Was um alles in der Welt treibt einen Menschen dazu, sich stundenlang in den Wald zu verkriechen, um womöglich am Ende ein Tier zu töten. Wie um alles in der Welt, kann man an so etwas Freude empfinden?
Über die Gründe, warum die Jagd als solche notwendig ist, habe ich schon
hier einiges geschrieben. Es gibt in diesem Zusammenhang aber noch eine weitere Frage, die zwar eng mit diesem Thema verwandt ist, aber doch einen elementaren Unterschied
aufweist. Geht es in dem einen Fall um die objektive Notwendigkeit und Rechtfertigung der Jagd, so dreht es sich im anderen Fall um die subjektive Motivation des Jägers für sein Handeln.
So einfach die Frage hiernach gestellt ist, so schwer ist sie am Ende zu beantworten. Wie soll man einem
Aussenstehenden die dahinter liegende Faszination näherbringen? Zunächst einmal ist das eine Problematik, die sich wohl jedem stellt, der passioniert einer Tätigkeit nachgeht. Ich beispielsweise habe meine Probleme, den Reiz des
Briefmarkensammelns, Flugzeug-
Spottings oder
Fallschirmsspringens zu verstehen. Wenn ich auf dem Hochsitz sitze, sehe ich zu
Hauf Leute, die auf dem Fahrrad,
joggend oder
walkend, zum Teil durch die Zuhilfenahme von Skistöcken (obwohl gar kein Schnee liegt) durch den Wald hetzen. Jedesmal denke ich mir: "Was treibt sie dazu?" Und kaum habe ich es gesagt, da fällt mir auch schon auf, dass ich ja eigentlich keinen Deut besser bin.
Moralische VerantwortungEin weiteres Problem besteht darin, dass man als Jäger das Gefühl hat, sich in einem höherem Maße für sein Interesse rechtfertigen zu müssen. Vielleicht entspricht das sogar den Tatsachen, bzw. dem moralischen Anspruch des heutigen Zeitgeistes. Während
Nordic-
Walker,
Jogger, Radler, Fallschirmspringer, Flugzeug-
Spotter und Briefmarkensammler nämlich niemandem weh tun, ist es gerade das finale Element der Jagd, ein Tier zu töten. Im Gegensatz zu sonstigen Freizeitbeschäftigungen tritt der Jäger also durch sein Handeln aus seiner eigenen Sphäre hinaus und greift in die
Lebensspähre eines Tieres massiv ein. Sein Tun hat weitreichende Konsequenzen und das Ergebnis, der Tod eines Tieres, lässt zunächst keinen Menschen kalt. Auch den Jäger selbst nicht.
"Mordlust"Seitens der Tierschützer und Jagdgegner wird uns Jägern als Motivation immer wieder "Mordlust" angedichtet. Trifft es das? Um das definitiv zu beantworten, müsste man darüber diskutieren, was genau mit "Mordlust" gemeint ist. Denn natürlich geht es im Endeffekt darum, Wild zu erlegen. Wenn man dies mit dem Begriff "Mordlust" umschreibt, dann schwingt hierbei allerdings automatisch eine negative Wertung mit. Verwendet man diesen Begriff, dann wird damit der Eindruck erweckt, dass nur das im Blutrausch niedergeschossene Tier dem Jäger die Erfüllung bringt, nach der er sucht. "Mord" und "Lust". Genau dieser Eindruck soll natürlich durch die Verwendung solcher
Begrifflichkeiten auch geweckt werden. Leider zeugt dies einmal mehr von der elementaren Unkenntnis, die oftmals die Diskussionen um das Für und Wider der Jagd beherrscht.
Ginge es nämlich nur um diesen einen Punkt, dann wäre die Jagd für viele Jäger eine mehr als nur frustrierende Angelegenheit. Und kaum einer würde sich ein Leben lang passioniert der Jagd hingeben. So ist es nämlich Sinn, Ziel und Zweck der Jagd, Wild zu erlegen und dennoch füllt genau dies nur einen Bruchteil der Zeit aus, die man insgesamt auf das Jagen verwendet. Unzählige Stunden im Revier vergehen, dutzende
Ansitze werden unternommen, bis es schlussendlich zum Schuss kommt. Wer hier seine Erfüllung rein um des
Tötens Willen suchen würde, wäre völlig
fehl am Platz.
Was ist es aber dann?
Jagd als Naturerlebnis und AusgleichZum einen ist Jagd ein intensives Naturerlebnis. Die Intensität erklärt sich daraus, dass man als "normaler" Waldbesucher eben stets Besucher bleibt. Als Jäger hingegen wird man Teil dieses Systems. Es ist zwingend notwendig, dass man als Jäger eins wird mit seinem Umfeld - auch optisch und akustisch. Nur wenn man vom Wild nicht bemerkt wird, hat man eine Chance, zum Jagderfolg zu kommen. Daher muss man mit seinem Umfeld verschmelzen, wenn man
draußen ist.
Leise sein! Kein Rascheln von sich geben... Man hört Vögel, man hört und spürt den Wind, atmet die Waldluft ein - Knispern und Zwitschern unter dem Hochsitz verrät Mäuse und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, auch von links ein Geräusch wahrzunehmen. War da was? Nein doch nicht.. Oder? Das leise Rascheln der eigenen Jacke beginnt zu stören. Im rechten Augenwinkel nimmt man plötzlich eine Bewegung wahr! Was war das? Ein kurzer Moment der Aufregung, ein Blick: Es war ein Mäusebussard, der auf die Wiese geflogen kam. 20 Meter sitzt er vor einem - nichts zum Jagen, aber ein fantastischer Anblick.
Vor wenigen Wochen saß ich bei Vollmond und Schnee auf einem Hochsitz. Hast Du als Nichtjäger überhaupt diese
wahnsinnige Kulisse einmal erlebt? Vollmond und Schnee in einer klaren Nacht. Wahnsinn. Die Nacht wird zum Tag, alles funkelt, glitzert und man sieht noch mit dem bloßen Auge kilometerweit. Nach einigen Stunden Wartezeit polterte es vor mir im Wald. Das Poltern und Knacken von Ästen wurde lauter und kam auf mich zu. Es dauerte fünf Minuten, da schoben sich nach und nach 13 gewaltige
Hirsche aus dem Wald - zwar zusammen und doch jeder für sich alleine. Jeder wollte seinen großen Auftritt haben und so zogen sie jeweils im gehörigen Abstand von zehn Metern wie an einer Perlenschnur 50 Meter vor dem Hochsitz an mir vorüber. Auch diesmal nichts zum Jagen (Rotwild darf nicht nachts
bejagt werden), aber schon wieder ein Anblick, den ich wohl kaum jemals in meinem Leben vergessen werde - solche Momente sind rar gesät.
Nun wird man sich als Leser dieser Zeilen fragen, warum man für solche Erlebnisse auf die Jagd gehen muss, denn
schließlich kann prinzipiell jeder im Wald Tiere beobachten. Der Punkt ist aber: Du als Nichtjäger wirst es nicht machen! Du wirst Probleme haben überhaupt Wild zu sehen! Und Dir wird die Geduld und Ausdauer fehlen, lange genug
auszuharren! Das ist nicht abwertend gemeint, aber mir sind meine eigenen ersten
Ansitze noch in Erinnerung und wenn ich Bekannte das erste Mal mit auf den Hochsitz nehme, merkt man Recht schnell, dass sie eigentlich nach einer guten Stunde - die sich für sie wie drei
angefühlt hat - gerne wieder nach Hause würden. Probier es aus!
Wenn man aus der hektischen Alltagswelt in den Wald eintaucht um zu jagen, braucht man vor allem eines: Ruhe. Nur mit der nötigen Ruhe kommt man zum Jagderfolg. Hieraus entsteht zwangsläufig auch eine innere Stille, die fast meditative Elemente hat. Man vergisst den Alltag, den Stress und erdet sich. Insoweit ist das Jagen ein
wahnsinniger Ausgleich zum hektischen, "normalen" Leben, den man wie gesagt als normaler Waldbesucher so niemals finden wird.
SpannungHinzu kommt, dass quasi als Gegensatz zu der Ruhe und Stille eine unglaubliche Spannung aufkommt. Jeden Moment kann eine Rotte Wildschweine aus dem Wald herausbrechen. Jeden Augenblick kann plötzlich ein Fuchs auftauchen. Wie gesagt: Jeden Moment, vielleicht aber auch gar nicht. Und erst Recht ist nicht vorhersagbar, von wo. Und was genau. Man muss daher stets aufmerksam sein. Hören, Sehen, Riechen:
Ein Ast knackt - war das der Wind? Wieder! Jetzt ist Stille...obwohl... Nein, es war doch der Wind... Diese
Gegensätzlichkeit von Ruhe und Anspannung, von leisem Verhalten und doch aufmerksamen Beobachten habe ich so sonst nirgendwo gefunden. Ich glaube, hier liegt der größte Zauber der Jagd verborgen.
Der Kampf gegen sich selbstDies auszuhalten, verlangt natürlich auch oft ein hohes Maß an Selbstbeherrschung. Still sitzen alleine fällt manchmal schon schwer. Wenn dann nach einigen Stunden die Müdigkeit hinzukommt, einen langsam der Hunger plagt und im Winter die Kälte durchgekrochen kommt, wenn der Hut vom Regen durchnässt ist oder einen die Mücken
piesacken, dann muss man sich immer wieder aufs Neue überwinden, nicht den Weg zurück zum Auto und damit zurück in die "normale" Welt anzutreten. Manchmal - nicht immer - wird man dafür dann belohnt - sei es durch einen
jagdlichen Erfolg oder durch einen unvergesslichen Augenblick.
Letzten Sommer hatten sich zum Beispiel die Wildschweine in den Mais geschoben. Anfänglich wusste ich das gar nicht und wollte auf dem Sitz an dem Maisschlag auch nur nach Rehwild Ausschau halten. Mit Einbruch der Dämmerung hörte ich dann aber plötzlich das unverkennbare Brechen von Maisstangen, das Schmatzen, Grunzen, Quieken und Keifen. Nun war auch Mond und die Chance, ein Wildschwein zu
schiessen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Der Maisschlag war recht groß, weshalb man die Sauen gar nicht immer hörte. Teilweise befürchtete ich wegen der Stille, sie könnten sich an einer anderen Stelle mittlerweile verdrückt haben. Nun war ich auf einen längeren
Ansitz gar nicht eingestellt. In dünnen Klamotten saß ich da, hatte vor dem
Ansitz nichts gegessen und getrunken, geschweige denn etwas dabei. Die Augen fielen mir zu, ich fror und wollte in mein Bett. Und so war ich in den Momenten, in denen ich von den Wildschweinen nichts mehr hörte, immer kurz davor, nach Hause aufzubrechen. Ich habe mich wirklich überwinden müssen zu bleiben. Immer hatte ich die Hoffnung, irgendwann würde vielleicht ein
jagdbares Stück einmal aus dem Mais herauskommen. Spannung stieg in mir auf, wann immer ich sie wieder hörte! Aber Fehlanzeige. Erst morgens im Hellen, nach ca. 12 Stunden
Ansitz, brach die Rotte auf einmal aus dem Mais heraus, um in den Wald zu wechseln. Und ich hatte das Waidmannsheil, ein passendes Wildschwein sauber zu erlegen.
Man sieht also: Jagd ist auch ein Kampf gegen sich selber und gegen die eigene Bequemlichkeit. Ein weiser Mann hat einmal gesagt: "Ans Bett kommen sie nicht". Wie wahr. Und so gibt einem die Jagd auch das gute Gefühl, das man eben hat, wenn man sich zu irgendetwas erfolgreich überwindet. Auch das macht die Jagd aus.
Wettstreit mit der NaturNeben diesem Kampf gegen sich selber steht natürlich auch der Wettstreit gegen die Natur. Oft hört man, das Wild habe ja keine Chance gegen den modern-ausgerüsteten Jäger. Das ist nur bedingt richtig. Natürlichhat es keine Chance, auf den Schuss zu reagieren, diesem auszuweichen oder ihn abzuwehren. Dieses Ungleichgewicht ließe sich tatsächlich ausgleichen, wenn man mit anderen Mitteln auf die Jagd gehen würde, beispielsweise mit Speeren oder Bögen. Dieses entspricht aber nicht unserem auf dem Tierschutz gründenden Anspruch der
Waidgerechtigkeit, das Tier möglichst sauber, schnell und
schmerzfrei zu erlegen. Um die Jagd mit moderner Ausrüstung führt daher kein Weg vorbei. Zum Glück ist in diesem Sinne auch die Einstellung der Jäger mit dem Zeitgeist gewachsen, galt es doch noch vor einigen Jahrzehnten als
unwaidmännisch, ein Tier mit der Hilfe eines Zielfernrohres zu
schiessen. Hierbei wurden mit Sicherheit einige Tiere krankgeschossen, die mit Zielfernrohr schnell und sauber erlegt worden wären. Die Begründung für den Verzicht: Man wolle dem Wild eine Chance geben. Man sieht also, dass es sich verbietet, in dem letzten finalen Moment Unsicherheiten in Kauf zu nehmen, um Chancengleichheit zu simulieren. Das Wild zieht hieraus lediglich Schaden, aber keinen Nutzen.
Dennoch ist das Wild bei weitem nicht
chancenlos! Seine Sinne sind um ein vielfaches besser als unsere. Es wittert und hört den Jäger oftmals schon, bevor dieser überhaupt ahnt, dass es in der Nähe ist.
Ausserdem sind die Möglichkeiten für das Wild, zu ruhen, zu ziehen, zu äsen unendlich groß. Kam es gestern hier, kommt es morgen dort. Nur mit Erfahrung, dem nötigen Wissen um die Lebensgewohnheiten des Wildes, dem richtigen Gespür und dem Einsatz aller
jagdlichen Fähigkeiten, gelingt es uns Jägern, dass wir Wild überhaupt auf eine
jagdliche Entfernung heranbekommen. Diese liegt bei einem durchschnittlichen Schützen bei ca. 150m. Das ist ist nicht sehr weit! Hier ist echtes Wissen, Können und Gespür gefragt. Nun ist es ja auch so, dass der Jäger eben nicht wahllos auf irgendein beliebiges Tier
schiessen kann. Es gibt Schonzeiten sowie Brut- und
Setzzeiten, die für die Wildarten unterschiedlich ausfallen und die darüber hinaus bei den Schonzeiten nochmal unterschiedlich für männliche und weibliche Tiere sowie für die verschiedenen Altersklassen verschieden ausfallen.
Ausserdem gibt es bei bestimmten Wildarten behördlich festgesetzte Abschusspläne, die nicht nur eine Obergrenze aufstellen, was der Jäger maximal
schiessen darf, sondern zugleich auch die Verpflichtung beinhalten, eben diese Zahl an Tieren zu erlegen. Als Jäger muss ich also überlegen, auf was ich im Moment jagen darf. Ich muss überlegen, auf was ich evtl. Jagen muss, weil es entweder der Abschussplan vorschreibt oder die Verringerung der Population einer Wildart notwendig ist. Dies grenzt von vorneherein die
jagdlichen Möglichkeiten ein. Und an diesen verbleibenden Möglichkeiten muss der Jäger nun sein Handeln ausrichten. Er muss wissen, wo und wann er die entsprechende Wildart, evtl. sogar noch mit passendem Geschlecht und Alter im Revier zu Gesicht bekommt. Dann muss man Umwelteinflüsse berücksichtigen, die die Jagd an bestimmten Stellen mehr oder weniger erfolgreich erscheinen lässt. Das alles macht Jagd höchst anspruchsvoll. Und es macht Spaß, wenn man diese komplexe Materie beherrscht. Mit wahllosem Ballern im Wald hat das Jagen nach alledem wenig zu tun.
Herausforderung der eigenen FähigkeitenSchlussendlich muss man die theoretischen Überlegungen auch in die Praxis umsetzen. Gesehen ist noch lange nicht geschossen! Zum einen sind es oft Umwelteinflüsse, die einem den Jagderfolg verhindern. Das Wild kommt erst in der Dunkelheit, man sieht es zu spät, es flüchtet weil sich
Jogger nähern usw. Zum anderen gehen die Schwierigkeiten oftmals dann erst los, wenn man das Wild im Anblick hat. Dann muss man ansprechen, um was es sich genau handelt. Bei manchen Wildarten spielt dies freilich weniger eine Rolle. Einen Hasen etwa, muss man nicht danach beurteilen, ob er männlich oder weiblich ist und welches Alter er wohl hat. Insbesondere beim Schalenwild sieht das anders aus. Hier machen dies in der Regel schon die Abschusspläne notwendig. Auch Gesichtspunkte der Hege machen ein genaues Ansprechen erforderlich.
Schliesslich muss das Stück, was geschossen werden soll, in das "Konzept" passen.
GestaltungsmöglichkeitGerade wenn man das Glück hat, über Jahre in ein und demselben Revier zu jagen, besteht dieses Konzept darin, einen gesunden und
artgerechten und angepassten Wildbestand zu erhalten und zu fördern. Dabei lernt man das Revier wie seine eigene Westentasche kennen - jeder Baum, jeder Strauch ist einem bekannt. Man lernt jeden Tag aufs Neue über die Zusammenhänge der Natur und weiß schlussendlich, woran es im Revier mangelt oder wovon es
zuviel gibt. Und man hat die Möglichkeit, hierauf zu reagieren und
gestalterisch tätig zu werden. Man kann Wildäcker und Teiche anlegen, Vogelhäuser aufhängen und Hecken anpflanzen. Jagd ist daher bei weitem mehr, als destruktives Töten von Lebewesen. Es beinhaltet auch konstruktives Gestalten und es macht einen Stolz wenn man sieht, dass die getroffenen
Maßnahmen Wirkung zeigen.
Die Freude über den JagderfolgWie man sieht: Jagd ist weit weniger einfach und weit weniger eindimensional, als vielleicht anfangs vermutet. Auch der am Ende stehende Schuss birgt leider immer ein gewisses
Restriskio, das sich niemals, trotz aller Bedacht und Vorsicht, vollständig
eliminieren lässt. Wer dann aber nach einem langen anstrengenden
Ansitz, ein Stück Wild sauber und schnell erlegt hat, weil der mit Bedacht ausgearbeitete Plan aufgegangen ist und seine Fähigkeiten ihn zum Erfolg geführt haben, der freut sich.
Ein letztes Stück FreiheitUnd die Freude wird noch größer werden! Nach dem Schuss wird das Tier aufgebrochen und in die Kühlung gehängt. Dann wird es
küchenfertig verarbeitet - auch das ist anspruchsvolles Handwerk! Und am Ende steht ein leckeres Essen auf dem Tisch, für das man selbst gesorgt hat. Erlegt, aufgebrochen,
zerwirkt, pariert, gekocht. Man hat selbst die Verantwortung die Beschaffung seines Fleisches übernommen. Man kennt seinen gesamten Werdegang, weiß 100%
ig, dass hier keine
Gammelware auf dem Tisch steht. So ein leckerer Wildbraten, schafft dann auch urplötzlich eine ganz andere Haltung zu dem Lebensmittel Fleisch, das wir ansonsten ohne viel Bedacht im Supermarkt kaufen und essen. Jagd verschafft einem auf diese Weise ein Stück Freiheit. Vielleicht ist es das letzte bisschen Abenteuer, das man in unseren Breiten noch erleben kann.
Trophäen?Und wenn der Braten am Ende eine
sogenannte "Trophäe" hat, dann bewahrt man diese auch gerne auf. Für mich ist es keine Trophäe - dies setzt einen Triumph voraus. Für mich ist es ein Stück Erinnerung. Wer mag, hängt sie sich an die Wand und wird beim Blick darauf an manchen schönen Moment, an manche Entbehrung und an manches Erlebnis erinnert.
Wer als Jäger diesen Text gelesen hat, der wartet wahrscheinlich schon seit längerem auf den einen, bestimmten Satz. Ich habe mir lange überlegt, ob ich ihn zitieren soll oder nicht, denn er ist so häufig verwendet worden, dass er fast schon ein wenig platt wirkt. Und dennoch kann man es treffender kaum formulieren. Daher will ich mit dem Zitat nach
Ortega Y Gasset enden:
"Ich jage nicht,um zu töten. Ich töte, um gejagt zu haben."Einen tollen ersten Einblick in das Tun des Jägers gibt es übrigens in der Reportage "
Charlotte Roche unter Jägern"!
Wie ist Eure Meinung. Worin seht Ihr als Jäger Euren Antrieb, um auf die Jagd zu gehen? Wie sehen es die Nichtjäger?Waidmannsheil...