Dienstag, 9. März 2010

Wolf weiter auf dem Vormarsch

Ist es tatsächlich so? Jedenfalls scheint sich der Wolf mit anfangs nicht erwarteter Geschwindigkeit seinen alten Lebensraum zurückzuerobern. Erst um die Jahrtausendwende wurden die ersten Wölfe wieder als Dauerbewohner östlicher Truppenübungsplätze nachgewiesen. Und mittlerweile sind diejenigen Bundesländer ohne Wolfsnachweise schon nicht mehr in der Mehrheit. In Sachsen und Brandenburg leben mittlerweile Wolfsrudel und Wolfspaare. In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Hessen werden regelmäßig Wolfsspuren nachgewiesen. In Schleswig-Holstein wurde 2007 ein Wolf überfahren.

In diese Liste reihen sich nun zwei weitere Bundesländer ein. Innerhalb kürzester Zeit konnte die Anwesenheit von Wölfen sowohl in Bayern, als auch in Nordrhein-Westfalen bestätigt werden.

Von Hunsrückwilderer


Der Nachweis in Nordrhein-Westfalen wurde durch eine DNA-Analyse von Tierhaaren erbracht, die im Dezember an einem gerissenen Schaf hafteten. Man glaubt zwar nur an einemn Kurzbesuch eines Wolfes aus dem hessischen Reinhardtswald. Trotzdem ist diese Meldung geradezu spektakulär. Ein Wolf in Nordrhein-Westfalen! Wer hätte damit vor wenigen Jahren gerechnet? Das Auftauchen in Nordrhein-Westfalen wird dabei auch die Diskussion um die tatsächliche Anzahl der mittlerweile in Deutschland lebenden Wölfe befeuern. Die schnelle Westwanderung könnte darauf schließen lassen, dass es in Wahrheit mehr Wölfe in den östlichen Lebensräumen gibt, als bis dato angenommen.

Im Landkreis Rosenheim in Bayern konnte Wolfs-DNA an einem gerissenen Stück Rotwild bestätigt werden. Das weitere Risse auf das Konto des Wolfes gehen, wird vermutet. Die Untersuchungsergebnisse lassen aber noch auf sich warten. Der Nachweis eines Wolfes in bayern ist zwar keine absolute Neuigkeit. Es ist aber immerhin der erste Nachweis seit vier Jahren.

Der westliche Hunsrück scheint ja noch weit entfernt, so dass ich vorerst nicht mit dem Auftauchen eines Wolfes in den heimischen Gefilden rechne. Andererseits kann es schneller gehen, als man denkt.

Der Wolf. Er wird mich und andere Jäger weiter beschäftigen.


6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der Wolf, eine Fazinierende Art aber wo bitte soll er denn in Deutschland Artgerecht leben!
Deutschland hat eine Fläche von ca. 357.000 Quadratkilometern,eine Einwohnerzahl von rund 82 Millionen ,was einem Wert von 229 Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt! Ein Wolfsrudel beansprucht eine Reviergrösse von 60-200 Quadratkilometern!Vergleichen wir nun mal klassische Wolfsländer wie Polen,Rumänien oder gar Schweden so werden wir feststellen das hier die Einwohnerzahl pro Quadratkilometer wesentlich geringer ist ( zwischen 93,7-122) hinzu kommt noch das Deutschland wesentlich zersiedelter ist als diese Länder.Da selbst in Rumänien mit der geringsten Bevölkerungsdichte,es gang und gäbe ist das wölfe des Nachts in die Städte kommen.Kann sich jeder vorstellen wie es bei einer selbst nur Einviertel mal so hohen Wolfsdichte in Deutschland aussähe! Mir liegt es fern jetzt hier irgentwelche Märchen wie Rotkäppchen und der böse Wolf ins spiel zu bringen . Der Wolf ansich ist sicherlich keine grosse Gefahr für den Menschen, was mich aber stört ist das es keinerlei Managmentpläne für ihn gibt. Zumindestens keine die Stichhaltig wären!

Welche gefahren gehen vom Wolf aus.
Zum einen eben die Gefahren bezüglich des Nutzviehes. Es wird unvermeidbar zu vermehrten Rissen von vieh kommen! Dann wird der Wolf sich Tagsüber hauptsächlich im Wald Aufhalten was zur folge haben wird des der Wildschaden im Feld unkalkulierbar steigen wird!Zum dritten werden wir damit leben müssem, das bestimmte Wildarten dem Wolf nicht gewachsen sein werden,hier wird es teilweise zum erlöschen grade von Muffelwild,Damwild und auch kleineren isolierten Rotwildpopulationen kommen! Man stelle sich mal vor der Wolf würde sich zb. im Duvenstetter Brook etablieren,dann wäre es wohl nur eine Frage der Zeit bis es dort kein Rotwild mehr gäbe! Also gilt es hier die Frage zu stellen,ob wir und damit meine ich die gesamtheit der Bevölkerung bereit ist dies alles in Kauf zu nehmen!

Wer jetzt der Meinung ist das hier ein Jäger nen lästigen Mitkonkurenten ausschalten will, der irrt vollkommen! Ich bin absolut dagen welche Schäden ein Wolf auch anrichten mag dieses zu töten,aber es gibt nunmal wesentlich bessere Biotope für ihn als Unsere Kulturlandschaft!Und trotz Wolf gäbe es auch immer noch genug zu jagen!

Gruss und Waidmannsheil

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Die Bedenken sind treffend formuliert. Nur denke ich, dass man damit derzeit kein Gehör finden wird. Wolfkritik gilt als politisch nicht korrekt. Leider. Denn nur eine offene Diskussion könnte die Akzeptanz auf Dauer gewährleisten.

Beste Grüße zurück!

Anonym hat gesagt…

Da hast du sicherlich recht. Aber!
Stell dir doch mal folgendes vor.

Du bist Pächter eines Reviers mit einem Relativ hohen berechtigten Rehwildabschuss!Der Wildschaden den du laut Pachtvertrag übernommen hast lag immer so bei rund 2000 Euro im Jahr!

Jetzt kommt der Wolf!

1.Aufgrund der Tatsache das durch den Wolf bedingt das Rehwild immer heimlicher wird bist du nicht mehr in der Lage den Abschussplan nur annähernd zu erfüllen! Gibt ärger mit der UJB.

2. Aufgrund der Tatsache das sich das Wild auch die Sauen in die Feldflur zurückziehen. Steigt dein Wildschaden ins unermessliche! Glaubst du dann etwa die Jagdgenossen sagen ,ne wir verstehen das mit dem Wolf .Gib uns mal nur die 2000 wie immer den Rest übernehmen wir!!

3.Zu all der Unruhe im Revier kommen dann unter umständen noch div.Wildbiologen oder gar der Nabu der mit Kindern bei dir Wölfe schauen will!

Endeffekt ist.

Du zahlst teures Geld für dein Revier,hast vieleicht noch die möglichkeit einen drittel deines Abschusses zu tätigen,wofür du aber einen gewaltigen Mehraufwand benötigst!Der Wildschaden steigt und raus aus dem Pachtvertrag kommste auch nicht so einfach,denn der Wolf ist Rechtlich gesehen kein Grund zur Pachtminderung oder gar zur vorzeitigen Kündigung des Pachtverhältnisses!Denn die Jagdgenossenschaft weiss ganz genau das Sie nach dir dieses Revier nie wieder gut verpachten kann!

Du siehst für den Pächter kann der Wolf unter umständen Existenzbedrohende auswirkungen haben.Ebenso was den Wildschaden angeht auf längere sicht gesehen für den einen oder anderen Landwirt!

Gruss

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Negative Auswirkungen auf die Jagd sind wohl unbestritten. Ich sehe die Argumente aber in einem etwas anderen Licht.

1. Der Abschuss würde bei Wolfsvorkommen ja entsprechend reduziert.

2. Das Sauen vermehrt im Feld unterwegs wären, ist wohl richtig. Dort sind sie aber auch einfacher zu bejagen. Der Wildschaden ist aber in der Tat ein Problem.

Letztlich entstehen die Probleme ja aber nicht über Nacht, sondern sind Teil einer Entwicklung. Dementsprechend werden auch sich Pachtpreise und Wildschadensregelungen ändern. Dabei glaube ich, dass beim Auftreten des Wolfes und von Dir beschriebener Auswirkungen sehr wohl juristische Handhabe gegeben ist. Das klingt förmlich nach einem Schulfall des Wegfalls der Geschäftsgrundlage, der zur Änderung des Vertrages oder aber zu dessen Kündigung berechtigen kann.

Anonym hat gesagt…

Sicher würde der Abschuss im laufe der Zeit entsprechend reduziert.Aber eben im Laufe der Zeit.Und ist der Wolf dort erstmal zum häufigen Gast geworden hast du zumindestens erstmal für 1-2 Jahre das Problem!

Das die Sauen im Feld einfacher zu bejagen sind mag bei dir im Hunsrück ja durchaus der Fall sein,aber was ist in div. Revieren in Brandenburg,Mac Pomm,und Sachsen Anhalt wo Maisschläge von 20-70ha keine seltenheit sind.Ich kenne Reviere da sieht die Sache so aus Mais 30ha.Raps 20ha,Wald!Da kannste machen was du willst du bekommst nochnichtmal nen Bruchteil der Sauen die da stecken,selbst mit spitzen Hunden ist das relativ unmöglich!

Sicher werden sich Pachtpreise angleichen aber erst wenn die Aktuelle Pachtperiode vorüber ist! Wenn du pecht hast musste den Mist noch 5-6 Jahre Bezahlen.

Und glaube mir eine Pachtminderung,ein erlass des Wildschadens oder gar eine Vorzeitige auflösung des Pachtvertrages sind aufgrund eines Wolfsvorkommens unrealistisch! Wild ist Herrenlos ,das gilt auch für den Wolf. Desweiteren steht in jedem Pachtvertrag das die Jagdgenossenschaft nicht für die Güte und Anzahl des Wildes verantwortlich gemacht werden kann! Wenn du schon keine Chance hast eine Pachtminderung aufgrund ansteigender menschlicher Störungen zu erreichen ,hast du bei Wolf erstrecht keine Chance!

Die einzige Chance hier ist das es vorab einen Managmentplan für den Wolf gibt der all diese sachen im Vorfeld regel würde! Der ist aber weder geplant noch gewollt!Denn auch die Leute die den olf mit allen erdenklichen Mittel wieder in Deutschland heimisch machen wollen wissen ganz genau das dieses Projekt dann nicht mehr Bezahlbar sein würde!

Gruss

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Tja. Da haben wir unterschiedliche Sichtweisen. Letztlich müssen wir abwarten, in welche Richtung sich das ganze entwickelt.

Managementpläne wären mit Sicherheit nicht das schlechteste. Allerdings dürften diese oft das papier nicht wert sein, auf dem sie stehen.

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