Der Naturschutz hat in Deutschland zwischenzeitlich höchste Weihen erreicht. Er ist zum Staatsziel erhoben. Keine Gemeinde in Deutschland kann ohne einen zuvor erstellten Umweltbericht einen Bebauungsplan erlassen. Die Realisierung von wirtschaftsfördernden industriellen Großprojekten scheitert nicht selten an Feldhamstern oder Mopsfledermäusen.
Ohne Zweifel haben wir in der Vergangenheit zu großen Raubbau an unserer Umwelt betrieben. Und ohne Zweifel sind der Schutz von Feldhamster und Mopsfledermaus erstrebenswert - auch wenn die Tragweite bisweilen kritisch gesehen werden kann. Schließlich sind immense wirtschaftliche Verluste die Folge. Trotzdem verzichtet man nicht selten lieber auf Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Wirtschaftskraft.
Immer? Nicht immer! Und ausnahmsweise sind es nicht die Kleinen, deren Interessen wenig geachtet werden. Es geht um die Großen. Die ganz Großen....
Während man sich rührend um Feldhamster kümmert und sorgt, bleibt unsere größte heimische Wildart immer öfter auf der Strecke. Das Rotwild wird zum Waldschädling degradiert und in Bewirtschaftungsräume eingesperrt. Nur: Mit welchem Argument? Wie gezeigt spielen wirtschaftliche Verluste, die unzweifelhaft durch die vom Rotwild verursachten Wildschäden entstehen, in Fragen des Umwelt- und Naturschutzes sonst auch eine untergeordnete Rolle. 2010 ist das Jahr der Artenvielfalt. Diese endet aber nicht bei der Mopsfledermaus.
Durch die Bank wird die Wiederkehr des Wolfes unter den Gesichtspunkten von Artenvielfalt und der Rückkehr einst heimischer Arten befürwortet. Gerade beim Wolf werden wirtschaftliche Verluste der Viehzüchter, deren Rinder und Schafe gerissen werden, durch Ausgleichszahlungen kompensiert oder aber in Kauf genommen.
Das Rotwild hingegen bleibt Waldschädling. Dabei hat die Forderung nach einer Rückkehr von Auerochsen und Elchen in Deutschlands Wiesen und Wäldern, die angesichts oben angeführter Argumentation durchaus konsequent wäre, noch gar niemand erhoben.
Es bleibt der Verdienst von Deutschem Jagdschutzverband und vor allem der Deutschen Wildtierstiftung, auf den nachlässigen Umgang mit dem Rotwild hinzuweisen. Dieser ist auch Gegenstand des 5. Rotwildsymposiums ab dem 1. Dezember 2010 in München. Das Symposium findet in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesjagdverband statt und wird im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum abgehalten. Ob es zu fruchtbaren Ergebnissen führt, bleibt abzuwarten.
Weiterführendes:
- DJV gegen Wald vor Wild
- 2010 - Das Jahr der Biodiversität
- Das 5. Rotwildsymposium 2010
- Die Deutsche Wildtierstiftung




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