Freitag, 30. Januar 2009

Warum Jagen?

Was um alles in der Welt treibt einen Menschen dazu, sich stundenlang in den Wald zu verkriechen, um womöglich am Ende ein Tier zu töten. Wie um alles in der Welt, kann man an so etwas Freude empfinden?

Über die Gründe, warum die Jagd als solche notwendig ist, habe ich schon hier einiges geschrieben. Es gibt in diesem Zusammenhang aber noch eine weitere Frage, die zwar eng mit diesem Thema verwandt ist, aber doch einen elementaren Unterschied aufweist. Geht es in dem einen Fall um die objektive Notwendigkeit und Rechtfertigung der Jagd, so dreht es sich im anderen Fall um die subjektive Motivation des Jägers für sein Handeln.

So einfach die Frage hiernach gestellt ist, so schwer ist sie am Ende zu beantworten. Wie soll man einem Aussenstehenden die dahinter liegende Faszination näherbringen? Zunächst einmal ist das eine Problematik, die sich wohl jedem stellt, der passioniert einer Tätigkeit nachgeht. Ich beispielsweise habe meine Probleme, den Reiz des Briefmarkensammelns, Flugzeug-Spottings oder Fallschirmsspringens zu verstehen. Wenn ich auf dem Hochsitz sitze, sehe ich zu Hauf Leute, die auf dem Fahrrad, joggend oder walkend, zum Teil durch die Zuhilfenahme von Skistöcken (obwohl gar kein Schnee liegt) durch den Wald hetzen. Jedesmal denke ich mir: "Was treibt sie dazu?" Und kaum habe ich es gesagt, da fällt mir auch schon auf, dass ich ja eigentlich keinen Deut besser bin.

Moralische Verantwortung

Ein weiteres Problem besteht darin, dass man als Jäger das Gefühl hat, sich in einem höherem Maße für sein Interesse rechtfertigen zu müssen. Vielleicht entspricht das sogar den Tatsachen, bzw. dem moralischen Anspruch des heutigen Zeitgeistes. Während Nordic-Walker, Jogger, Radler, Fallschirmspringer, Flugzeug-Spotter und Briefmarkensammler nämlich niemandem weh tun, ist es gerade das finale Element der Jagd, ein Tier zu töten. Im Gegensatz zu sonstigen Freizeitbeschäftigungen tritt der Jäger also durch sein Handeln aus seiner eigenen Sphäre hinaus und greift in die Lebensspähre eines Tieres massiv ein. Sein Tun hat weitreichende Konsequenzen und das Ergebnis, der Tod eines Tieres, lässt zunächst keinen Menschen kalt. Auch den Jäger selbst nicht.

"Mordlust"

Seitens der Tierschützer und Jagdgegner wird uns Jägern als Motivation immer wieder "Mordlust" angedichtet. Trifft es das? Um das definitiv zu beantworten, müsste man darüber diskutieren, was genau mit "Mordlust" gemeint ist. Denn natürlich geht es im Endeffekt darum, Wild zu erlegen. Wenn man dies mit dem Begriff "Mordlust" umschreibt, dann schwingt hierbei allerdings automatisch eine negative Wertung mit. Verwendet man diesen Begriff, dann wird damit der Eindruck erweckt, dass nur das im Blutrausch niedergeschossene Tier dem Jäger die Erfüllung bringt, nach der er sucht. "Mord" und "Lust". Genau dieser Eindruck soll natürlich durch die Verwendung solcher Begrifflichkeiten auch geweckt werden. Leider zeugt dies einmal mehr von der elementaren Unkenntnis, die oftmals die Diskussionen um das Für und Wider der Jagd beherrscht.
Ginge es nämlich nur um diesen einen Punkt, dann wäre die Jagd für viele Jäger eine mehr als nur frustrierende Angelegenheit. Und kaum einer würde sich ein Leben lang passioniert der Jagd hingeben. So ist es nämlich Sinn, Ziel und Zweck der Jagd, Wild zu erlegen und dennoch füllt genau dies nur einen Bruchteil der Zeit aus, die man insgesamt auf das Jagen verwendet. Unzählige Stunden im Revier vergehen, dutzende Ansitze werden unternommen, bis es schlussendlich zum Schuss kommt. Wer hier seine Erfüllung rein um des Tötens Willen suchen würde, wäre völlig fehl am Platz.

Was ist es aber dann?

Jagd als Naturerlebnis und Ausgleich

Zum einen ist Jagd ein intensives Naturerlebnis. Die Intensität erklärt sich daraus, dass man als "normaler" Waldbesucher eben stets Besucher bleibt. Als Jäger hingegen wird man Teil dieses Systems. Es ist zwingend notwendig, dass man als Jäger eins wird mit seinem Umfeld - auch optisch und akustisch. Nur wenn man vom Wild nicht bemerkt wird, hat man eine Chance, zum Jagderfolg zu kommen. Daher muss man mit seinem Umfeld verschmelzen, wenn man draußen ist. Leise sein! Kein Rascheln von sich geben... Man hört Vögel, man hört und spürt den Wind, atmet die Waldluft ein - Knispern und Zwitschern unter dem Hochsitz verrät Mäuse und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, auch von links ein Geräusch wahrzunehmen. War da was? Nein doch nicht.. Oder? Das leise Rascheln der eigenen Jacke beginnt zu stören. Im rechten Augenwinkel nimmt man plötzlich eine Bewegung wahr! Was war das? Ein kurzer Moment der Aufregung, ein Blick: Es war ein Mäusebussard, der auf die Wiese geflogen kam. 20 Meter sitzt er vor einem - nichts zum Jagen, aber ein fantastischer Anblick.
Vor wenigen Wochen saß ich bei Vollmond und Schnee auf einem Hochsitz. Hast Du als Nichtjäger überhaupt diese wahnsinnige Kulisse einmal erlebt? Vollmond und Schnee in einer klaren Nacht. Wahnsinn. Die Nacht wird zum Tag, alles funkelt, glitzert und man sieht noch mit dem bloßen Auge kilometerweit. Nach einigen Stunden Wartezeit polterte es vor mir im Wald. Das Poltern und Knacken von Ästen wurde lauter und kam auf mich zu. Es dauerte fünf Minuten, da schoben sich nach und nach 13 gewaltige Hirsche aus dem Wald - zwar zusammen und doch jeder für sich alleine. Jeder wollte seinen großen Auftritt haben und so zogen sie jeweils im gehörigen Abstand von zehn Metern wie an einer Perlenschnur 50 Meter vor dem Hochsitz an mir vorüber. Auch diesmal nichts zum Jagen (Rotwild darf nicht nachts bejagt werden), aber schon wieder ein Anblick, den ich wohl kaum jemals in meinem Leben vergessen werde - solche Momente sind rar gesät.
Nun wird man sich als Leser dieser Zeilen fragen, warum man für solche Erlebnisse auf die Jagd gehen muss, denn schließlich kann prinzipiell jeder im Wald Tiere beobachten. Der Punkt ist aber: Du als Nichtjäger wirst es nicht machen! Du wirst Probleme haben überhaupt Wild zu sehen! Und Dir wird die Geduld und Ausdauer fehlen, lange genug auszuharren! Das ist nicht abwertend gemeint, aber mir sind meine eigenen ersten Ansitze noch in Erinnerung und wenn ich Bekannte das erste Mal mit auf den Hochsitz nehme, merkt man Recht schnell, dass sie eigentlich nach einer guten Stunde - die sich für sie wie drei angefühlt hat - gerne wieder nach Hause würden. Probier es aus!
Wenn man aus der hektischen Alltagswelt in den Wald eintaucht um zu jagen, braucht man vor allem eines: Ruhe. Nur mit der nötigen Ruhe kommt man zum Jagderfolg. Hieraus entsteht zwangsläufig auch eine innere Stille, die fast meditative Elemente hat. Man vergisst den Alltag, den Stress und erdet sich. Insoweit ist das Jagen ein wahnsinniger Ausgleich zum hektischen, "normalen" Leben, den man wie gesagt als normaler Waldbesucher so niemals finden wird.

Spannung

Hinzu kommt, dass quasi als Gegensatz zu der Ruhe und Stille eine unglaubliche Spannung aufkommt. Jeden Moment kann eine Rotte Wildschweine aus dem Wald herausbrechen. Jeden Augenblick kann plötzlich ein Fuchs auftauchen. Wie gesagt: Jeden Moment, vielleicht aber auch gar nicht. Und erst Recht ist nicht vorhersagbar, von wo. Und was genau. Man muss daher stets aufmerksam sein. Hören, Sehen, Riechen:
Ein Ast knackt - war das der Wind? Wieder! Jetzt ist Stille...obwohl... Nein, es war doch der Wind...
Diese Gegensätzlichkeit von Ruhe und Anspannung, von leisem Verhalten und doch aufmerksamen Beobachten habe ich so sonst nirgendwo gefunden. Ich glaube, hier liegt der größte Zauber der Jagd verborgen.

Der Kampf gegen sich selbst

Dies auszuhalten, verlangt natürlich auch oft ein hohes Maß an Selbstbeherrschung. Still sitzen alleine fällt manchmal schon schwer. Wenn dann nach einigen Stunden die Müdigkeit hinzukommt, einen langsam der Hunger plagt und im Winter die Kälte durchgekrochen kommt, wenn der Hut vom Regen durchnässt ist oder einen die Mücken piesacken, dann muss man sich immer wieder aufs Neue überwinden, nicht den Weg zurück zum Auto und damit zurück in die "normale" Welt anzutreten. Manchmal - nicht immer - wird man dafür dann belohnt - sei es durch einen jagdlichen Erfolg oder durch einen unvergesslichen Augenblick.
Letzten Sommer hatten sich zum Beispiel die Wildschweine in den Mais geschoben. Anfänglich wusste ich das gar nicht und wollte auf dem Sitz an dem Maisschlag auch nur nach Rehwild Ausschau halten. Mit Einbruch der Dämmerung hörte ich dann aber plötzlich das unverkennbare Brechen von Maisstangen, das Schmatzen, Grunzen, Quieken und Keifen. Nun war auch Mond und die Chance, ein Wildschwein zu schiessen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Der Maisschlag war recht groß, weshalb man die Sauen gar nicht immer hörte. Teilweise befürchtete ich wegen der Stille, sie könnten sich an einer anderen Stelle mittlerweile verdrückt haben. Nun war ich auf einen längeren Ansitz gar nicht eingestellt. In dünnen Klamotten saß ich da, hatte vor dem Ansitz nichts gegessen und getrunken, geschweige denn etwas dabei. Die Augen fielen mir zu, ich fror und wollte in mein Bett. Und so war ich in den Momenten, in denen ich von den Wildschweinen nichts mehr hörte, immer kurz davor, nach Hause aufzubrechen. Ich habe mich wirklich überwinden müssen zu bleiben. Immer hatte ich die Hoffnung, irgendwann würde vielleicht ein jagdbares Stück einmal aus dem Mais herauskommen. Spannung stieg in mir auf, wann immer ich sie wieder hörte! Aber Fehlanzeige. Erst morgens im Hellen, nach ca. 12 Stunden Ansitz, brach die Rotte auf einmal aus dem Mais heraus, um in den Wald zu wechseln. Und ich hatte das Waidmannsheil, ein passendes Wildschwein sauber zu erlegen.
Man sieht also: Jagd ist auch ein Kampf gegen sich selber und gegen die eigene Bequemlichkeit. Ein weiser Mann hat einmal gesagt: "Ans Bett kommen sie nicht". Wie wahr. Und so gibt einem die Jagd auch das gute Gefühl, das man eben hat, wenn man sich zu irgendetwas erfolgreich überwindet. Auch das macht die Jagd aus.

Wettstreit mit der Natur

Neben diesem Kampf gegen sich selber steht natürlich auch der Wettstreit gegen die Natur. Oft hört man, das Wild habe ja keine Chance gegen den modern-ausgerüsteten Jäger. Das ist nur bedingt richtig. Natürlichhat es keine Chance, auf den Schuss zu reagieren, diesem auszuweichen oder ihn abzuwehren. Dieses Ungleichgewicht ließe sich tatsächlich ausgleichen, wenn man mit anderen Mitteln auf die Jagd gehen würde, beispielsweise mit Speeren oder Bögen. Dieses entspricht aber nicht unserem auf dem Tierschutz gründenden Anspruch der Waidgerechtigkeit, das Tier möglichst sauber, schnell und schmerzfrei zu erlegen. Um die Jagd mit moderner Ausrüstung führt daher kein Weg vorbei. Zum Glück ist in diesem Sinne auch die Einstellung der Jäger mit dem Zeitgeist gewachsen, galt es doch noch vor einigen Jahrzehnten als unwaidmännisch, ein Tier mit der Hilfe eines Zielfernrohres zu schiessen. Hierbei wurden mit Sicherheit einige Tiere krankgeschossen, die mit Zielfernrohr schnell und sauber erlegt worden wären. Die Begründung für den Verzicht: Man wolle dem Wild eine Chance geben. Man sieht also, dass es sich verbietet, in dem letzten finalen Moment Unsicherheiten in Kauf zu nehmen, um Chancengleichheit zu simulieren. Das Wild zieht hieraus lediglich Schaden, aber keinen Nutzen.
Dennoch ist das Wild bei weitem nicht chancenlos! Seine Sinne sind um ein vielfaches besser als unsere. Es wittert und hört den Jäger oftmals schon, bevor dieser überhaupt ahnt, dass es in der Nähe ist. Ausserdem sind die Möglichkeiten für das Wild, zu ruhen, zu ziehen, zu äsen unendlich groß. Kam es gestern hier, kommt es morgen dort. Nur mit Erfahrung, dem nötigen Wissen um die Lebensgewohnheiten des Wildes, dem richtigen Gespür und dem Einsatz aller jagdlichen Fähigkeiten, gelingt es uns Jägern, dass wir Wild überhaupt auf eine jagdliche Entfernung heranbekommen. Diese liegt bei einem durchschnittlichen Schützen bei ca. 150m. Das ist ist nicht sehr weit! Hier ist echtes Wissen, Können und Gespür gefragt. Nun ist es ja auch so, dass der Jäger eben nicht wahllos auf irgendein beliebiges Tier schiessen kann. Es gibt Schonzeiten sowie Brut- und Setzzeiten, die für die Wildarten unterschiedlich ausfallen und die darüber hinaus bei den Schonzeiten nochmal unterschiedlich für männliche und weibliche Tiere sowie für die verschiedenen Altersklassen verschieden ausfallen. Ausserdem gibt es bei bestimmten Wildarten behördlich festgesetzte Abschusspläne, die nicht nur eine Obergrenze aufstellen, was der Jäger maximal schiessen darf, sondern zugleich auch die Verpflichtung beinhalten, eben diese Zahl an Tieren zu erlegen. Als Jäger muss ich also überlegen, auf was ich im Moment jagen darf. Ich muss überlegen, auf was ich evtl. Jagen muss, weil es entweder der Abschussplan vorschreibt oder die Verringerung der Population einer Wildart notwendig ist. Dies grenzt von vorneherein die jagdlichen Möglichkeiten ein. Und an diesen verbleibenden Möglichkeiten muss der Jäger nun sein Handeln ausrichten. Er muss wissen, wo und wann er die entsprechende Wildart, evtl. sogar noch mit passendem Geschlecht und Alter im Revier zu Gesicht bekommt. Dann muss man Umwelteinflüsse berücksichtigen, die die Jagd an bestimmten Stellen mehr oder weniger erfolgreich erscheinen lässt. Das alles macht Jagd höchst anspruchsvoll. Und es macht Spaß, wenn man diese komplexe Materie beherrscht. Mit wahllosem Ballern im Wald hat das Jagen nach alledem wenig zu tun.

Herausforderung der eigenen Fähigkeiten

Schlussendlich muss man die theoretischen Überlegungen auch in die Praxis umsetzen. Gesehen ist noch lange nicht geschossen! Zum einen sind es oft Umwelteinflüsse, die einem den Jagderfolg verhindern. Das Wild kommt erst in der Dunkelheit, man sieht es zu spät, es flüchtet weil sich Jogger nähern usw. Zum anderen gehen die Schwierigkeiten oftmals dann erst los, wenn man das Wild im Anblick hat. Dann muss man ansprechen, um was es sich genau handelt. Bei manchen Wildarten spielt dies freilich weniger eine Rolle. Einen Hasen etwa, muss man nicht danach beurteilen, ob er männlich oder weiblich ist und welches Alter er wohl hat. Insbesondere beim Schalenwild sieht das anders aus. Hier machen dies in der Regel schon die Abschusspläne notwendig. Auch Gesichtspunkte der Hege machen ein genaues Ansprechen erforderlich. Schliesslich muss das Stück, was geschossen werden soll, in das "Konzept" passen.

Gestaltungsmöglichkeit

Gerade wenn man das Glück hat, über Jahre in ein und demselben Revier zu jagen, besteht dieses Konzept darin, einen gesunden und artgerechten und angepassten Wildbestand zu erhalten und zu fördern. Dabei lernt man das Revier wie seine eigene Westentasche kennen - jeder Baum, jeder Strauch ist einem bekannt. Man lernt jeden Tag aufs Neue über die Zusammenhänge der Natur und weiß schlussendlich, woran es im Revier mangelt oder wovon es zuviel gibt. Und man hat die Möglichkeit, hierauf zu reagieren und gestalterisch tätig zu werden. Man kann Wildäcker und Teiche anlegen, Vogelhäuser aufhängen und Hecken anpflanzen. Jagd ist daher bei weitem mehr, als destruktives Töten von Lebewesen. Es beinhaltet auch konstruktives Gestalten und es macht einen Stolz wenn man sieht, dass die getroffenen Maßnahmen Wirkung zeigen.

Die Freude über den Jagderfolg

Wie man sieht: Jagd ist weit weniger einfach und weit weniger eindimensional, als vielleicht anfangs vermutet. Auch der am Ende stehende Schuss birgt leider immer ein gewisses Restriskio, das sich niemals, trotz aller Bedacht und Vorsicht, vollständig eliminieren lässt. Wer dann aber nach einem langen anstrengenden Ansitz, ein Stück Wild sauber und schnell erlegt hat, weil der mit Bedacht ausgearbeitete Plan aufgegangen ist und seine Fähigkeiten ihn zum Erfolg geführt haben, der freut sich.

Ein letztes Stück Freiheit

Und die Freude wird noch größer werden! Nach dem Schuss wird das Tier aufgebrochen und in die Kühlung gehängt. Dann wird es küchenfertig verarbeitet - auch das ist anspruchsvolles Handwerk! Und am Ende steht ein leckeres Essen auf dem Tisch, für das man selbst gesorgt hat. Erlegt, aufgebrochen, zerwirkt, pariert, gekocht. Man hat selbst die Verantwortung die Beschaffung seines Fleisches übernommen. Man kennt seinen gesamten Werdegang, weiß 100%ig, dass hier keine Gammelware auf dem Tisch steht. So ein leckerer Wildbraten, schafft dann auch urplötzlich eine ganz andere Haltung zu dem Lebensmittel Fleisch, das wir ansonsten ohne viel Bedacht im Supermarkt kaufen und essen. Jagd verschafft einem auf diese Weise ein Stück Freiheit. Vielleicht ist es das letzte bisschen Abenteuer, das man in unseren Breiten noch erleben kann.

Trophäen?

Und wenn der Braten am Ende eine sogenannte "Trophäe" hat, dann bewahrt man diese auch gerne auf. Für mich ist es keine Trophäe - dies setzt einen Triumph voraus. Für mich ist es ein Stück Erinnerung. Wer mag, hängt sie sich an die Wand und wird beim Blick darauf an manchen schönen Moment, an manche Entbehrung und an manches Erlebnis erinnert.

Wer als Jäger diesen Text gelesen hat, der wartet wahrscheinlich schon seit längerem auf den einen, bestimmten Satz. Ich habe mir lange überlegt, ob ich ihn zitieren soll oder nicht, denn er ist so häufig verwendet worden, dass er fast schon ein wenig platt wirkt. Und dennoch kann man es treffender kaum formulieren. Daher will ich mit dem Zitat nach Ortega Y Gasset enden:

"Ich jage nicht,um zu töten. Ich töte, um gejagt zu haben."

Einen tollen ersten Einblick in das Tun des Jägers gibt es übrigens in der Reportage "Charlotte Roche unter Jägern"!

Wie ist Eure Meinung. Worin seht Ihr als Jäger Euren Antrieb, um auf die Jagd zu gehen? Wie sehen es die Nichtjäger?

Waidmannsheil...


47 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Mein Kompliment!
Das Lesen dieses Eintrags lohnt sich, er spricht für mich als Jungjäger genau die Dinge an, die Jagd und den Reiz daran ausmachen. Deine Art zu schreiben hebt sich sehr angenehm von vielen "schwülstig-romantischen" Schilderungen der alten Schule ab, welche oft das Verständnis von Nicht-Jägern und teilweise auch von jüngeren Jägern erschweren.

Jagd ist für die meisten zuallererst ein Hobby, und wenn daraus eine Passion wird dann ist es trotzdem notwendig mit einer kritischen Distanz das eigene Tun zu hinterfragen und es einzuordnen, das gelingt Dir mE sehr gut (auch wenn ich sicherlich in der Grundhaltung voreingenommen bin).

Natürlich wird es weiterhin Menschen geben die die von Dir genannte Motivation und daraus erwachsende innere Verpflichtung für das eigene Handeln nicht nachvollziehen können oder aus ideologischen Gründen auch nicht nachvollziehen wollen, aber für jeden aufgeschlossenen Menschen ist dieser Artikel mE ein nachvollziehbarer und damit zu respektierender Einblick in das was Jäger bewegt.

Nicht jeder muss sich diese Denkweise zu eigen machen, aber wer sich vorurteilsfrei mit der Motivation von Jagd beschäftigen möchte findet hier viele Ansätze um es zumindest zu verstehen.

Ich freue mich schon auf weitere interessante Beiträge von Dir.

Grüße aus Heidelberg.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Oh, Du bist auch aus Heidelberg! Grüße auch von mir an den "Nachbar" und vielen Dank für den Kommentar. Freut mich, wenn der Text gefallen hat - es ist nunmal gar nicht so einfach, die Gedanken, die einen rund um das Thema Jagd bewegen festzuhalten.
Gedanken dieser Art mache ich mir eigentlich regelmäßig auf dem Hochsitz, aber sie hier in Worte zu fassen, ist etwas ganz anderes.
Und natürlich hat auch jeder seine ganz eigenen Ansichten zu dem Thema.
In diesem Sinne...

Anonym hat gesagt…

Habe mir das ganze mal durchgelesen und muss mich wirklich wundern, was Du so da als Begründung für die Jagd an den Haaren herbei dichtest!
Nur ein geringer Teil der Jagd ist zur Fleischgewinnung und nur ein geringer Teil der Jäger jagen aus der Motivation des "Naturerlebens" heraus. Die meisten Jäger wollen Beute machen und das schnell! Sie arbeiten nicht in einem Revier und der Naturschutz ist ihnen völlig piepe! Vielöe halten an alten Jagdpraktiken fest, das einem übel wird.
Da ich auch Jäger bin ist eben gerade dieses für mich sehr enttäuschend.
Auch deine Beiträge sind Beschönigungen eines blutigen Hobbys und sehr realitätsfremd.
Für die Beruhigung und für das "Hinterslichtführen" alter Frauen und dummer Nichtjäger reicht es aber. Es hat etwas kindischen und Albernes, willst doch ein schlauer Junge sein?
Bleibe lieber bei der Wahrheit und lüge dir und anderen kein in die Tasche!
Waidmannheil Claus

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Hallo Claus,

zunächst einmal: Ich bin ein schlauer Junge. Spaß beiseite:

Deine Meinung ist Dir unbenommen. Und natürlich hast Du Recht, dass Jäger Beute machen wollen. Nicht in einem Satz habe ich das verleugnet.

Bereits zu anfangs meines Blogs schrieb ich, das ich lediglich meine Meinung zum Thema Jagd hier repräsentiere. Und so gehe ich aus den Gründen auf die Jagd, die ich oben beschrieben habe - glaube es, oder nicht. Dass ist mir ziemlich schnuppe.

Ich glaube aber, dass der Wind hier aus einer ganz anderen Richtung weht. Da Du über diese Seite hier:

http://www.wildundhund.de/forum/viewtopic.php?p=1023713

gekommen bist, kurz nachdem ich dort eine Antwort verfasst habe, kann ich mir meinen Teil denken, Nutria???

Mach's gut und WaidmannS(!)heil

Hunsrückwilderer hat gesagt…

PS. Für alle anderen: Man lese sich den Kommentar von Claus nochmal genau durch. Ich glaube nicht, dass er Jäger ist.

"Viele arbeiten nicht in einem Revier": Diese Aussage braucht man eigentlich gar nicht weiter zu kommentieren.

Erstaunlich ist, dass Claus den Weg zu meiner Seite über den oben von mir geposteten Link gefunden hat (wozu die detaillierten Auswertungen eines Besucherzählers alles Nütze sind...). Dort hatte ich kurz zuvor auf einen Beitrag von "Nutria" geantwortet - einem Jagdgegner aus dem WildundHund-Forum. Im Forum behauptete er anfangs auch, Jäger zu sein und versuchte den Benutzern entlarvende Aussagen durch provozierende Aussagen zu entlocken. Ich vermute stark, dass es sich dabei um ihn handelt. Vielleicht liege ich falsch, dann tut es mir leid.

Soll sich einfach jeder seinen Teil dazu denken

Anonym hat gesagt…

Hallo Hunsrückwilderer,

sehr gut getroffener Artikel. ich jage selber mit 4 Jagdfreunden in einem Revier in NordHessen - und unsere Motivation deckt sich exakt mit Deiner. Themen wie Jagdneid sind uns fremd - Revierübergeifende Jagen werden ständig vorangetrieben und ein guter Kontakt zu Nichtjägern. Landwirten und anderen Jägern ist uns sehr wichtig. Warum? Weil Jagen kein Hoheitsprivileg ist sondern, wie von Dir schön Beschrieben, in erster Linie ein atemberaubendes Naturerlebnis ist.
Jagd wird häufig noch von vielen Dingen getrieben die in der öffentlichkeit (zu Recht) schlecht ankommen. Mit Artikeln wie Deinem und dazu gepaarten Auftreten unserer Zunft in der Öffentlichkeit kann man vieles Besser gestalten. Zum Vorteil für uns alle.

Waidmannsheil

Hunsrückwilderer hat gesagt…

"Themen wie Jagdneid sind uns fremd - Revierübergeifende Jagen werden ständig vorangetrieben und ein guter Kontakt zu Nichtjägern. Landwirten und anderen Jägern ist uns sehr wichtig."

Tja, Jagen wie es eigentlich sein sollte!
Danke für den Kommentar!

Anonym hat gesagt…

Hallo Hunsrückwilderer,
ich gebe mal als absolute Nichtjägerin meinen laienhaften Senf dazu. Ermutigt durch die Aufforderung, was denn die Meinung eines Nichtjägers dazu sei. Ich genieße die Natur, die Landschaft, die Begegnungen mit dem hiesigen Wildbestand auf eine andere Weis als Du, und ich behaupte mal, dass es nicht weniger meditativ ist. Bei Nacht und Vollmond, in den Abendstunden oder in den frühen Morgenstunden - Schnee und Vollmond, klare Sicht, also das ist mir bisher noch versagt geblieben, aber unsere Breitengrade haben diese Konstellation und dann noch in meinem Zeitfenster...noch nicht hergegeben. Ich bin zu Pferd unterwegs, anders als viele meiner "Reiterkollegen", die gern den Kopf über mich schütteln "du bist jetzt unterwegs?? So lange? Es ist doch dunkel!" kar, irgendwann wird es immer dunkel...oder es regnet.... ist doch viel zu kalt.... der boden ist hart... rutschig... matschig.... was auch immer. Und zum Glück stört mich dann auch kein anderer wenn ich mit meiner Stute durch den Wald wandere. Um es vorneweg zu nehmen: nein, ich will es mir nicht mit unseren Revierförstern verderben, ich bleibe auf den Wegen. Und witzigerweise werde ich häufiger gefragt, ob mich der grantige Förster nicht schon zur Schnecke gemacht hätte. Nein, hat er nicht. Ich begegne ihm freundlich und er bleibt auf einen Klönschnack stehen und ich kommentierte seine schicke Klamotte, grell orange mit angedeuteten Zweiglein. Die Rehe mögen das, sagte er. Ein freundlicher Mensch, der mir einen guten Weg wünscht und ich ihm auch, fertig. Ich schweife ab, aber die Jägerei begegnet uns Reitern natürlich immer wieder oder man konfrontiert sich gegenseitig, weil unterschiedliche Interessen und daraus Störfelder entstehen - und man macht sich seine Gedanken. Mehr oder weniger. Ich mache sie mir mit der Zeit immer mehr, weil ich mich frage, was diese Jäger so bewegt? Ich erzähle meinen Stallkollegen immer wieder begeistert, was mir auf meinen Streifzügen alles begegnet. Ich habe den Eindruck, dass uns mehr Wild über den Weg läuft, weil mein Pferd als Pferd mein menschliches Auftreten überdeckt? Kann das sein? Letztes Jahr trat ein Hirsch, ein dolles Teil, riesig groß - es will mir keiner so recht glauben bis ich es mal einem Förster erzählt hatte, er schien zu wissen, wovon ich sprach, also dieser Hirsch trat vor mir aus dem Wald auf den Weg, ich hielt sofort an und bewunderte dieses stolze Tier, wenn ich mich recht erinnere hatte er einen sehr dicken Behang am Hals und über der Brust, seine Geweihspitzen habe ich gezählt, bei zwölf (pro Seite)kam ich ins schleudern, vielleicht waren es nur zehn oder es waren mehr, jedenfalls war er beeindruckend und ich war begeistert, ihn gesehen zu haben. Er betrachtete uns, drehte sich um und verschwand. Was bewegt Jäger, so ein stolzes Geschöpf zu töten? Das sind so die Fragen die einem Laien durch den Kopf gehen und der nächste Jäger der mir über den Weg läuft wird mit Argwohn betrachtet. Der Argwohn verebbt. Bis zur nächsten Wild-Begegnung. Und derer gab es in letzter Zeit viele, von spielenden Füchsen auf einer großen Wiese über Rehwild bis zu kleineren Gruppen junger Böcke und .. wenn ich wüsste wie sie heißen.... kleine Hirsche, hohes Geweih, aber längst nicht so imposant wie "mein schwarzer kapitaler Hirsch" so nenne ich ihn und hoffe, ihn mal wieder zu sehen. All diese Begegnungen tragen dazu bei, dass ich immer wieder denke, was treibt einen Jäger... und diese Zeilen von dem "Claus" finden einen Widerhall, den ich eigentlich nicht wirklich glauben möchte, der mir aber von dem Auftreten macher "alter Hasen " aus unserem Dorf bekannt vorkommt. Sie sind, mit Verlaub, das alte Kaliber? Im Schnitt um die 70 und sie haben es tatsächlich fertig gebracht, hinter einer Gruppe Reiter, die dummerweise am Rande eines Jagdgeschehens auftauchten, ihre "Knarre" abzufeuern. Sie treten sobald das Thema auf ihre Passion kommt leicht überheblich auf und sind von sich überzeugt, wesentlich mehr Ahnung vom Leben an sich zu haben, als der Rest der Welt. Wir Ahnungslosen tun ihnen dann wohl leid, aber da wir es sowieso nicht besser wissn, stehen die Herrschaften über den Dingen und bedauern uns achselzuckend. So ein Eindruck wird recht häufig hinterlassen, eine Form von Klüngelei untereinander, die es mir neugieriger Person nicht leicht macht, simple Fragen zu stellen.
...ich merke schon, mein Senf wird lang...
Um so angenehmer fand ich Deinen Bericht, die Beschreibung Deiner persönlichen Motivation. Ich vermutete schon etwas in der Art, die Geduld, die Muße, die Zeit, die Witterungsverhältnisse denen es zu trotzem gilt, der innere Schweinehund bei Kälte, Nässe. All das ist mir auch bekannt, die Reiterei bringt es ähnlich mit sich. Vor allem, wenn man nicht im Sandkasten reitet, sondern viel draußen unterwegs ist.
Mir kam des öfteren der Gedanken, dass ich gern mal auf "meinen" Hirsch warten würde. Das geht natürlich zu Pferd nicht. Gibt es ihn überhaupt noch? Eine leicht bange Frage. Das wahllose im Wald herum ballern ist wohl an den Haaren herbei gezogen - obwohl es über den ein oder anderen hier gesagt wird.
Es hat sogar schon ein jähzorniger alter Herr die 10jährige Tocher unseres Landwirtes mit dem Gewehr in der Hand bedroht. Sie kam weinend mit ihrem Pony nach Hause, weil sie glaubte, er würde es erschießen. Ist natürlich in sehr schillernden Farben von dem Mädchen beschrieben worden, aber ich kenne den alten Herren und weiß, dass er zu cholerischen Ausbrüchen neigt. All das trägt nicht unbedingt dazu bei, dass man in lockerer Atmosphäre mal weitesgehend objektiv und urteilsfrei über Sinn und Zweck der Jägerei sprechen kann.
Um es hier abschließend zu wiederholen, ich habe mich gefreut, all meine Fragen hier auf Deiner Seite beantwortet zu finden. Ich denke schon, dass es einiger Aufklärungsarbeit bedarf um all die schrägen Ansagen zu verstehen die von beiden Seiten, den Anti-Jagd-Parteien sowie den Jägern abgegeben werden. Ich werde weiter hin gelegentlich mal hier stöbern, die Webcams in Estland haben mich auch schon sehr beschäftigt und amüsiert, klasse Einrichtung :-)
Schluss an dieser Stelle, ich mach sonst doch noch einen eigenen log auf...

viele Grüße aus der Lüneburger Heide
Maike

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Hallo Maike,

Danke für Deinen Kommentar - gerade über Kommentare von Nichtjägern freue ich mich.

Ich will hier jetzt gar nicht weiter auf die von Dir angesprochenen Animositäten zwischen Jägern und Reitern bzw. anderen Naturbenutzern eingehen. Knallköppe gibt es überall, hüben wie drüben. Und wenn man mehr mit- statt übereinander reden würde, dann gäbe es viele Probleme gar nicht. Allerdings glaube ich, Du liegst ganz richtig, wenn Du glaubst, dass Dir als Reiterin mehr Wild begegnet als einem Spaziergänger. Pferde verscrecken das Wild nämlich bei weitem nicht so schlimm.

Deine grundsätzliche Frage, "Warum tötet ein Jäger so ein Tier", kann ich mehr als gut verstehen. Als Jäger - bzw. um Mal weniger generell zu sprechen: ich selbst stelle mir diese und ähnliche Fragen selbst immer wieder. Vom moralischen Gesichtspunkt her ist es allerdings zunächst einmal kein Unterschied, ob ich einen gewaltigen Hirsch, einen kleinen Hasen oder einen glitschigen Fisch töte, um mich zu ernähren. Die Erhabenheit folgt dabei in erster Linie aus dem subjektiven Auge des Betrachters. Es bleibt also bei den generellen Fragen: Darf man Tiere töten, entweder zur Fleischgewinnung, zur Vermeidung von Wildschäden oder zum Schutz von anderen Arten? Wenn man hier Ja sagt, dann steht auch der Bejagung eines Hirsches nichts mehr im Wege. Was dann den Reiz daran ausmacht, habe ich ja oben schon ausgiebig erklärt. das gilt für den Hirsch genauso wie für einen Rehbock (so heißen die kleinen mit dem Geweih ;-) ), ein Wildschwein oder einen Hasen.

Allerdings sind gerade auch Jäger bei solch' erhabenen Tieren nicht selten von einer gewissen Ehrfurcht ergriffen. Daher ist die Erlegung eines solchen Hirsches auch etwas besonderes und viel des jagdlichen Brauchtums erklärt sich hieraus, weil man damit dem erlegten Tier einen letzten Respekt zollen möchte. Ob man das macht und befürwortet, ist eine andere Frage.

Wenn Du mehr über die Jagd erfahren möchtest, dann frag doch einfach Mal den netten Förster, ob er Dich mitnimmt. Nach Deinen Zeilen kann ich mir vorstellen, dass das für Dich eine interessante Sache sein könnte. Frag' doch einfach Mal. Evtl. wächst dann, wenn Du mitgehst auch noch weiter das Verständnis, warum wir tun, was wir tun. Meinen Freunden und Bekannten hat es allen gefallen.

Versteh' mich nicht falsch: Ich will hier niamenden missionieren. Ich aktzeptiere auch eine kritsiche Grundeinstellung zur Jagd. Denn auch bei uns ist nicht alles Gold was glänzt. Aber dennoch: Einen gewissen Beutetrieb hast Du ja bereits entwickelt. Überleg es Dir...

Ansonsten schau ruhig nochmal vorbei, wie Du es geschreiben hast, es würde mcih freuen.

Bis dahin liebe Grüße aus dem Hunsrück!!!

Anonym hat gesagt…

hallo,

12 stunden hast du auf deiner kanzel ausgehalten, hast gekämpft nicht zu gehen, hast gekämpft nicht einzuschlafen, hast gegen dich selbst gekämpft, voller hoffnung doch noch eins der wildschweine erwischen zu können.

und als sich dann im morgengrauen die sich sicher fühlende rotte einen anderen platz suchen will, schiesst du aus heiterem himmel eines aus ihrer familie unwiederbringlich tot! den kampf hast du in dieser nacht verloren hunsrueckwilderer!

du verteidigst hier so selbstbewusst dein jägertum und hast doch in wirklichkeit überhaupt keine ahnung was du da überhaupt tust...

der förster...

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Ach, weißt Du, ein schlechtes Gewissen wirst Du mir nicht machen können. Isst Du Fleisch? Dann überleg' nochmal ein bisschen und das meine ich jetzt nicht abwertend.

Und eigentlich schreibst Du gar nichts falsches, ich hab nur drei kurze Anmerkungen:

1. Mir gefällt die vermenschlichte Familiensematik nicht.

2. Den Kampf habe ich durchaus gewonnen - nicht gegen die Wildschweine, gegen die kämpfe ich nicht. Aber gegen mich selber. Das löst zwar selbst bei mir keine Jubelschreie aus, aber ich wollte es klarstellen.

3. Ich glaube, ich habe ziemlich viel Ahnung von dem, was ich da tue.

Anonym hat gesagt…

hallo,

die menschen benehmen sich wie die schweine! ob hochseefischerei, massentierhaltung, vivisektion oder jagd. es gibt keine unterschiede und es gibt keine kompromisse. zumindest wenn man ersteinmal begriffen hat, dass die fühlenden lebewesen dieser welt dem menschen ebenbürtige völker sind.

ich möchte wieder kurz was einwerfen:

-die jagd ersetzt keine großraubtiere. zum einen kann kein mensch die feinen, selektiv aussuchenden instinkte der raubtiere imitieren und zum anderen haben die raubtiere zu keiner zeit die friedwildbestände reguliert. (beides ist schon länger bekannt) als wesentlicher grund für die jagd wird ja immer wieder beschrieben, dass die jagd die bestände reguliert, aber wieso, wenns vorher auch keiner getan hat?
-grundlegende dinge, wie die anzahl der tiere eines gebietes oder bestandes kann kein jäger vorherbestimmen! und somit kann auch kein jäger kontrolliert in die bestände eingreifen. um dieses problem wissen die jäger, es wird aber ignoriert.
-die jagd schützt keine arten! sie haben arten ausgerottet, sie bringen fremde arten immer wieder ein, sie bringen die tiere dazu, ihr natürliches verhalten umzustellen, sie bejagen vögel (warum? bitte um antwort hunsrueckwilderer) ... ... ...

ich stamme auch aus jägerkreisen und wär sicher auch jäger geworden. aber zum glück sind mir durch verschiedene lebensumstände die schuppen von den augen gefallen.

das bio-fleisch-argument kann ich nicht gelten lassen. das einzige argument was vielleicht noch ein kleines bisschen für die jagd sprechen würde, ist, dass viele jäger kindlich geprägt sind und mit der jagdtradition aufgewachsen sind und es omit fest in ihren köpfen verankert ist.

noch gibt es sehr wenig wissenschaftliche belege die gegen eine bejagung der wildtiere sprechen. zumindest möchte man davon in der forst und der jagd nichts wissen. die jagd hat eine gewaltige lobby und nur durch diese konnten reformierungen und gesetzesänderungen bisher abgewehrt werden. doch die zeiten ändern sich.

das schlimmste was die jäger für sich selbst tun können, ist die totale ablehnung und belächelung von tierschützern bzw. jagdgegnern. und auch die immer wieder kehrenden, zum großen teil wissenschaftlich falschen jägerphrasen tragen nur noch mehr zum ende der jagd bei, auch wenn du vielleicht kurzfristig den ein oder anderen oberflächlich überzeugen kannst.


der förster...

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Soso, "dem Menschen ebenbürtige Völker"? Das sind Sätze, die werde ich nie verstehen, da liegen wir mit unserer Weltanschauung zu weit auseinander. Das ist aber auch egal, denn selbst dann stünden Jagd und Welzbild nicht gegeneinander. Nach Deiner Meinung sind auch Fuchs und Hase "ebenbürtige Völker", trotzdem frisst der Fuchs den Hasen. Und ich esse Rehe und Wildschweine....

Ich will auch noch kurz etwas einwerfen:

1. Es gibt also keine Beute-Greifer-Systeme? Das dürfte selbst Biologen überraschen.

2. Natürlich kann man die natürliche Selektion nicht 1:1 imitieren, man kann es aber weitestgehend versuchen, was durch den vorrangigen Abschuss alter und kranker Tiere auch getan wird.

3. Natürlich kann man Wildtiere nicht bis aufs letzte zählen. Wenn man aber nicht vom Schreibtisch agitiert, sondern draussen im Wald ist, Wild beobachtet, Schäden feststellt, den Ernährungszustand des Wildes analysiert, kann man definitiv Rückschlüsse ziehen. Zudem gibt es Institutionen wie das Wildtierinformationsystem. Das es schwierig ist, ist unbestritten. Aber das alleine ist doch kein Argument gegen die Jagd.

4. Ach nein? Selbst nichtjagende Biologen wie Chridtof Herrmann von der AG Küstenvogelschutz sind da komischerweise ganz anderer Meinung. Darüber gab es einen hoch interessanten Artikel in einer der letzten Ausgaben der DJZ! Jagd schützt beispielsweise Bodenbrüter direkt durch Prädatorenbejagung und indirekt durch Hegemaßnahmen in den Revieren, die der gesamten Flora und Fauna zugute kommen. Tun Jäger das aus reinem Eigennutz? Im Zweifel nein, aber deswegen bleibt der positive Einfluss der Jagd trotzdem vorhanden.

5. Ob die Arten, die seinerzeit ausgerottet wurden, tatsächlich durch "Jäger" ausgerottet wurden, lassen wir Mal dahingestellt. Das hängt davon ab, wie man "Jäger" definiert. Leute, die Ihr gerne als "Hobbyjäger" bezeichnet, waren es nicht - die gab es damals gar nicht. So weit, so gut. Schauen wir also auf die Situation heute: Seit Ewigkeiten gab es nie so dermaßen viele Greifvögel (insb. Seeadler), Wölfe, Luchse und Wildkatzen in der Bundesrepublik Deutschland - und das alles, trotz der bösen, alles totschiessenden und auf den Naturschutz pfeifenden Jäger. Was wollt ihr denn noch mehr? Und erstaunlich: Gerade in Deinem letzten Beitrag hast Du noch behauptet, der Mensch könne Wildtierbestände nicht regulieren. Wie aber kann er sie dann ausrotten? Ihr dreht Euch die Argumente so zu recht, wie es Euch in den Kram passt und merkt es noch nicht einmal. Und dass soll dann eine sachlich-fundierte Diskussion sein....

6. Was meinst Du mit: "...sie bejagen Vögel..."

7. "Das Biofleisch-Argument kann ich nicht gelten lassen." Könntest Du das bitte irgendwie begründen? Oder kannst Du das Argument sehr wohl gelten lassen, aber leider nicht entkräften?

8. "noch gibt es sehr wenig wissenschaftliche belege die gegen eine bejagung der wildtiere sprechen." Siehst Du: da haben wir es. Mehr bräuchte man eigentlich gar nicht zu sagen. Und wenn nichts mehr hilft, dann werden krude Verschwörungstheorien aufgefahren. Demnächst kommt das Naziargument und der Göring, ich ahne es...

9. Die Jäger haben sich in den vergangenen Jahren stetig geöffnet, was die Naturschützer angeht. Auf der anderen Seite wurde das komplett übersehen bzw. eiskalt ausgenutzt. Verständlich, dass man dann die Gegenseite kritisch beäugt. Und natürlich lehnen wir Jäger Tierschützer und Jagdgegner total ab. Ansonsten wären wir ja noch dümmer, als uns von denen immer unterstellt wird, denn wir sägen uns doch nicht den Ast ab, auf dem wir sitzen. Du lehnst für Deinen Teil die Jagd ja auch komplett ab. Darüber hinaus hat sich auf der Jagd schon viel gewandelt. Der Tierschutzaspekt, dem die Jäger schon immer unter dem so verhassten Begriff der Waidgerechtigkeit nachhingen, rückt ganz ohne Euch immer noch weiter ins Zentrum unseres Tuns. Dafür brauchen wir bestimmt nicht Leute, die ideologisch fragwürdig Tiere als ebenbürtiges Volk betrachten und dem Anteil von 98% fleischessender Bevölkerung genau ihre natürlich-angeborenen Nahrungsgewohnheiten nehmen wollen.

10. Welche Jägerphrasen sind wissenschaftlich falsch? Eben hast Du noch das Gegenteil behauptet.

11. Hoffentlich gelingt mir es tatsächlich, einen Teil der Nichtinformierten zu überzeugen und ihn nicht Euch zu überlassen. Schwer dürfte es nicht sein, denn die besseren Argumente haben wir. Eigentlich gibt es um das zu zeigen, keine besseren Dinge, als Kommentare wie Deinen. Entschuldigung, aber es ist halt so. Und verges die Antorten auf meine Fragen nicht!

Bis dahin

sachliche Grüße

Hunsrückwilderer

PS: Wenn Du Mal in Heidelberg bist, dann melde Dich. Wir besprechen das dann Mal bei einem Bier und danach verstehst Du es vielleicht besser.
zum großen teil wissenschaftlich falschen jägerphrasen tragen nur noch mehr zum ende der jagd bei, auch wenn du vielleicht kurzfristig den ein oder anderen oberflächlich überzeugen kannst.

Anonym hat gesagt…

na dass du als fleischesser und jäger für die aussage mit den "ebenbürtigen völkern" keine vorstellungskraft entwickeln kannst war ja abzusehen.
denkst du dass der fuchs über dem hasen steht, weil er ihn tötet? oder steht der fuchs unter dem hasen, weil er ja ohne dessen fleisch verhungern würde? ich denke dass weder noch. das tier das ein anderes tötet hat keine andere wahl und nimmt somit seinen platz im leben ein, wie jedes andere tier auch. sie leben in einer symbiose, sie sind teil eines ganzen, sie sind gleichwertig, ebenbürtig. wir menschen sind auch teil dieses ganzen. aber im vergleich zu den tieren haben wir menschen ein bewusstsein, welches uns entscheiden lässt auf welche weise wir in dieser welt leben.
und wenn man sieht, wie gleichgültig und grausam die meisten menschen den tieren gegenüberstehen, kann man erkennen, wie unterentwickelt und dumm wir in wirklichkeit sind. tierschützer, veganer etc. sind nur der anfang einer seelischen und geistigen weiterentwicklung der menschheit.

auf einen schlagabtausch will ich mich aber eigentlich gar nich einlassen, weil es nichts bringt (obwohls unterhaltsam ist). bisher konntest du leider kein wirklich haltbares argument für die jagd einbringen. ich wollt aber diese seite nutzen, um für eine wissenschaftliche arbeit ein paar gründe für die jagd zu finden! vielleicht sollte ich mal eine konkrete frage bzw. aussage formulieren und nich nur so paar sätze einwerfen, die dann zerschnipselt werden.

das mit dem bio-fleisch vielleicht noch...
wieviele leute in der BRD sollten denn auch das recht bekommen sich diese nahrung anzueignen? bisher sinds ja etwa 350.000 jäger. sollen doch alle die gern fleisch essen ihren jagdschein machen. wieviel wären das denn dann? über 60 mio.? wo denkst du liegen die grenzen für die anzahl der jäger in unserem land? ich finde der bio-fleisch gedanke ist ganz schön egoistisch...

macht et jut!

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Servus,

1. Man sieht Mal wieder sehr schön, dass die Tierschutzfraktion auf eines Bedacht ist: 98% unserer Bevölkerung ihren Willen aufzudrücken. Mag ja sein, dass die Tiere ethisch auf gleicher Wertungsstufe stehen. Genau wie Hase und Fuchs. Und trotzdem frisst der Fuchs den Hasen. Und klar hast Du Recht damit, dass ich theoretisch nicht auf tierische Nahrung angewiesen bin. Aber es ist unnatürlich. Wer es moralischen Gründen für sich so entscheidet, verdient meinen höchsten Respekt. Aber hört auf, andere Leute fanatisch bekeheren zu wollen. Dass man als Gruppe der Anfang einer besseren seelischen und geistigen Weiterentwicklung der Menschheit sei, haben schon ganz andere von sich behauptet. In den seltensten Fällen ist es der Menschheit zu Wohle geraten.

2. Niemand hat Dich zu diesem Schlagabtausch herausgefordert, den hast Du von ganz alleine begonnen. Dass ich nicht ein stichhaltiges Argument für die Jagd aufstellen konnte, halte ich für hanebüchen: http://hunsrueckwilderer.blogspot.com/2009/01/warum-jagd.html . Auf dieser Seite geht es um nichts anderes. Ich behaupte jetzt einfach Mal das Gegenteil, nämlich dass Du nicht ein einziges schlagendes Argument gegen die Jagd vorbringen konntest. Tu Dir bitte keinen Zwang an, konkrete Fragen zu formulieren. Aber im Grunde ist das wie jede Diskussion mit Jagdgegnern. Wenn es an die Substanz geht und nachgehakt wird, dann verabschieden sie sich in den Weiten des Internets. Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber genau das habe ich schon so oft in irgendwelchen Foren erlebt, dass es mich wirklich nicht groß wundert. Ganz im Ernst: Seitenweise stehen hier Argumente und ich habe Deine Kommentare mehr als detailliert beantwortet. Von Dir kommen nur Ausflüchte...

3. Genau genommen wären es wohl eher etas um die 78 Millionen, aber darum geht es doch auch gar nicht. Es einzig und allein darum, dass Jagd die ökologischste, nachhaltigste und gesündeste Form der Fleischgewinnung ist. Ihr Tierschützer habt eigentlich nur zwei Optionen: Entweder ihr macht den Leuten klar, dass sie aufhören sollen Fleisch zu essen. Weil kaum einer bereit sein wird, dieses Opfer zu bringen, müsstet ihr prinzipiell als allererstes die Jagd als die für euch erträglichste Form der Fleischgewinnung anerkennen. Das geht aber natürlich nicht, weil ihr mit dem Jäger als Feindbild prima hausieren gehen könnt, da hier die Leute auf ein abstraktes Thema treffen, dass sie zunächst nicht vollumfänglich begreifen.

Mach et auch jut.

Anonym hat gesagt…

Dem ist nichts hinzuzufügen. Hunsrückwilderer, deine Argumentationsführung ist beeindruckend. Du gehst auf alle seine Argumente sachlich ein während er einfach nur wirre Informations- und Gerüchtebrocken durch die Gegend schmeißt, ohne darauf zu achten ob er sich nicht vielleicht selber wiederspricht!
Gruß und Waidmannsheil,
Markus

Anonym hat gesagt…

Jäger sind wirklich witzig, nur wenn es um ihren Beutetrieb geht nicht. Dann werden sie rücksichtslos, aggressiv und schrecken auch vor den unglaubwürdigsten Märchen nicht zurück um ihr blutiges Hobby zu rechtfertigen...siehe diese Seite!!
Das eigentliche Problem dabei ist aber, sie glauben es auch noch, ihre Märchen zur Rechtfertigeung des sinnlosen Tötens aus Spass und ohne Notwendigkeit in vielen Bereichen der Jagd. Das sie viele Tiere entsorgen, oder in den Graben schmeissen finden sie sogar noch normal und sprechen dafür von wertvoller Fleischgewinnung.....wenn es nicht so percers briutal und blutig wäre dieser ganze Jagdmist könnte man ja noch über die sich selbstbelügenden Tierkiller lachen, aber so??!!
Erwin

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Hallo Erwin,

mir ist nicht ganz klar, wo es auf dieser Seite bislang rücksichtslos oder aggressiv zugegangen ist - beides sind übrigens Attribute, die mir eher nicht zuzuschreiben sind.

Wenn Du Märchen entdeckt haben willst, dann enttarne sie bitte und lege die Fakten offen. Lass' uns nicht im Dunkel tappen!

In der Tat ist es richtig, dass bisweilen auch Tiere entsorgt werden. Füchse kann man schliesslich nicht essen und durch die hartnäckige und pauschale (!) Schlechtmachung von Naturpelz durch die Tierschützer ist ein Fuchsbalg nicht mehr zu vermarkten. Von den Risiken bzgl. Tollwut und Fuchsbandwurm Mal ganz zu schweigen. Tiere, die Du allerdings im Straßengraben liegen siehst, sind wohl in der Regel nicht durch blutige Jägerhände gestorben, sondern recht unpathetisch vor ein Auto gelaufen. Der Jäger kommt erst später und entsorgt den Kadaver. Freiwillig. Er kommt übrigens auch, wenn ein Tier nur angefahren wurde, um es nachzusuchen und zu erlegen, falls es verletzt ist. Tja, so ist das mit dem Leben und der Welt...

Sachliche Grüße,

Hunsrückwilderer

Anonym hat gesagt…

Interessant welche Meinungen zur Jagd im Volk vorhanden sind. Bei einigen Posts merkt man doch deutlich aus welchem Lager die Leute kommen....
am besten gefällt mir der post vom "Förster" ,bei welcher Sekte der sich wohl sein Gehirn waschen gelassen hat.
Waidmansheil Gruß Chris

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Deinem Post nach zu urteilen bist Du....hmmmmm..... Jäger! :-D

Im Ernst: Ich freue mich auch über kritische Fragen, solange es sachlich bleibt. Schließlich bin ich davon überzeugt, dass es für die Jagd viele gute Argumente gibt. Und wie man sieht: Kritische Stimmen verstummen bisweilen relativ schnell ;-)

Liebe Grüße und Waidmannsheil...

Anonym hat gesagt…

Hallo möchte noch einen Beitrag nachsenden, über Kommentarbeitrag. Von Marz. Unter warum jagen ,wenn Sie gestatten. Sorry, das ich so spät dran bin, aber habe heute erst diese Seiten entdeckt u. mich mal eingelesen.

1. Seite Ewigkeiten gab es nie so dermaßen viele Greifvögel ( insb. Seeadler ) ,Wölfe, Luchse u. Wildkatzen in
Der BRD Deutschland. U. alles , trotz der bösen, alles totschiessenden u. auf den Naturschutz pfeifenden Jäger. ( Zitat ).
Dazu möchte ich gerne etwas sagen. Dies stimmt so nicht, der wichtigste Aspekt, warum das so ist fehlt. Die Gegebenheiten, die wir in dieser Sache heute vorfinden, sind allein dem Engagement von unermüdlichen Naturschützern zu verdanken. Das war ein Kampf auf Biegen u. Brechen, trotz jahrelangem massivstem Widerstand von Seiten der Jagdvereine, konnte eine Schutzregelung vor allem für die Greifvögel durchgesetzt werden. Wären den damals herrschenden Praktiken kein Einhalt geboten worden, würde es was diese Bestände angeht, heute verheerend aussehen. In meiner Jugendzeit waren die Greife Habicht, Sperber, Wanderfalke, Milane durch erbarmungslose Bejagung komplett von der Bildfläche verschwunden. Sogar unser damals letzter Seeadler wurde versehentlich ! , von einem Jäger abgeschossen. Zum Glück hat sich dieses Bewusstsein stark gewandelt. Verbote haben hier nachhaltig gutes bewirkt. Aber dieses sollte nicht vergessen oder weggelassen werden, wenn es darum geht, warum es jetzt so ist.
2. Ob die Arten, die seinerzeit ausgerottet wurden, tatsächlich durch Jäger ausgerottet wurden, lassen wir Mal
Dahingestellt ( Zitat )
Auch hier würde ich, wenn es um Wahrheitsfindungen geht, das Kind beim Namen nennen und nicht dahingestellt lassen. Natürlich war das der Fall, das wissen wir doch. Unter Ausrottung, ist hier das Gebiet gemeint ,in dem wir aufgewachsen sind. Glücklicherweise sind diese Tierarten nur in unserer Region davon betroffen gewesen. Es handelt sich nicht um Aussterben ( vom Erdball verschwunden für immer ). Bartgeier, Steinadler, die Liste ist so lang, was nur auf die Konten von jagenden Menschen geht. Da sollten wir die Kirche im Dorf lassen u. nichts beschönigen. Aus diesem Grund denke ich auch, das Naturschutz u. regulierende Jagd Schadensbegrenzungen sind. D.h. den Schaden den wir angerichtet haben , jetzt durch Wiedergutmachungsversuche zu relativieren, falls überhaupt. Z.B. Wanderfalken aufziehen, auswildern, alles Maßnahmen zur Regulation unseres Fehlverhaltens aus der Vergangenheit.
3. Was Sinn der Fleischverwertung aus dem Wald angeht will ich mich lieber zurückhalten. Dieses Thema ist
Zu komplex. Die Argumente von Ihnen sind verständlich, der andere ist ja nicht drauf eingegangen. Sie wissen aber selbst zu gut, das Fuchs, Dachs,Marder, Iltis,Wiesel,Katze, etc.etc. nicht im Backofen landen. Dieses große Spektrum wird ausgeblendet, so gesehen bezieht sich Ihre Rechtfertigung ausschließlich auf Wildschwein u. Reh. Das wars aber schon mit der Fleischverwertung. Dann sind wir wieder bei dem umstrittenen Regulationsmechanismus u.das ganze Rad fängt wieder von vorne an. Nicht einfach.Habe ja erwähnt das ich kein Jagdgegner bin, jedoch contra eingestellt, was Tiere anbelangt, die geschossen werden, die nicht dem Verzehr dienen. Hier käme es auf einen Versuch an. Habe ja gesehen, das sie auch offen eingestellt sind, was da auf uns zu käme. Wir wissens nicht. Danke für ihr Schlußwort heute morgen. Fuchdiskussion hat mir gefallen. , schließe mich dieser Gesinnung an. Hüben wie drüben. Keine Glaubenskriege....nur so kommen wir weiter.

In diesem Sinne
Mit besten Grüßen.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen, sachliche Kommentare und Fragen sind iwe gesagt hier mehr als willkommen.

Mit meiner Aussage, dass es seit langem nie so viele geschützte Arten in Deutschland gegeben hat, bezog ich mich alleine auf die Verdienste der Jäger in der Gegenwart. Von wem in der Vergangenheit ein Gesinnungswandel vollzogen wurde, kann ich nicht beurteilen, dafür bin ich zu jung. Ich wollte lediglich klarstellen, dass entgegen anderer Darstellungen "die bösen Jäger" eben nicht illegal jeden Greifvogel vom Himmel holen. Trurige Ausnahmen gibt es auch hier leider überall - sie sind aber nach meiner Einschätzung keinesfalls auch nur ansatzweise verbreitet. Wie Sie selber sagen: Das Bewusstsein hat sich gewandelt. Und auch die Jäger haben zu der Bewusstseinsveränderung ebigetragen.

Ich bleibe dabei, dass die Ausrottung vieler Arten nicht durch "Jäger" erfolgt ist. Damit meine ich, dass es sich hier nicht um Leute handelte, die man als "Jäger" bezeichnen sollte. Vielmehr dürften es zu einem Großteil Bauern und Viehwirte gewesen sein, die hier zugeschlagen haben. Natürlich haben auch echte "Jäger" hier ihren Teil beigetragen. Schlussendlich ist aber doch die ganze Haltung heute eine ganz andere, Ausrottungsfeldzüge gegen Prädatoren ein Anachronismus. Man wird doch nicht ernsthaft behaupten wollen, dass die Haltung der Menschen um die vorletzte Jahrhundertwende mit der heutigen vergleichbar ist. Dasselbe gilt für die Jägerschaft.

Hinsichtlich der Verwertungsfrage ist es natürlich richtig, das Raubwild nicht im Backofen landet. Alleine dass aber sonstiges Wild verwertet wird, rechtfertigt in meinen Augen das "Ob" der Jagd. Die Frage der Raubwildbejagung gehört dann schon zum "Wie?", und das ist in der Tat diskutabel. Allerdings ist es nicht richtig, dass sich die Verwertung nur auf Wildschwein und Reh bezieht. Hirsch, Muffel, Hase, Kaninchen, Taube, Ente, Fasan.... Es gibt viele leckere Dinge in unseren Wäldern. Auch Raubzeug könnte man sinnvoll nutzen, wenn man es wollte. Nämlich die Pelze. Aber dass ist heutzutage so ein rotes Tuch, dass selbst ein nicht auf einer Farm erquälter Pelz nicht getragen werden kann. Eigentlich schade. Damit bleibt es in der Tat bei der Frage, ob man Raubwildbejagung zur Unterstützung anderer Arten zulässt oder nicht. Und natürlich vorrangig bei der Frage, ob sich ein Artenschutz hierüber überhaupt erzielen lässt, was sie ja in dem anderen Beitrag bestritten haben. Letzteres wird wissenschaftlich geklärt werden. Für den Moment erachte ich Zahlen, Untersuchungen und Argumente, die für einen Einfluss auf den Artenschutz sprechen, als überzeugender.
Ob man den Abschuss von Raubwild mit dieser Rechtfertigung zulässt, um menschliche Eingriffe zu regulieren, ist dann in meinen Augen eine Grundsatzfrage, die man schlecht mit Absolutheit beantworten kann. Wiedergutmachung durch weitere Eingriffe? Schon schwierig. Andererseits ist das Aussterbenlassen von Arten auch keine Lösung.
ICH bin daher für Raubzeugjagd. Die Natürschützer oder die Jäger vom Ökonomischen Jagdverband würde das neudeutscher ausdrücken: Nachhaltiges Prädatorenmanagement. Hört sich besser an, oder? Vielleicht liegt ja da der Schlüssel zum Erfolg ;)

Ebenfalls beste Grüße.

Anonym hat gesagt…

Ich wollte lediglich klarstellen, dass entgegen anderer Darstellungen "die bösen Jäger" eben nicht illegal jeden Greifvogel vom Himmel holen. Trurige Ausnahmen gibt es auch hier leider überall - sie sind aber nach meiner Einschätzung keinesfalls auch nur ansatzweise verbreitet. ( Ihr Zitat )

Danke für Ihre Antwort.
Ich lasse mal alles so stehen, außer das Zitat oben möchte ich doch wieder nachhaken, das will ich nicht unkommentiert belassen.

Das es Ausnahmen überall gibt, ist doch klar. Jedoch nach Ihrer, Einschätzung auch nur ansatzweise verbreitet ,ist völlig falsch u. entspricht auch nicht der Realität. Sie haben bestimmt schon gemerkt, das ich Greifvogelliebhaber bin, schon von klein auf hatte ich meine Vorliebe für diese entdeckt.

Sie haben bestimmt mitbekommen, das das Greifvogelmassaker in Rhein-land Pfalz u. auch im Ruhrgebiet neue Dimensionen angenommen hat, die wir bisher noch nicht hatten. Leider. Hier werden Tiere massenweise vergiftet u. werden auch diesbezüglich Fallen aufgestellt. Die Hauptübeltäter sind hier leider Hobbyjäger zuzuordnen,einige konnten überführt werden..
Doch gegen die meisten, ermittelt immer noch die Staatsanwaltschaft, leider vergeblich.

Es ist leider so, das vielen Jägern diese immer noch ein Dorn im Auge sind. Schade. Ich dachte das Thema wäre vom Tisch aber leider gibt es viele wo aus irgendwelchen Gründen etwas immer noch tief sitzt.

In meiner Jugendzeit war dies ganz schlimm. ( Hatte schon berichtet. )
Natürlich hat sich das Bewusstsein gewandelt. So wurde auch den Jägern beigebracht, daß wenn ein Habichtterzel in der Fortpflanzung geschossen wird, er damit die ganze Brut vernichtet. Da ist schon einiges passiert.

Ich muß das hier posten, weil die Ereignisse, die in naher Vergangenheit passierten mir Angst machen , welche Typen da am Werk sind.
Man sollte gemeinsam gegen solche Leute vorgehen, u. sich hier wirklich nichts schönreden.

Freundliche Grüße

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Ich will nichts schönreden, aber man sollte alles mit dem richtigen Augenmaß betrachten. Ich persönlich habe wirklich keine Anhaltspunkte dafür, dass illegale Greifvogeltötungen weit verbreitet sind. Mir hat selbst im Vertrauen kein Jäger offenbart, dass er einen Bussard oder Habicht geschossen hat. Während meiner Jagdscheinausbildung wurde der Vater einer Freundin eines solchen Vergehens beschuldigt, allerdings nur inoffiziell und der die Behauptung aufstellende ruderte schnell zurück.

Soweit Greifvögel verfolgt werden, glaube ich noch nicht daran, dass Jäger hier wirklich die Hauptrolle spielen. Insebsondere in den Vergiftungsfällen nicht. Denn hier stünden uns Jägern - das ist wohl nachvollziehbar - effektivere Methoden zur Verfügung. Wie gesagt: Dass schließt nicht aus, dass es auch unter den Jägern schwarze Schafe gibt. Ich denke man darf davon ausgehen, dass in der heutigen Zeit solche Übergriffe aber wesentlich öfter an die mediale Öffentlichkeit kommen würden, wenn sie wirklich flächendeckend wären.

Und wie gesagt: Wie sonst könnten wir in Deutschland heute einen Bestand an Greifvögeln verzeichnen, wie er seit Ewigkeiten nicht mehr dagewesen ist? Wohl kaum, weil die Jäger gesetzeswidrig Greifvögeln nachstellen.

Anonym hat gesagt…

Richtiges Augenmaß finde ich auch gut.
Na dann, Ihr Wort in Gottes Ohr.
Leider treffe ich bei der Nachstellung, wenn ein Vergehen an Greifvögeln vorliegt, oft auf Hobbyjäger.
Sorry, aber habe da fast nur negatives zu berichten was diese Sache angeht.
Sie schreiben, sie glauben das nicht, ändert jedoch nichts daran , was ich so im Laufe der Zeit erlebt habe.
Vielleicht ist es ja bei Euch da oben anders. Mag sein. Bei uns ( Saarland leider nicht. )
Übrigens, unter den sogenannten Vogelschützer sieht es auch nicht anders aus.
Da gibt es z.B. Wanderfalkenfans.
Die beschießen Brutplätze des Uhus , mit Rauchgeschossen, weil sie ihn hier nicht haben wollen.
Grund : zum Beuteschema des Uhu gehört auch der Wanderfalke.

Also.: es geht nur wenn persönliche Sachen zurückgestellt werden, das scheint für viele schwer.
Von der Natur können wir nur lernen, u. es hört nie auf.
Egal von welcher Fraktion irgendjemand kommt, der Respekt vor der Schöpfung sollte immer im
Vordergrund stehen u. auch danach gehandelt werden.
Dann dürfte es egal sein ob jemand Vogelschützer, Jäger u. das ganze Zeugs, ist.
Wir wissen noch viel zu wenig wie die großen Zusammenhänge wirklich funktonieren u. sollten deswegen
Offen u. gespannt, dieser Entwicklung gegenüber stehen.

In diesem Sinne, in der Hoffnung was kleines beim Erforschen beigetragen zu haben.
Schöne Grüße in den Hunsrück.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Hallo,

wenn sie schreiben, dass sie bei Vergehen an Greifvögeln oft auf Hobbyjäger treffen: Wie oft passiert das denn bei Ihnen im Saarland? Ich persönlich habe da ünrigens eine recht strikte Haltung: "Jäger", die so eklatant gegen Naturschutzvorschriften verstossen, sollten ihren Jagdschein abgeben müssen.

Grüße sind angekommen, vielen Dank. Ich grüße zurück!

Anonym hat gesagt…

Im Saarland nicht mehr oft.
Aber schwarze Schafe sind noch da. Das. wird es auch immer wieder mal geben. Das Hauptbetätigungsfeld liegt mittlerweile in Rheinland-Pfalz, bis hoch ins Ruhrgebiet. Dort werden immer wieder diese auffällig. Leider mangelts fast immer an der Beweislage wie im Jüngsten Fall , Heinsberg , wieder ein Bussard mit Schrot gefunden.

Ihre strikte Haltung finde ich gut, natürlich , sollten diese Leute den Jagdschein abgeben, was durchaus passiert , wenn Sie überführt werden. Das ist aber das Hauptproblem, dieses nachzuweisen. Filmmaterial, Fotos, u. dgl.
Das ist zu mühsam.. Was ich machen kann, ist wie jetzt, dank moderner Technik, auf gewisse Mißstände hinzuweisen, das solchen Leuten irgendwann, das Wasser immer mehr abgegraben wird. Insofern kann Internet auch viel helfen u. es wird ja auch Gebrauch davon gemacht. Was die Vergiftungsaktionen angeht, Fallen aufstellen für Greifer, ist auch noch nichts bewiesen. Es stehen zwar Pächter unter Verdacht, aber das ist es auch bis jetzt.
Natürlich sollte hier nicht außer Acht gelassen werden, das Greifvogelhasser auch in der Bevölkerung zu suchen sind. Es gibt Leute, die machen sich einen Spaß draus auf kreisende Bussarde zu schießen. Angeschossen, gesund gepflegt, ausgewildert, nach 4 Tagen wird das Tier wiedergefunden. Wieder angeschossen, diesmal der andere Flügel.
Je aufgeklärter u. transparenter sowas gemacht wird umso besser wird es auch in Zukunft sein.

Freundliche Grüße

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Sprachen sie eben nicht noch von flächendeckenden Verstößen im Saarland? Aus Rheinland-Pfalz sind mir persönlich gar keine Fälle bekannt. Die unerfreulichen Nachrichten aus NRW sind mir noch im Gedächtnis. Aber auch von dort habe - glücklicherweise - seit nun fast einem jahr nichts mehr gehört.

Gruß und so...

Anonym hat gesagt…

Ich habe nicht von flächendeckend gesprochen, sondern wollte nur sagen das ich im Saarland im Laufe der Jahre andere Erfahrungen gemacht habe. Grund war, das sie sagten Ihnen ist ein Vergehen dieser Art in Ihrem Umfeld auch nur anseitsweise bekannt. Das glaube ich, habe nun mal andere Erfahrungen gemacht, , war nun mal so im Laufe der Jahre. Wenn es so rüberkommt, das ich hier verallgemeinere, dann war das keine Absicht, ich spreche von meinen Begegnungen. Also nochmal: Die Jäger im Saarland verfolgen natürlich nicht flächendeckend Greifvögel. Ich hoffe ich habe das jetzt korrigiert.
O.K. ist ein zu ernstes Thema u. werde auch aufpassen das ich nächstes Mal präziser in meinen Aussagen bin damit erst garnicht solche Mißverständnisse entstehen.
Hoffe, das ist jetzt so angekommen.
Freundliche Grüße in den Hunsrück.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Kein Problem.

Anonym hat gesagt…

Muß mich korrigieren, was die Vergiftungsaktion angeht in NRW.
Die 2 Pächter, die unter Verdacht standen wurden überführt u. wurden zur Verantwortung gezogen.
Wollen wir hoffen das jetzt wieder Ruhe einkehrt. Aber es stimmt schon was Sie sagen, es hat sich schon vieles zum Positiven gewandelt. Sie sind jünger u. sehen das mit anderen Augen, ich bin da noch etwas negativ geprägt aus der Vergangenheit. Heute kommt wirklich sowas viel schneller an das Tageslicht. Früher wäre so etwas garnicht aufgedeckt worden. Aber ich sehe schon die positive Veränderung.
Was mir gut gefallen hat ( NRW ) Hier hatten sich unter anderem Tierschützer u. Jäger solidarisiert, um gemeinsam gegen diese Chaoten vorzugehen.
Das ist schon eine erfreuliche Entwicklung. Als Greifvogelfan kann ich eigentlich zufrieden sein. Hoffentlich bleibt es so. Ab u. zu kommt einem mal zu Ohren, das diese Vögel vielleicht mal wieder bejagt sollen werden, weil sich gerade der Bestand so gut erholt hat. ( Mäusebussarde ). Hoffe das dies nur so paar Ideen von vereinzelten sind. Wäre schön wenn es so bleiben würde, habe auch Ihre Einstellung dazu gesehen. Von den schönen Milane die hier im Herbst immer durchziehen wandern eh viele bei den Italienern in den Netzen. Das besorgen immernoch traurigerweise andere.
Der Habicht ist bei mir auch wieder heimisch u. gibt sich immer atemberaubenden Kämpfen mit den Krähen hin.
Ja, eigentlich kann ich mich nicht beschweren was diese Geschichte heute angeht.
Also in diesem Sinne , danke für die Antworten u. alles Gute in den Hunsrück.

Anonym hat gesagt…

Warum Jagen? Ja, aus Deinem Artikel habe ich herausgelesen, daß der einzige Sinn und Zweck des Ansitzens auf dem Hochsitz der Todesschuß ist. Jagdfieber, Nervenkitzel, wann kommt denn endlich das Wild?? Wann kann ich es endlich abknallen?? Dieses herrliche Gefühl, Herr über Leben und Tod zu sein. Das gibt einen Kick.
Jawohl. Fleisch brauchst Du nicht zum Überleben. Es gibt genügend Früchte, Gemüse, Getreide, von denen Du Dich ernähren könntest.
Du hast einfach nur die Mordslust zu töten. So einfach ist das.
Hubertus Heil

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Ich will mich nicht nur von Früchten, Gemüsen und Getreiden ernähren. Genausowenig wie 98% der übrigen Bevölkerung. So einfach ist das.

Wenn Du meinst, für mich sei nur der Todesschuß Sinn und Zweck des Ansitzens, dann zeigt das, dass Du den obigen Artikel nicht gelesen hast. Oder nicht verstanden.

Schade.

Anonym hat gesagt…

Weshalb jemand, Erfolg u. Freiheit verspürt, nachdem er ein Tier getötet hat ,kann ich obwohl ich schon gleiches tun musste nicht nachvollziehen.
Menschen sind verschieden.
Sie schreiben öfters, welcher Nichtjäger kann von sich schon behaupten.....
Das ist Ihre Sichtweise.
Zur Frage ,wie denken andere darüber: ( ? )
Meine Meinung :
Wenn ich mir in dem was ich mache ganz sicher bin, interessiert mich das was andere darüber denken überhaupt nicht. Warum Sie sich trotzdem Meinungen dazu von Außenstehenden einholen wollen, weil eine starke Prägung oder wer weiß was zu Grunde liegt , ..die Antwort darauf werden Sie nicht von außen bekommen !
Mein Eindruck über Ihre Seiten : Aus meiner Sicht wäre es besser zu versuchen die Dinge
realitätsnaher darzustellen, als eigenes Wunschdenken darzustellen.
Aber die Welt wird subjektiv wahrgenommen u. jeder sieht sie mit seinen eigenen Augen.
Was ihre Beschreibung zur Jagd angeht : sie sitzen stunden lang auf ihrem Hintern , die Steigerung davon, ist noch länger auf dem Hintern zu sitzen bis Sie ans Ziel kommen. Nun ja, jeder hat seine eigenen Vorstellungen u. es sei jedem gegönnt sein Handeln dann auch als Jagd zu bezeichnen.
Das ist keine Wertung, sondern eine Sichtweise , da Sie ja wissen wollen „ was Andere
Darüber denken „
MfG

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Das Gefühl von Erfolg und Freiheit entsteht ja nicht aus der Tatsache des Tötens heraus. Es gründet sich in der Bestätigung einer handwerklichen Fähigkeit, die heutzutage immer weniger Leute besitzen. Anstatt auf einen Supermarkt angewiesen zu sein, kann ich mir mein Schnitzel aus dem Wald holen. Ich formuliere das jetzt bewusst flapsig.

Komischerweise reduziert man doch einen Metzger auch nicht auf den Schlachtvorgang. Warum macht man das so oft bei der Jagd?

Wenn Sie keinen Zugang zum Thema Jagd haben oder mit meiner Art zu Jagen nichts anfangen können, dann sei Ihnen das unbenommen. Ich will nicht missionieren - das überlasse ich Jagdgegnern.

Für Ihre Sicht der Dinge herzlichen Dank.

Beste Grüße

H.

Anonym hat gesagt…

Wenn Sie keinen Zugang zum Thema Jagd haben ...........

Natürlich nicht, weil dies mit Jagd nichts zu tun hat.
Ich bin ja auch kein Astronaut, weil ich morgen früh mit dem Auto zur Arbeit fahre.

Trotzdem viel Spaß , jeder sieht die Welt anders.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Hmmmm,

also ich erlege freilebende Tiere. Ich würde das Jagd nennen. Aber wie schon treffend anmerken. Jeder sieht die Welt anders.

Christoph hat gesagt…

Hallo!

Bin heute durch Zufall auf dieses Blog gestoßen und möchte auch meine Meinung darüber und über die Jagd abgeben.

Zuerst: Ich finde es wirklich lobenswert, wie ausführlich, eindrücklich und sachlich der Hunsrückwilderer schreibt und argumentiert. Da steckt wirklich eine Menge Wissen und Erfahrung dahinter. Das Blog ist sehr informativ und lässt viel Freiraum für Meinung.

Die "Argumente" der Jagdgegner hier sind wenig fundiert und kaum durchdacht. Meistens wirklich nur Fetzen ohne Substanz. Schade.

Ich betrachte die Jagd sehr kritisch. Nicht (nur), weil ich kein Fleisch esse. Einfach deshalb, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass alle Jäger dieselbe Einstellung haben wie der Bloginhaber. Ich kann alle Handlungen nachvollziehen, die damit zu tun haben, den natürlichen Lebensraum heimischer Tiere und Pflanzen zu schützen und zu pflegen. Und wenn dazu der Abschuss von "überschüssigen" Tieren notwendig ist, dann sei es so. Nur: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Jäger öffentlich zugibt, dass er eine Befriedigung erlebt, wenn er ein Tier tötet. Ist es doch genau die Belohnung fürs stundenlange Warten. In dem Zusammenhang wurde auch genannt, dass der Jäger im Moment des Abschusses eine Bestätigung seiner handwerklichen Fähigkeiten erfährt. Man muss schon sehr positiv zum Töten eingestellt sein, um dieses Argument gelten zu lassen.

Als Gegenargument wird gebracht, dass jemand, der nur aufs Töten aus wär, ziemlich schnell die Lust an der Jagd verlieren würde. Aber ist es nicht genau diese Verzögerung, die die Spannung steigen lässt?

Die Sache mit dem Bio-Fleisch finde ich auch nicht gerade geeignet, um die Jagd zu rechtfertigen. Damit das Argument haltbar wäre, müsste die Jagd dazu taugen, ALLE zu ernähren, nicht nur den kleinen Kreis der Jäger und Angehörigen. Dass man das FLeisch der erlegten Tiere essen kann, sehe ich nur als positiven Nebeneffekt.

Dass z.B. Fuchspelze, die aus der Jagd hervorgehen, nicht getragen werden, halte ich für sehr notwendig. Die Leute auf der Straße wissen nicht, woher der Pelz kommt, finden ihn nur "schön" und haben später auch einen Pelz...von irgendeiner Farm aus China.


Dieses Blog regt mich sehr zum Nachdenken an. Seit einem halben Jahr beschäftige ich mich intensiver mit dem Thema Tierrechte und den Wert, der ihnen in unserer Gesellschaft zugeschrieben wird. Seitdem esse ich auch kein Fleisch mehr. Über die Jagd jedoch wusste ich nicht viel. Das ändert sich gerade :)

Gruß an den Hunsrückwilderer!

Gute Nacht!

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Hallo Christoph,

was ein Spitzen-Kommentar, ehrlich. Ich bin froh, dass es endlich einmal jemand schafft, hier sachlich und durchdacht an das Thema heranzugehen, auch wenn er einen anderen Blickwinkel darauf hat. Umso mehr freuen mich natürlich Deine lobenden Worte.

Trotzdem verstehst Du es wohl, wenn ich inhaltlich eine andere Sicht der Dinge habe. Deshalb will ich auf einige Punkte kurz eingehen.

1. Einstellung der Jäger
Du schreibst, dass Du es Dir nicht vorstellen kannst, dass die Mehrheit der Jäger eine ähnliche Einstellung zur Jagd hat. Ich kann diese Frage natürlich auch nicht beantworten. Aber woher nimmst Du diese Erkenntnis? Sind das nicht doch Vorurteile? Ich merke immer wieder, dass ich ein ziemlicher Durchschnittsjäger bin. Sowohl vom Können, als auch von der Einstellung her. Sicherlich gibt es unter den Jägern einige, die unreflektierter an die Sache herangehen. Ich stelle aber immer wieder fest, dass sich die allermeisten sehr intensiv mit ihrem Tun auseinandersetzen - die Zeit auf dem Hochsitz lässt viel Zeit dazu. (...und damit sind wir beim nächsten Punkt)

2. Das Warten
Das Warten, die Verzögerung, steigert keineswegs die Spannung. Spannung kommt in dem Moment auf, in dem man etwas wahrnimmt, etwas sieht, etwas hört. Ansonsten kann das Sitzen einfach pure Entspannung sein. Oder aber pure Qual. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Nieselregen wünscht man sich eigentlich nichts sehnlicher, als nach Hause zu fahren.

3. Bio-Fleisch
Hier machst Du in meinen Augen einen Denkfehler. Unter Deiner Prämisse müsste beispielsweise der Anbau von Bio-Kaffee verboten werden: Er kann ja die Kaffee-Nachfrage insgesamt nicht befriedigen...
Müssten Tierschützer und -rechtler die Jagd nicht im Gegensatz zur Fleischmassenproduktion als das kleinere Übel akzeptieren?


Egal wie. Hab' nochmals herzlichen Dank für den Kommentar, über den ich mich wirklich gefreut habe.

Beste Grüße und gerne Weiterfragen!

H.

Christoph hat gesagt…

Guten Morgen allerseits!

Danke für das Lob, Hunsrückwilderer!

Beim ersten Punkt muss ich ganz klar sagen: Es ist ein Vorurteil. Ich kenne keinen Jäger persönlich. Und doch neigt die Mehrheit der Menschen tendenziell eher dazu, weniger intensiv über Themen nachzudenken und zu reflektieren, als du (was aber auch wieder ein Vorurteil sein kann). Und das habe ich dann auf die Jäger übertragen. Vielleicht sollte ich erstmal ein paar Jäger kennenlernen, bevor ich ihnen sowas vorwerfe.

Punkt 2 überzeugt mich. Was man noch erwähnen könnte, sind die Hobbyjäger, die wahrscheinlich anders an die Sache herangehen, soll ein Hobby doch eher Unterhaltungszwecken dienen.

Zu Punkt 3: Ich denke, dass ich so falsch garnicht denke :)

Denn Kaffee wird angebaut um des Kaffee Willen. Auch der Bio-Kaffee. Jedoch ist der Fleischgewinn heutzutage nicht mehr die Hauptmotivation des Jagens. Die Jagd hat viel höhere Ziele als "nur" nen vollen Menschenmagen.

Natürlich ist die Jagd das kleinere Übel, wenn man sie mit der Massenfleischproduktion vergleicht. Vor allem wegen letzterer esse ich ja kein Fleisch mehr.
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So, das soll es erstmal gewesen sein.

Angenehme Woche wünsch ich!

Christoph

Anonym hat gesagt…

Warum jage ich

Nun,weil es mir freude macht!Diese Freude nuhn genau zu erklären ist aber nicht so einfach!

Ich komme aus einer Jägerfamilie ,seit generationen sind meine verwanten jäger und somit ist für mich die Jagd als solche ein ganz normales Handwerk ja
ein Handwerk das ich sozusagen von der Pike auf gelernt habe, nicht alles was man mir vermittelt hat war richtig,einige dinge sind von der Wildbiologie und der Jagdwissenschaft wiederlegt worden,einige dinge sind nur Thesen zu denen ich meine eigene meinung vertrete, aber Mordlust, ein Gefühl der Macht oder gar sexuelle erregung hab ich bei der jagd noch nie empfunden. Ok,ich geb zu das ich schonmal auf nem Hochsitz Sex hatte aber dabei grieht die jagd recht schnell in den hintergrund gg

Jagd ist das ständige lernen von und mit der Natur,das erleben von Wild und umwelt,ja auch ein Messen mit dem Wild das mir als kleiner Mensch mit seinen Sinnen weit überlegen ist. Jagd ist für mich au8ch der Versuch ein Revier immer etwas besser zu machen,nicht nur was das Jagdbare Wild betrifft und jagd ist auch letztendlich das töten von tieren, das mir als sozusagen finaler Akt auch freude bereitet allerdings eben nicht immer.Wenn ich ein Stück Wild schlecht geschossen habe erfüllt mich das nicht mit freude,wenn ich aufgrund der notwendigen erfüllung des Abschussplanes ein Stäck Wild erlegen muss auch wenn mir garnicht danach ist oder gleich die Ricke mit ihren zwei schwachen Kitze erlege weil alle 3 nunmal recht schwach sind,dann ist dies keine wirkliche freude mehr sondern Handwerk.Eben wie bei jedem anderen Handwerk auch gibt es auch bei der Jagd viele aufgaben die einem keine Freude bereiten ,die aber getan werden müssen oder sollten.

Waidmannsheil

Anonym hat gesagt…

Guten Abend.
Sie schreiben zu Ihren Motiven der Jagd, diese sei unabdingbar und reguliert
Sogar darüber hinaus die Natur. Dazu verwenden Sie oft den Begriff „ aus objektiver Sicht „!
Das ist falsch !
Man kann um Objektivität bemüht sein, das ändert jedoch nichts daran, das eine persönliche
Feststellung stets subjektiv ist.
MfG

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Jetzt wird es aber philosophisch. Soweit ich darüber schreibe, dass Jagd "objektiv notwendig" ist, beruht dies eben nicht alleine auf meiner "subjektiven Meinung", sondern auf äußeren Tatsachen, die für jeden feststellbar sind - Wildschäden, Verbiss, Krankheiten, Populationen.....

moosbroetchen hat gesagt…

Hallo Hunsrückwilderer,
Menschen wie Du sind schuld! Schuld daran, daß ich seit Anfang der Woche im zarten Alter von 50 Jahren stolzer Jungjäger sein darf ;-) Dein Blog „Warum Jagen“ beinhaltet genau das, was auch ich empfinde, mangels jagdlicher Erfahrung und Schreibtalent bisher so jedoch nicht ausdrücken konnte. Darin ist sehr viel Liebe zur Natur und Kreatur zu finden. Die örtlichen Jäger, die ich seit Jahren kenne, und mich in ihre Mitte auch als Nichtjäger aufgenommen haben, haben in mir ein Feuer entfacht, welches seit Kindheit schlummerte, sich aber wegen Beruf und Ehefrau nicht richtig entzünden durfte. Es sind die meisten Kerls wie Du. Nach dem mich meine Ex zum Mond geschossen hatte, habe ich aber auf den Rat meiner Freunde gehört und selbst den Jagdschein in hiesigem Jagdclub auf klassischem Weg gemacht. Und gerade die Achtung und der Respekt vor dem Leben, jagdliche Ethik und Waidgerechtigkeit werden dort sehr hoch gehalten und auf bewundernswerte Weise vermittelt. Ich bewundere Deine Engelsgeduld und differenzierte Betrachtungsweise, mit der Du auf die Argumente der Jagdgegner eingehst. Es gibt notorisch unverbesserliche, wie überall im Leben. Aber es gibt auch zum Glück noch Menschen, die sich ernsthaft damit auseinandersetzen wollen, so sie denn richtig angesprochen werden. Genau diese scheinbare Sisyphosarbeit, die Du betreibst, ist genau das, was notwendig ist. Und nur auf diese Weise ein scheibchenweises Umdenken in der breiten Bevölkerung möglich macht. Leider haben nicht so viele Jäger das Talent dazu. Einige, weil sie sich nicht so gut formulieren können, Andere, weil sie resigniert haben ob der verbohrten Uneinsichtigkeit mancher Zeitgenossen. Es ist sicher nicht immer angenehm, in diesem Maße unreflektierten Anfeindungen ausgesetzt zu sein. Aber es ist wohl auch Teil des Jägerseins. Umso mehr gebührt Dir Hochachtung und Respekt. Es gibt Idioten in allen Gesellschaftsschichten, ob im Berufs- oder Privatleben, ob in einem Verein oder in der Politik. Doch wie vehement, manchmal sogar militant gegen die Jäger im Allgemeinen von manchen Menschen vorgegangen wird, erschreckt mich immer wieder. Der Metzger ist Nachbar und Freund, der Jäger in den Köpfen Vieler der Bambi-Mörder. Seltsam, daß die Menschen immer wieder so gnadenlos gegen alles vorgehen, was sie nicht verstehen und nicht verstehen wollen. Für sie selbst gibt es jedoch Verständnis meist im Übermaß.
Allseits Waidmannsheil vom moosbroetchen

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Vielen Dank! Soviel Lob - ich bin gerade froh, dass ich vor dem Computer sitze. Sonst hätte ich bestimmt eine rote Birne bekommen...

Ein ganz herzliches, ehrliches Waidmannsheil für Dein erstes Jagdjahr!

Beste Grüße

H.

jan.lienhart hat gesagt…

TOP! Besser kann man es einfach nicht sagen. Jagd ist für mich meistens erholung pur und wenn man dabei etwas erlegt ist es auch gut wenn nicht auch nicht schlimm.

Gruß Jan von ywh der ab Februar 2011 hoffenbtlich den Jugjägerjagschein bestanden hat ihn aber erst im Oktober bekommt.

Hunsrückwilderer hat gesagt…

Gruß zurück und alles Gute für den Schein!

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