Freitag, 11. Juni 2010

Die lila Kuh - Jugendreport Natur 2010

Vielleicht ist es die erhellendste Erkenntnis aus dem jetzt vorgestellten Jugendreport Natur 2010: Das Kinder glauben, Kühe seien lila, ist so nicht richtig. Der einzige Beleg hierfür entstammt einer  Kindergartenaktion aus dem Jahre 1995, bei der eine vorgedruckte Kuhsilhouette von einem Drittel der Kinder lila ausgemalt worden war. 

 Ein daraufhin von Seiten der Universität Marburg gestarteter Versuch, der lila Kuh auf die Spur zu kommen, scheiterte: Nur aus Jux beantworteten ein paar Kinder die Frage nach der Farbe von Kühen mit lila.
 
Trotzdem war dies die Geburtsstunde des Jugendreports Natur, der seither in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Auch wenn die lila Kuh ein Mythos bleibt, offenbaren die Ergebnisse ein doch - nunja - bisweilen lustig, verzerrtes Naturbild...
Es war wohl klar, dass sich die befragten Sechst- und Neuntklässler nicht mit Ruhm bekleckern würden. Die wenigsten Erwachsenen würden das tun. Und so sind die abgegebenen Antworten auf die gestellten 150 Fragen teilweise herrlich skurril. 

Wer hätte geahnt, dass die H-Milch von den speziellen H-Kühen stammen, die bis zu zehn Zitzen haben? Wussten Sie, dass zwischen zwei Vollmondnächten ein ganzes Jahr liegt? Oder das der Nachwuchs vom Rotwild Hirschling genannt wird?

Obiges sind zugegeben nur die kreativsten der abgegebenen Antworten. Und obgleich solchen Antworten ein gewisser Unterhaltungswert innewohnt, haben sie doch einen ernsten Hintergrund. Denn sie offenbaren ein in Teilen nur dürftig ausgeprägtes Naturbewusstsein. So glauben denn auch fast 70% der befragten Kinder und Jugendlichen, dass Jagd und Forstwirtschaft für die Natur schädlich sind. Es dürfte eine Selbstverständlichkeit sein, dass wir es angesichts solcher Zahlen in Zukunft schwer haben werden, unser jagdliches Handeln in einem nachvollziehbaren Kontext darzustellen. Dies zeigt, dass Projekte wie die rollenden Waldschulen, Besuche von Jägern in Schulen zum Erlebnisunterricht oder Veranstaltungen wie Jugendwaldspiele in ihrem Wert gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können.

Allzu schwarz sollten wir aber auch nicht in die Zukunft blicken. Man kann von einem Sechstklässler wohl kaum ein ausgeprägtes Naturverständnis erwarten. Wer sich darüber hinaus die Ergebnisse der Studie anschaut, wird schnell feststellen, dass die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen doch die richtigen Antworten abgegeben haben. Auch dass in dieser Altersklasse der Nachwuchs des Rotwildes als Kitz bezeichnet wird (wobei es aber auch zum "Kid" umgemodelt wurde) finde ich nicht wirklich dramatisch. Manches an Fragen halte ich sogar für absolut nicht relevant. Oder wüssten Sie aus dem Stegreif, aus welchem Material der Dachstuhl des von Ihnen bewohnten Hauses ist? 
Weiterführende Beiträge:



2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/stehgreif.shtml

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Tja...
Danke für den Hinweis, Korrektur ist umgehend erfolgt.

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