Donnerstag, 18. Februar 2010

Lug und Trug: Jagdvergehen nur Schall und Rauch

Jagdgegner weisen allzu gerne auf Vergehen durch Jäger hin. Das Internet ist voll mit entsprechenden Berichten und Bildern. Vieles davon klingt schauerlich. Manches sieht erschreckend aus.

Ohne Frage: Auch unter den Jägern gibt es schwarze Schafe. Das man indes bei weitem nicht alles leichtfertig glauben sollte, zeigt nun ein Fall aus Österreich. Ende November berichtete die Zeitung "Die Krone" auf ihrem Internetportal von einem empörten Peter W. Der 49-Jährige erzählte von einem idyllischen Herbstspaziergang mit Freunden und Familie. Auch sein Hund "Sammi" war dabei. Plötzlich habe ein erbärmliches Winseln die Idylle zerrissen. Nur wenige Meter neben dem Weg sei der Hund in ein Fangeisen geraten. Mit gemeinsamen Kräften hätte man ihn befreien und vor dem Ersticken bewahren können. Peter W. erstattete Anzeige.

Im Internet wurde der Fall in allen einschlägigen Diskussionsforen und Jagdgegner-Portalen breitgetreten und in bekannter Manier nach Abschaffung der Jagd gerufen.

Nun stellt sich heraus: Die ganze Geschichte ist erstunken und erlogen. Offensichtlich aus jagdfeindlicher Gesinnung hat der Anzeigensteller nicht nur die Geschichte erfunden, sondern auch "Beweisfotos" gefälscht. Nun wird ermittelt. Gegen ihn.

Mit Sicherheit ist das ein Einzelfall. Wer sich aber offen und hämisch über den Tod von Menschen freuen kann, schreckt vor Verleumdungen und Fälschungen wie in diesem Fall erst recht nicht zurück. Man sollte also nicht alles im Internet unbesehen glauben. Erst recht nicht, wenn es von Jagdgegnern stammt.


6 Kommentare:

Christoph hat gesagt…

Hallo!

Wenn wir grad bei Lug und Trug sind:

http://www.youtube.com/watch?v=-Ls-m1kDwVY

In diesem Youtube-Video wird eine Jägerin auf dem Hochsitz gefilmt und gefragt, was sie empfindet, wenn sie schießt (bei 1:33). Sie beantwortet diese Frage ohne zu zögern mit "Machtgefühlen". Doch irgendwie sagt mir meine Menschenkenntnis, dass diese Reaktion nicht echt ist. Denn erstens sagt diese Frau genau das, was Jagdgegner immer propagieren (es ist ein Film von Jagdgegnern). Und zweitens kommt mir die prompte Antwort sehr einstudiert vor. Eine Schauspielerin, wenn ihr mich fragt.

Ich bin weder Jagdgegner, noch Befürworter. Im Film wird alles so zurechtgebogen, dass es zu den Argumenten der Jagdgegner passt. Nicht objektiv und nicht überzeugend.

Gruß!

C.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Hallo Christoph,

das Video kenne ich - ich habe es damals sogar live im Fernsehen und mir hatte es seinerzeit schon die Sprache verschlagen.

In der Tat mutet die Antwort der Frau mehr als befremdlich an. Machtgefühle....?

Das diese Antwort so platt ins Argumentationsgefüge der passt, macht einen irgendiwe stutzig.

Man kann der Jagd ja durchaus kritisch gegenüber stehen. Dass ein so schlecht recherchierter und einseitiger Beitrag seinen Weg ins öffentlich-rechtliche Fernsehen findet, macht mich persönlich betroffen. Was soll man dann noch von der Qualität der Journaille halten - vor allem in Themenbereichen, in denen man selbst eher unbedarft ist.

Gruß zurück!

Anonym hat gesagt…

Hallo, bin durch zufall auf diesen bolg gekommen und sehr froh darüber. in den vielen Artikeln steht absolut richtiges, was die jagd betrifft. aber machen wir es den gegnern der jagd oft nicht zu einfach??? wenn ich sehe, was gerade bei drückjagdten dem wild angeboten wird, hat dies mit der vor jahrzehnten gelernten jagd nichts mehr zu tun. ich denke das umgehen mit den jagdgegnern ist das eine und für die öffentlichkeit auch wichtig, aber die erziehung zu wirklichen jäger unter uns ist das andere. leider wird die ausübung der jagd immer mehr eine frage des geldes und damit schwindet parallel das eigentliche weidwerk. die gefahr, dass wir jagdgegner ansatz bieten ist oft bei dem derzeitigen stand der ausübung sehr groß.
die jagd hat viel mit verantwortung gegenüber dem wild zu tun, sie ist eine tätigkeit der nachhaltigkeit, die man eigentlich nicht mit geld kaufen kann. das es jäger gibt die dies kennen und berücksichtigen,ist beweis dieses blog. ich habe die hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die jagd wieder den stellenwert in der bevölkerung erhält, welchen sie hatte.

weidmannsheil
thomas

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Hallo Thomas,

ich finde gegen Drückjagden mit besonnenen und ruhigen Jägern ist wenig einzuwenden. Da denke ich gibt es ganz andere Punkte, die das Ansehen der Jägerschaft wesentlich mehr beschädigen. Der Haustierabschuss ist ein solcher.

Ausserdem glaube ich kaum, dass man den Jagdggegnern wirkliche Angriffsflächen mit dem Thema Drückjagd bietet. In deren Argumentation spielen Gesellschaftsjagden nur eine untergeordnete Rolle. Ausserdem sind Jagdgegner eben in aller Regel konsequent gegen alle Formen der Jagd.

Ich weiß auch nicht, ob das schwindende Ansehen nicht mit anderen Faktoren zusammenhängt. Wir erleben eine zusehende Entfremdung der Menschen von den Ursprüngen des Lebens. Das Verständnis für natürliche Zusammenhänge schrumpft. Dem kann man nur mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit begegnen. Das haben wir bisher leider konsequent verschlafen. Die Jagd muss raus aus dem dunklen, stillen Wald hinein in die Medien, die Städte, die Köpfe der Leute. Objektiv betrachtet: Wir haben doch nichts zu verstecken!

Anonsten Danke für das Lob. Freut mich, dass meine Ausführungen bei Dir Anklang finden. In diesem Sinne: Wiederkommen und Weitersagen (Links)!

Beste Grüße und Waidmannsheil

H.

Anonym hat gesagt…

hallo,
was ich meinte sind solche situationen, dass die angereisten jäger sofort als modell in jedem jagdkatalog erscheinen könnten, aber nicht einmal ein weidmesser besitzen.(ist ja auch besser, brauch man nicht die rote arbeit selbst zu machen). das oft ein verhältniss von 8-10 schuss pro erlegtem wild das normale ist und beim abholen durch den ansteller, lieber das angeschweiste stück verheimlicht wird, damit man rechtzeitig beim schüsseltreiben erscheint und über seine jagd prahlen kann. dies geschieht, wenn die jagd aus komerziellen gründen betrieben wird und bei der auswahl der jäger nur das kriterium, ob er bereit ist die standgebühr zu zahlen, zählt.
hubertus sei dank, ist das nicht die regel, aber wir müssen diese tendenz dazu bereinigen. ich kannte noch zeiten, da brauchte man sich nicht zu schämen, wenn man in der grünen tracht durch das dorf gegangen ist. wir sollten in den eigenen reihen mehr auf solche dinge achten.

weidmannsheil
thomas

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Da hast Du sicherlich Recht. Es stimmt wahrscheinlich auch, dass die von Dir angesprochenen Probleme vornehmlich bei Bezahljagden auftreten. Deswegen gehe ich nicht auf solche.

Aber: Das ganze hat mir dem Thema Drückjagd nur am Rande zu tun. Denn schuld sind die entsprechenden Jagdscheininhaber. Wie ich bereits schrieb: Gegen eine Drückjag mit ruhigen und besonnenen Schützen, ist in meinen Augen nichts einzuwenden.

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