Mittwoch, 17. Februar 2010

Wildtierfütterung Teil 4: Das Umfrageergebnis

Im Nachgang zur Beitragsserie über Wildtierfütterung hatte ich zur Teilnahme an einer kleinen Umfrage aufgerufen, bei der die Leser von hunsrueckwilderer.de Ihre Meinung zum Thema Fütterung kundtun konnten.

103 Leser haben teilgenommen - dafür herzlichen Dank. Zwar ist die Umfrage damit keinesfalls repräsentativ. Trotzdem verschafft sie denke ich einen guten kleinen Einblick über das Meinungsbild. Klar ist, dass auch dieses Meinungsbild nur an der Oberfläche dessen kratzt, was an vielschichtigen Überlegungen in dieses Thema einfließt.

Die Umfrage ist doch gravierend anders ausgefallen, als ich es gedacht hatte. Ich selber habe für die Variante "Füttern nur in wirklichen Notzeiten und unter strengen Auflagen" gestimmt. Persönlich erwartet hatte ich, dass sich die Mehrheit für ein "Füttern in wirklichen Notzeiten" ausspricht. Diese Option nimmt zwar den zweiten Platz ein, erhielt aber nur knapp ein Fünftel der Stimmen.

Doppelt so viele Teilnehmer sprachen sich hingegen dafür aus, ohne Rücksicht auf die konkrete Wetterlage in den ganzen Wintermonaten zu füttern. Satte 45%. Ein klares Votum. In der Tat gibt es ein gutes Argument für diese Variante. Hier wird nämlich das Wild frühzeitig an die Fütterung gewöhnt, was nicht zuletzt für Verdauung und Stoffwechsel immens wichtig sein kann. Das habe ich in den letzten Tagen dazu gelernt. Spricht da also am Ende große Fachkunde aus den gegebenen Antworten? Schade, dass man aus den Antworten allein nicht auf die Begründung schließen kann. Vielleicht spielt auch der intensive Winter eine Rolle, weil mittlerweile doch von vielen Seiten Rufe nach Fütterungen laut werden.

Immerhin 14% sprachen sich für eine uneingeschränkt Fütterung aus. Eine sehr hohe Zahl wie ich finde. Die Begründung für diese Sicht würde mich auch interessieren. Ich halte diese Sichtweise nämlich für wenig plausibel.

Fast erwartungsgemäß belegen die "Hardcore-Fütterungsverweigerer" einen abgeschlagenen letzten Platz. Diesen Standpunkt haben dann die Ökojäger doch relativ exklusiv - auch wenn die Diskussionen überall im Gange sind.

Ich fand das eine gelungene Sache. Hat Spaß gemacht. Vielleicht installiere ich hier etwas wie die Umfrage der Woche. Mal sehen. Anregungen dafür werden gerne entgegen genommen.


4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich glaube, das Ergebnis zeigt, dass es den Leuten reicht überall gegängelt und bevormundet zu werden. Jeder will für sich und sein Revier so entscheiden ,wie er es für richtig hält. Zumal die äußeren Gegebenheiten überall anders sind. Bei uns im Sauerland muss sicher anders gefüttert werden als zum Beispiel im Münsterland.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Das ist mit Sicherheit ein wichtiger Aspekt, den ich unter "Freiheitsgesichtspunkten" auch gut nachvollziehen kann. Aber: Ist es wirklich praktikabel? Ist nicht doch Missbrauch zu befürchten?

Anonym hat gesagt…

Selbstverständlich ist Missbrauch zu befürchten, ich bin sicher das jeder von uns Reviere kennt wo es fütterungstechnisch nicht mit rechten Dingen zu geht. Allerdings werden sich diese Leute auch von Verboten nicht beeindrucken lassen. Meiner Meinung nach ist Überreglementierung eine der schlimmsten deutschen Untugenden.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Da ist dann auch wieder was dran.

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