaden. Terminaltriebe wurden schon immer verbissen, und Stangenhölzer schon immer geschält. Nur eben nicht in diesem Ausmaß! Und komischerweise wird bei all dem Gezeter völlig unter den Teppich gekehrt, dass die Wildschadensabwehr kein neues und schon gar kein alleiniges Thema der Waldbesitzer ist. Stichwort Schwarzwild im Feld. Hier scheint es doch der nicht waldbejagenden Jägerschaft seit Jahren völlig normal und legitim, dass man sich im Sommer nächtelang mit den Sauen rumärgert und dass ab und zu auch mal eine falsch oder fahrlässig angesprochene Bache auf der Strecke liegt. Hat der grundbesitzende Landwirt etwa stärkere Rechte oder eine bessere Lobby als der grundbesitzende Forstwirt? Oder geht es am Ende dann doch nur ums Geld? Nämlich um das der Jäger, die der Lage nicht Herr werden und aus eigenem Säckel den Wildschaden berappen müssen. DAS wäre dann scheinheilig!!! Und kein Mensch kann mir erzählen, dass die Abwehr(!) von Sauen im Raps, Mais, Weizen etc. noch unter Romantik und anständiger Jagd verbucht wird. Wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen? In dem Zusammenhang noch ein Wort zum Thema „schnell wachsende Stangenwüsten“: Erstens scheinst Du zu vergessen, dass der Waldbesitzer Primärproduzent des Rohstoffes Holz ist, der letztlich irgendwo produziert sprich angebaut werden muß. Ich verkneif mir mal die Liste der Dinge des täglichen Bedarfes aus Holz. (Nur eines: Die meisten WvW-Gegner haben einen Holzschaft am Drilling, schätz ich mal…) Ich will damit nur sagen, dass die großflächigen Monokulturen heute möglicherweise aus den verschiedensten Gründen nicht mehr zeitgemäß sind, aber aus wirtschaftlichen Gründen zu Zeiten ihrer damaligen Entstehung unumgänglich. Das waren keine „Auswüchse“ sondern eine schlichte Notwendigkeit! Zweitens ist es halt tatsächlich so, dass die angestrebten Mischwälder mit den derzeitigen Wildbeständen nicht erreichbar sind. Da hilft auch das ziemlich unsinnige Jammern nicht, dass das Wild ja für die noch vorhandenen Reinbestände nichts könne. (Heißt das eigentlich im Umkehrschluß, dass falls das Wild was dafür könnte, ich es ohne schlechtes Gewissen reduzieren, äh bejagen dürfte?)
Noch eine Frage zum Ende: Kannst Du mir bitte ein stichhaltiges Argument nennen, das gegen die achsoverteufelte Bejagung der Böcke im November/Dezember spricht? Bisher kam bei diesem Thema nur Polemik.
Insgesamt verstehe ich nicht, warum sich ein großer Teil der Jägerschaft und auch Du angesichts der WvW-Kampagne dermaßen auf den Schlips getreten fühlt. Kein Mensch wird gezwungen werden, seine Böcke im Winter zu schießen oder seinen Mindestplan überzuerfüllen. Woher dann die Vehemenz?
Gruß
Waldschrat
Noch eine Frage zum Ende: Kannst Du mir bitte ein stichhaltiges Argument nennen, das gegen die achsoverteufelte Bejagung der Böcke im November/Dezember spricht? Bisher kam bei diesem Thema nur Polemik.
Insgesamt verstehe ich nicht, warum sich ein großer Teil der Jägerschaft und auch Du angesichts der WvW-Kampagne dermaßen auf den Schlips getreten fühlt. Kein Mensch wird gezwungen werden, seine Böcke im Winter zu schießen oder seinen Mindestplan überzuerfüllen. Woher dann die Vehemenz?
Gruß
Waldschrat
aaAlso....Da ja nun doch einige hier sind die Ahnung haben dürften mal ein paar Fragen.Wo fängt denn eigenlich ein Schädlicher Verbiss an,1%,10%,20% ich meine jetzt natürlich im Sinne der Ökologie,also einfach gesagt wieviel %Bäume darf son Reh essen bis der Wald von seiner Fläche und von seiner Nutzfunktion her gefährdet ist.
Ach ja warum keine Böcke im Dez. nun ganz einfach um so Leute ganz schnell aus der Jägerschaft rausfiltern zu können die ihr Handwerk nicht beherschen,also solche die nicht in der lage sind männlein und weiblein zu unterscheiden!
Gruss und Waidmannsheil
Jochen
Da
Servus,
das mit dem Verbiss müsste sich doch berechnen lassen.
Punkt 1 der Wald soll sich auf natürlichem Weg erhalten. Wieviele Bäume werden vom Wald "überproduziert".
Punkt 2 das Rehwild nimmt eine bestimmte Menge an Nahrung pro Jahr auf.
Punkt 3 die Menge des Rehwildes, das die überproduzierte Menge Wald aufnimmt, ist die Grenze. Alles was drüber ist ist doch dann zuviel.
Grüße Hangtreiber
@Jochen: Tja, Thema "schädlicher Verbiß": Das ist m.E. eine ganz subjektive Empfindung des einzelnen Flächenbesitzers bzw. -bewirtschafters und damit wahrscheinlich relativ schlecht als allgemeingültige Prozentzahl angebbar. Für den einen fängt die Beeinträchtigung der Nutzfunktion schon bei 1% Verbiß an; der andere findet selbst 99% noch vollkommen im Rahmen. Für mich persönlich ist es dann eine nicht hinnehmbare Gefährdung, wenn ohne Zaun keine Verjüngung ankommt.
Das Argument mit dem Rausfiltern der unfähigen Jäger verstehe ich nicht. Das hieße ja, dass man die unsinnigen Schonzeiten für Böcke im Winter nur dazu aufgestellt hat, um jene Jäger, die nicht männl. von weibl. unterscheiden können, von der Jagd auszuschließen. Und weiter? Heißt das, wenn alle Jäger eine Unterscheidung hinbekämen, bräuchten wir keine Schonzeiten mehr? Klingt irgendwie wirr. Aber wozu brauchen wir sie denn nun?
@Hangtreiber: Das ist bereits berechnet worden.
http://www.sdw-nds.de/index.php?option=com_content&task=view&id=229&itemid=108
@Waldschrat: wenn das schon ausgerechnet muss man sich ja nur nach den Ergebnissen richten. Von daher finde ich es richtig aktiver an die Jagd heranzugehen. Auch die Diskussion über die Zuchtböcke ist doch albern. Wenn der Bock rauskommt, keine Schonzeit hat und die waffenrechtlichen Bestimmungen passen, dann Feuer frei.
Zum Thema Bock zur Herbstzeit: Diese Schonzeit brauchen wir wirklich nicht. Zumal man sich dann dreimal überlegt, ob das tieffliegende Stück Rehwild auf einer Drückjagd beschossen werden soll oder nicht. Und hinterher stellt sich raus, dass es doch kein Bock sondern eine Ricke war und man hat 4 Monate später 2 neue Konzentratselektierer im Revier.
Aber solange es noch die Jäger gibt, die nicht nach waldbiologischen Gesichtspunkten jagen, sondern nach der Masses des Gehörns eines Bockes, solange wird es wohl diese Diskussion geben.
Grüße
Hangtreiber
Moin Hangtreiber!
So sehr ich Dir in der Sache auch zustimme, eine Anmerkung hab ich dann doch: Die "Tiefflieger" sind m.E. nicht unbedingt geeignet, die Forderung nach Verlängerung der Bockjagdzeit nach außen zu untermauern. Wer allerdings sicher trifft: warum nicht? Man sieht sich im Schießkino!
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