Erst kürzlich hatte ich hier die K
arg- heit des Hunsrücks angesprochen. Die Tatsache, dass bei uns die Natur in ihrer Entwicklung immer ein wenig nachhängt, ist sonst ein kleiner Wermutstropfen. Jetzt zur Zeit der ersten Mahd ist es ein Segen: Die wenigstens Geißen haben schon ihre Kitze gesetzt. Zudem sind die Wiesen teilweise nicht einmal knöchelhoch und damit ohnehin als sicherer Ruheplatz ungeeignet. Trotzdem lässt man sich nicht bitten, wenn schon ein Bauer den Telefonhörer in die Hand nimmt.
arg- heit des Hunsrücks angesprochen. Die Tatsache, dass bei uns die Natur in ihrer Entwicklung immer ein wenig nachhängt, ist sonst ein kleiner Wermutstropfen. Jetzt zur Zeit der ersten Mahd ist es ein Segen: Die wenigstens Geißen haben schon ihre Kitze gesetzt. Zudem sind die Wiesen teilweise nicht einmal knöchelhoch und damit ohnehin als sicherer Ruheplatz ungeeignet. Trotzdem lässt man sich nicht bitten, wenn schon ein Bauer den Telefonhörer in die Hand nimmt.Die Kardinalfrage: Was kann man effektiv tun, um den Mähtod der Rehkitze zu verhindern? Möglichkeiten gibt es viele: Wildscheuchen, Vergrämungsmittel, Durchstreifen, den Hund suchen lassen, Leuchten, akustische Störungen etc. . Wie so häufig düfte dabei das Motto gelten: Viel hilft viel. Am besten also, man macht alles. Nur kann das in purer Sisyphos-Arbeit ausarten, bei Kilometern Wiese am Waldrand. Was also tun?
Naja: Hauptsache irgendwas! Die Methode schlechthin hat glaube ich noch niemand gefunden. Gerade erst im Gespräch mit einem Bauern hat der mir erzählt, dass er letztes Jahr ein Rehkitz direkt neben einem mit Luftballons geschmückten und mit Vergrämungsmittel behandelten Weidezaun gefunden hat. Es geht also weniger darum was man macht, sondern das man es wenigstens versucht.
Ich habe dieses Jahr am Tag vor dem Mähen Wildscheuchen aufgestellt. Dazu habe ich in ca. 30 Meter Entfernung zum Waldrand alle 70 Schritte einen Weidezaunpfahl aus Plastik aufgestellt. Daran habe ich eine Plastiktüte gehängt, die ich zusätzlich mit einigen Spritzern Vergrämungsmittel behandelt habe. Ergänzt wurde die Maßnahme mit ein bis zwei blinkenden Baustellen-lampen pro Wiese.Am nächsten Tag wurde dann unmittelbar vor dem Mähen noch mit dem Hund in der Wiese nach Rehkitzen gesucht.
Mir ist jedenfalls nicht zu Ohren gekommen, dass ein Kitz ausgemäht wurde. Ob das nun auf die Vergrämungsmaßnahmen oder auf Glück zurückzuführen ist, oder ob am Ende nicht doch etwas passiert ist, ohne dass man es uns gesagt hat, weiß ich natürlich nicht. Ich würde mich jedenfalls freuen, auf den beackerten Wiesen ein paar Kitze springen zu sehen. Mal schauen.



4 Kommentare:
Bei uns sind die klimatischen Verhältnisse nahezu identisch, die erste Mahd ist gelaufen, die meisten Ricken haben noch nicht gesetzt. Bei der Kitzrettung haben wir in den letzten Jahren die örtliche Schule mit eingebunden. Die Kinder waren mit Freude bei der Sache, es wurden viele Kitze gerettet und dem Image der Jägerschaft hat es sehr genützt.
Das mit der Schule hört sich interessant an. Allerdings stelle ich mir das schwierig mit der Organisation vor. Dieses Jahr kam der Anruf zwei Tage vorher. Gemäht wurde sonntags. Aber wenn man es realisieren kann: Prima!
Der ganze Trick bei den Vergrämungsmitteln besteht doch wohl darin, sie erst KURZ vor der Maht anzuwenden, etwa am Vorabend, da sich die Ricken an diese "Fremdkörper" in der Kinderstube sehr schnell gewöhnen.
Mit dem Hund durch eine hohe Wiese zu gehen dürfte wenig bringen, da die frisch gesetzten Kitze wohl keine Witterung verströmen und sie daher auch die feine Hundenase daher nicht findet.
Die Idee, die Schüler der Dorfschule mit einzubinden ist super, da jeder davon profitiert:
1. Für die Kiddies ein tolles Abenteuer.
2. Der Pädagoge hat die Möglichkeit, mal eine richtig spannende Biologiestunde zu gestalten.
3. Der Jäger dürfte danach mit seinem Status als aktiver Schützer der Natur wenig Probleme haben, denn so eine Aktion spricht sich rum.
Richtig. Das man erst kurz vor der Mahd aktiv wird, ist sehr entscheidend.
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