"Befriedigung der Mordlust" - was eine Überschrift. Unter dieser wurde gerade ein Artikel auf sueddeutsche.de in Netz gestellt. Als Jäger kann man über diesen einmal mehr nur den Kopf schütteln. Eigentlich nicht nur als Jäger.
Die Frage aller Fragen
Die dahinter stehende Frage ist bei weitem nicht neu: "Warum Jagd?" In unseren urbanisierten Zeiten, in denen Strom aus der Steckdose, Geld aus dem Automaten und Fleisch aus der Kühltruhe kommt, wird sie nur häufiger aufgeworfen, weil immer mehr Leuten der Zugang zum Thema Natur fehlt. Und dort, wo ein Zugang besteht, ist er nicht selten durch ein wild-romantisches Bild überlagert, dass durch die Medien transportiert wird. Dies gilt für das Thema Jagd noch einmal in höherem Maße. Welcher Nichtjäger kann schon von sich behaupten, sich mit dem Thema näher auseinandergesetzt zu haben? Schade ist es dann, wenn man als ersten Einstieg in das Thema über so einen Artikel stolpert: Gesäte Vorurteile fallen dann auf einen durch Unkenntnis vorbereiteten Boden und ein falsches Bild zum Thema Jagd brennt sich ein. Grundsätzlich gehe ich das Thema Jagd relativ offensiv an. Lerne ich jemand neues kennen, dann wird er von mir relativ schnell erfahren, dass ich Jäger bin. Auffällig ist dabei, dass sich eine anfängliche Skepsis schnell legt und sich in echtes Interesse umwandelt, wenn man den Leuten ein wenig Einblick in die Thematik gibt. Auf diesem Wege habe ich mittlerweile einen festen Kreis von Freunden und Bekannten rekrutiert, die wann immer möglich mit mir zusammen rausfahren. Einer davon ist sogar überzeugter Vegetarier (Gruß an dieser Stelle übrigens an die Angesprochenen, ich weiß, Ihr lest mit ;-) ).
Am besten lässt sich dies natürlich bei einem gemütlichen Bier vermitteln. Wer mich irgendwann persönlich trifft, der spreche mich darauf an, wir holen es dann nach. Für den Moment und an dieser Stelle muss allerdings dieses Medium herhalten, um auf einige Dinge aufmerksam zu machen.
Isst Du noch Fleisch, oder lebst Du schon vegan?
Zunächst will ich eine ganz banale Frage stellen: Isst Du Fleisch? Die Wahrscheinlichkeit, dass Du diese Frage mit Nein beantwortest, ist nicht sonderlich hoch. Nach der Nationalen Verzehrstudie II des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus dem Jahre 2008 bezeichnen sich nur rund 1,6% der Bevölkerung als Vegetarier (NVS II, S. 97). Wenn Du diese Frage hingegen mit Ja beantwortest, dann ist eigentlich schon an dieser Stelle kein Raum mehr für eine Haltung, die sich grundsätzlich gegen die Jagd richtet. Jagd ist nämlich unter ganz pragmatischen Gesichtspunkten in erster Linie eines: Ein Handwerk, dass seit Jahrtausenden der Lebensmittelgewinnung des Produktes Fleisch dient. Und hierbei werden die wildesten Fantasien aller Öko- und Bioanhänger beinharte Realität: Keine Massentierhaltung, keine tierschutzwidrigen Schlachttransporte über tausende Kilometer, keine Verseuchung des Fleisches mit Medikamenten und Hormonen, kein Schlachtstress, hervorragende Ökobilanz, keine Fütterung mit BSE-verursachendem Tiermehl. Naturnäher, ökologischer, nachhaltiger und schonender wie durch die Jagd kann man kein Fleisch gewinnen. Daher ist es umso erstaunlicher, dass der Jäger der Prototyp des Feindbildes eines jeden Tierschützers ist. Angesichts der oben genannten Zahlen ist es utopisch zu glauben, dass ein Großteil der Bevölkerung dazu bereit wäre, auf das Essen von Fleisch zu verzichten. Insoweit ist es aber gerade die Jagd, die den Tierschützern als die am ehesten vertretbare Variante der Fleischgewinnung erscheinen müsste, wenn es Ihnen tatsächlich um Sachlichkeit ginge. Genau das ist aber nicht der Fall.
Jagd ist objektiv nützlich
Natürlich kann man sich auch strikt dagegen aussprechen, Tiere zu essen und aufgrundessen die Jagd für sich persönlich ablehnen. Diese Haltung soll hier niemandem genommen werden. Es ist eine Grundeinstellung, die es zu respektieren gilt, auch wenn sie in meinen Augen eine unnatürliche Verschiebung von Wertmaßstäben mit sich bringt. Aber das ist ein anderes Thema. Dennoch besteht auch in diesem Fall eine objektive Notwendigkeit für die Jagd. Das, was wir heuzutage als Natur bezeichnen, verdient diesen Namen schon lange nicht mehr. Treffender wäre es, von der Kulturlandschaft zu sprechen: Freiflächen werden als Weiden und Äcker zum Anbau von Feldfrüchten benutzt. Die Wälder, die es heutzutage gibt, sind von Menschenhand geschaffen und kultiviert. Dies bringt zwei Probleme mit sich. Zum einen regulieren sich die Wildbestände nicht mehr bzw. anders. Zum anderen beinhaltet die weitreichende Nutzung der Kulturlandschaft eine wirtschaftlich-relevante Komponente - spätestens seit "Bauer sucht Frau" wissen wir wieder, dass es tatsächlich Leute gibt, die mit Land- und Forstwirtschaft ihr Geld verdienen.
Jagd reguliert
Benötigen unsere Wildbestände zwingend eine Regulation von aussen, namentlich durch die Jagd? Sagen wir es so: Die Welt würde mit Sicherheit nicht untergehen. Natürlich kann man alles seinen freien Lauf lassen, ohne dass das gesamte Ökosystem in sich zusammenfallen würde. Doch welche Konsequenzen stehen noch im Raum? Fakt ist: Eine Ausbreitung der Wildbestände, die nicht mehr durch Wolf, Luchs oder Bär "kontrolliert" wird, würde nicht bis ins unendliche weiterlaufen. In der Regel wird diese an zwei Momenten gestoppt: Entweder, der Lebensraum bietet nicht mehr genug Nahrung und ein Teil der Wildtiere verhungert oder aber es brechen Krankheiten aus, die den jeweiligen Wildbestand entsprechend einbrechen lassen. Man kann sich also zurücklehnen und diese Zyklen über sich ergehen lassen, man kann aber auch die ohnehin nachwachsende Ressource Wild sinnvoll, nachhaltig und schonend nutzen und so gleichzeitig Seuchen- und Hungertod vermeiden.
Hierneben tritt das Problem, dass wie gesagt nicht das ganze Ökosystem in sich zusammenbricht, wohl aber einige heimische Arten schlichtweg verschwinden und auch sonst negative Auswirkungen in Flora und Fauna spürbar werden würden: Bei überhöhten Beständen stellt sich beispielsweise das Problem, dass durch die erschwerte Nahrungssuche der Wildtiere vor allem junge Bäume als Ersatznahrung herhalten müssen. Durch den Verbiss, also das Abfressen der jungen Triebe und das Schälen der Rinde wird so das natürliche Nachwachsen von Wald erheblich erschwert. Zudem haben bereits jetzt, trotz der Bejagung von Beutegreifern wie Fuchs und Marder, einige Arten akute Probleme, ihre Populationen aufrecht zu erhalten. Dies gilt insbesondere für Wiesenbrüter. Dabei zeigen aktuelle Studien (Auszüge aus der SOVON-Studie auf deutsch), dass hier insbesondere der Prädationsdruck durch Beutegreifer eine für den Rückgang relevante Größe darstellt. Hinter diesem Argument für die Jagd steht natürlich eine Wertentscheidung, ob man in die "Natur" regulierend eingreifen sollte oder nicht, die durchaus unterschiedlich betrachtet werden kann. Ich persönlich glaube, dass der regulierende Eingriff zugunsten einer vielreichen und an den Lebensraum angepassten Tier- und Pflanzenwelt notwendig und gerechtfertigt ist. Hiergegen wird immer wieder vorgebracht, die Menschheit hätten diesen Zustand erst künstlich erschaffen und die daraus resultierenden Folgen dürften nicht zulasten von Arten gehen, die in der Folge bejagt werden, so zB beim Fuchs oder der Rabenkrähe. Das mag durchaus richtig sein, greift aber zu kurz. Denn vielfach haben diese Arten erst durch die Kultivierung der Landschaft Lebensbedingungen erfahren, die ihnen gegenüber ihren Beutetieren immense Vorteile verschaffen und so überhaupt erst ihre Ausbreitung in hohen Dichten ermöglichten. Man kann so im Umkehrschluss auch eine Verantwortung des Menschen für den Erhalt derjenigen Arten herleiten, die eben hieraus Nachteile erfahren.
Jagd als wirtschaftlicher Faktor
Einzugehen ist noch auf die wirtschaftliche Komponente. Gerade die aktuell-hohen Wildschweinbestände (Warum gibt es soviele Wildschweine?)machen deutlich, dass nicht-regulierte Wildbestände zu einem echten Problem werden können. Reh- und Rotwild verursachen Schäden durch Schälen und Verbiss im Wald, was sich durch die verringerten Einnahme der Bundes- und Landesforsten vor allem auch in der Staatskasse bemerkbar macht. Vor allem das Schwarzwild verursacht hohe Wildschäden in Feldfrüchten, die zu Lasten der Landwirte gehen. All dies hat nicht zuletzt auch volkswirtschaftliche Konsequenzen. Werden aber heute schon allenthalben die hohen Wildschäden beklagt, wie sähe das dann nur ohne Jagd aus?
Fazit
Halten wir also fest:
Die Frage aller Fragen
Die dahinter stehende Frage ist bei weitem nicht neu: "Warum Jagd?" In unseren urbanisierten Zeiten, in denen Strom aus der Steckdose, Geld aus dem Automaten und Fleisch aus der Kühltruhe kommt, wird sie nur häufiger aufgeworfen, weil immer mehr Leuten der Zugang zum Thema Natur fehlt. Und dort, wo ein Zugang besteht, ist er nicht selten durch ein wild-romantisches Bild überlagert, dass durch die Medien transportiert wird. Dies gilt für das Thema Jagd noch einmal in höherem Maße. Welcher Nichtjäger kann schon von sich behaupten, sich mit dem Thema näher auseinandergesetzt zu haben? Schade ist es dann, wenn man als ersten Einstieg in das Thema über so einen Artikel stolpert: Gesäte Vorurteile fallen dann auf einen durch Unkenntnis vorbereiteten Boden und ein falsches Bild zum Thema Jagd brennt sich ein. Grundsätzlich gehe ich das Thema Jagd relativ offensiv an. Lerne ich jemand neues kennen, dann wird er von mir relativ schnell erfahren, dass ich Jäger bin. Auffällig ist dabei, dass sich eine anfängliche Skepsis schnell legt und sich in echtes Interesse umwandelt, wenn man den Leuten ein wenig Einblick in die Thematik gibt. Auf diesem Wege habe ich mittlerweile einen festen Kreis von Freunden und Bekannten rekrutiert, die wann immer möglich mit mir zusammen rausfahren. Einer davon ist sogar überzeugter Vegetarier (Gruß an dieser Stelle übrigens an die Angesprochenen, ich weiß, Ihr lest mit ;-) ).
Am besten lässt sich dies natürlich bei einem gemütlichen Bier vermitteln. Wer mich irgendwann persönlich trifft, der spreche mich darauf an, wir holen es dann nach. Für den Moment und an dieser Stelle muss allerdings dieses Medium herhalten, um auf einige Dinge aufmerksam zu machen.
Isst Du noch Fleisch, oder lebst Du schon vegan?
Zunächst will ich eine ganz banale Frage stellen: Isst Du Fleisch? Die Wahrscheinlichkeit, dass Du diese Frage mit Nein beantwortest, ist nicht sonderlich hoch. Nach der Nationalen Verzehrstudie II des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus dem Jahre 2008 bezeichnen sich nur rund 1,6% der Bevölkerung als Vegetarier (NVS II, S. 97). Wenn Du diese Frage hingegen mit Ja beantwortest, dann ist eigentlich schon an dieser Stelle kein Raum mehr für eine Haltung, die sich grundsätzlich gegen die Jagd richtet. Jagd ist nämlich unter ganz pragmatischen Gesichtspunkten in erster Linie eines: Ein Handwerk, dass seit Jahrtausenden der Lebensmittelgewinnung des Produktes Fleisch dient. Und hierbei werden die wildesten Fantasien aller Öko- und Bioanhänger beinharte Realität: Keine Massentierhaltung, keine tierschutzwidrigen Schlachttransporte über tausende Kilometer, keine Verseuchung des Fleisches mit Medikamenten und Hormonen, kein Schlachtstress, hervorragende Ökobilanz, keine Fütterung mit BSE-verursachendem Tiermehl. Naturnäher, ökologischer, nachhaltiger und schonender wie durch die Jagd kann man kein Fleisch gewinnen. Daher ist es umso erstaunlicher, dass der Jäger der Prototyp des Feindbildes eines jeden Tierschützers ist. Angesichts der oben genannten Zahlen ist es utopisch zu glauben, dass ein Großteil der Bevölkerung dazu bereit wäre, auf das Essen von Fleisch zu verzichten. Insoweit ist es aber gerade die Jagd, die den Tierschützern als die am ehesten vertretbare Variante der Fleischgewinnung erscheinen müsste, wenn es Ihnen tatsächlich um Sachlichkeit ginge. Genau das ist aber nicht der Fall.
Jagd ist objektiv nützlich
Natürlich kann man sich auch strikt dagegen aussprechen, Tiere zu essen und aufgrundessen die Jagd für sich persönlich ablehnen. Diese Haltung soll hier niemandem genommen werden. Es ist eine Grundeinstellung, die es zu respektieren gilt, auch wenn sie in meinen Augen eine unnatürliche Verschiebung von Wertmaßstäben mit sich bringt. Aber das ist ein anderes Thema. Dennoch besteht auch in diesem Fall eine objektive Notwendigkeit für die Jagd. Das, was wir heuzutage als Natur bezeichnen, verdient diesen Namen schon lange nicht mehr. Treffender wäre es, von der Kulturlandschaft zu sprechen: Freiflächen werden als Weiden und Äcker zum Anbau von Feldfrüchten benutzt. Die Wälder, die es heutzutage gibt, sind von Menschenhand geschaffen und kultiviert. Dies bringt zwei Probleme mit sich. Zum einen regulieren sich die Wildbestände nicht mehr bzw. anders. Zum anderen beinhaltet die weitreichende Nutzung der Kulturlandschaft eine wirtschaftlich-relevante Komponente - spätestens seit "Bauer sucht Frau" wissen wir wieder, dass es tatsächlich Leute gibt, die mit Land- und Forstwirtschaft ihr Geld verdienen.
Jagd reguliert
Benötigen unsere Wildbestände zwingend eine Regulation von aussen, namentlich durch die Jagd? Sagen wir es so: Die Welt würde mit Sicherheit nicht untergehen. Natürlich kann man alles seinen freien Lauf lassen, ohne dass das gesamte Ökosystem in sich zusammenfallen würde. Doch welche Konsequenzen stehen noch im Raum? Fakt ist: Eine Ausbreitung der Wildbestände, die nicht mehr durch Wolf, Luchs oder Bär "kontrolliert" wird, würde nicht bis ins unendliche weiterlaufen. In der Regel wird diese an zwei Momenten gestoppt: Entweder, der Lebensraum bietet nicht mehr genug Nahrung und ein Teil der Wildtiere verhungert oder aber es brechen Krankheiten aus, die den jeweiligen Wildbestand entsprechend einbrechen lassen. Man kann sich also zurücklehnen und diese Zyklen über sich ergehen lassen, man kann aber auch die ohnehin nachwachsende Ressource Wild sinnvoll, nachhaltig und schonend nutzen und so gleichzeitig Seuchen- und Hungertod vermeiden.
Hierneben tritt das Problem, dass wie gesagt nicht das ganze Ökosystem in sich zusammenbricht, wohl aber einige heimische Arten schlichtweg verschwinden und auch sonst negative Auswirkungen in Flora und Fauna spürbar werden würden: Bei überhöhten Beständen stellt sich beispielsweise das Problem, dass durch die erschwerte Nahrungssuche der Wildtiere vor allem junge Bäume als Ersatznahrung herhalten müssen. Durch den Verbiss, also das Abfressen der jungen Triebe und das Schälen der Rinde wird so das natürliche Nachwachsen von Wald erheblich erschwert. Zudem haben bereits jetzt, trotz der Bejagung von Beutegreifern wie Fuchs und Marder, einige Arten akute Probleme, ihre Populationen aufrecht zu erhalten. Dies gilt insbesondere für Wiesenbrüter. Dabei zeigen aktuelle Studien (Auszüge aus der SOVON-Studie auf deutsch), dass hier insbesondere der Prädationsdruck durch Beutegreifer eine für den Rückgang relevante Größe darstellt. Hinter diesem Argument für die Jagd steht natürlich eine Wertentscheidung, ob man in die "Natur" regulierend eingreifen sollte oder nicht, die durchaus unterschiedlich betrachtet werden kann. Ich persönlich glaube, dass der regulierende Eingriff zugunsten einer vielreichen und an den Lebensraum angepassten Tier- und Pflanzenwelt notwendig und gerechtfertigt ist. Hiergegen wird immer wieder vorgebracht, die Menschheit hätten diesen Zustand erst künstlich erschaffen und die daraus resultierenden Folgen dürften nicht zulasten von Arten gehen, die in der Folge bejagt werden, so zB beim Fuchs oder der Rabenkrähe. Das mag durchaus richtig sein, greift aber zu kurz. Denn vielfach haben diese Arten erst durch die Kultivierung der Landschaft Lebensbedingungen erfahren, die ihnen gegenüber ihren Beutetieren immense Vorteile verschaffen und so überhaupt erst ihre Ausbreitung in hohen Dichten ermöglichten. Man kann so im Umkehrschluss auch eine Verantwortung des Menschen für den Erhalt derjenigen Arten herleiten, die eben hieraus Nachteile erfahren.
Jagd als wirtschaftlicher Faktor
Einzugehen ist noch auf die wirtschaftliche Komponente. Gerade die aktuell-hohen Wildschweinbestände (Warum gibt es soviele Wildschweine?)machen deutlich, dass nicht-regulierte Wildbestände zu einem echten Problem werden können. Reh- und Rotwild verursachen Schäden durch Schälen und Verbiss im Wald, was sich durch die verringerten Einnahme der Bundes- und Landesforsten vor allem auch in der Staatskasse bemerkbar macht. Vor allem das Schwarzwild verursacht hohe Wildschäden in Feldfrüchten, die zu Lasten der Landwirte gehen. All dies hat nicht zuletzt auch volkswirtschaftliche Konsequenzen. Werden aber heute schon allenthalben die hohen Wildschäden beklagt, wie sähe das dann nur ohne Jagd aus?
Fazit
Halten wir also fest:
- Jagd ist Handwerk, welches der ökologischen Gewinnung hochwertigen Wildfleisches dient.
- Jagd nutzt nachhaltig die natürlich-nachwachsende Ressource Wild und reguliert dabei die Wildbestände auf einem angemessenen Niveau.
- Jagd hat eine naturschützende Komponente, indem sie dem Erhalt seltener Arten dient.
- Jagd ist ökonomisch wichtig, da sie negative-wirtschaftliche Folgen durch zu hohe Wildschäden verhindert.
Das soweit zu den objektiven Gründen, die für die Notwendigkeit der Jagd sprechen. Eine andere Frage ist natürlich, aus welcher Motivation heraus der Jäger seinem Handwerk nachgeht. Dazu werde ich bei Gelegenheit an anderer Stelle etwas ausführlicher schreiben. Nur soviel: Seitens der Jagdgegner wird es immer gerne so dargestellt, als würde man als Jäger abends vor lauter Frust und Mordlust mit dem Gewehr in den Wald fahren und auf irgendwelche Tiere schiessen. Wäre das alles, was dahinter steht, dann wäre man recht schnell erst recht frustriert. In der FAZ war neulich zu lesen, dass man errechnet hat, das es bis zu 30 Stunden Ansitz benötigt, um ein Wildschwein zu schiessen. Das Erlegen von Wild ist zwar der finale Zweck der Jagd, aber eben doch nur einer von vielen Gründen, die den Reiz hieran ausmachen.
Der Artikel auf sueddeutsche.de
Werfen wir abschließend einen Blick auf die Behauptungen, mit denen der Artikel auf suedeutsche.de aufwartet.
Zur Selbstregulierung der Bestände habe ich oben bereits Stellung bezogen. So muss auch Ragnar Kinzelbach einräumen, dass es drastische Wildschäden gibt - da frage ich mich: Wohin würden sich diese seiner Meinung nach entwickeln, wenn man die Jagd nach seinen Wünschen komplett einstellt? Natürlich wird wieder angeführt, die Jäger würden durch Fütterung die Bestände künstlich erhöhen. Zugegebenermaßen kann man über die Fütterung von Wildtieren geteilter Meinung sein. Zurecht verweist jedoch Stephan Bröl vom DJV darauf, dass die Fütterung wenn überhaupt nur sehr eingeschränkt zulässig ist. In Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern ist sie beispielsweise überhaupt nicht mehr erlaubt. Insoweit ist es naheliegend, dass die sich erhöhenden Wildbestände eben nicht auf die Fütterung von Jägern, sondern vielmehr auf gewandelte Umweltverhältnisse zurückzuführen sind, wie es auch Josef Reichholf in dem Artikel darstellt. In diesem Kontext muss auch die Frage erlaubt sein, ob eine Fütterung in Notzeiten nicht doch dazu beiträgt, dass Schäl- und Verbissschäden im Wald reduziert werden, ohne dabei die Bestände künstlich zu erhöhen. In diesem Fall würde man dem Wild kein zusätzliches Nahrungsangebot schaffen (dieses besteht in den Trieben der Bäume ohnehin), sondern nur eine entsprechende Ausweichmöglichkeit.
Immer wieder gern wird von Jagdkritikern behauptet, dass die Jagd genau das Gegenteil von dem bewirke, was sie eigentlich bezwecke. Bejagte Tiere würden sich stets mehr vermehren, als nicht bejagte. Seltene Tierarten würden indes noch weniger werden. In diesem Sinne wird auch Reicholf bei sueddeutsche.de zitiert. Dieses Ergebnis will er nach Untersuchungen bei Bisamratten bestätigt haben. Zunächst einmal spricht er aber nur von höheren Reproduktionsraten, die eben nicht gleichbedeutend mit der Entwicklung der Populationszahlen sind. Selbst wenn sich die Reproduktionsrate infolge von Bejagung erhöht, erhöht sich die Population selbst nicht, wenn der Reproduktionszuwachs durch die Bejagung wieder abgeschöpft wird. Bleibt die Bejagung im Gegensatz dazu völlig aus, kommt es unweigerlich zu einer Erhöhung der Bestände, bis die Kapazität des Lebensraumes erschöpft ist. Im übrigen halte ich die These für gewagt, dass die Ergebnisse, die in Bezug auf die Bisamratte gewonnen wurden, unbesehen auf andere Tierarten übertragen werden können. Wenn dem aber tatsächlich so wäre, dann müsste man konsequenterweise gerade gefährdete Tierarten bejagen, denn deren Bestände sollten sich hierdurch ja erhöhen und deren Beutegreifer schonen. Ein gewagter Ansatz. Hier haben wir es in meinen Augen wieder mit dem Phänomen zu tun, dass krampfhaft versucht wird, der Jagd die Rechtfertigung abzusprechen. Jagen wir auf Feldhasen oder wird die Bejagung von Kormoran oder Fischreiher erwogen, so wird uns entgegengehalten, die Bestände seien gefährdet und würden durch weitere Bejagung unhaltbar belastet. Bejagen wir auf der anderen Seite den Fuchs und Wildschwein, dann soll die Jagd auf einmal zu einer weiteren Erhöhung der Populationen führen. Mich erinnert dies ein wenig an Pipi Langstrumpf: "...ich mach mir die Welt, wie sie mehr gefällt..." Außerdem zeigen die Zahlen der oben bereits zitierten SOVON-Studie etwas anderes.
Und wenn nichts mehr hilft, dann wird die Nazikeule geschwungen. Auch dieses Verhalten ist uns Jägern wohlbekannt, ließ sich doch leider Hermann Göring als Reichsjägermeister betiteln. Unausrottbar ist dabei die Legende, dass das Reichsjagdgesetz von diesem erdacht wurde. Richtig ist: Die Grundlagen hierfür wurden schon im preußischen Ministerium für Landwirtschaft gelegt (Mehr zu diesem Thema bei jagdblog.blogspot.com) und in der Folge von Ulrich Scherping ausgearbeitet.
Resümee
Jagd ist notwendig. Das soll die Quintessenz dieser Überlegungen sein. Diese Feststellung ist natürlich nur Grundlage für weitere Diskussion - über Sinn und Unsinn der Jagd in speziellen Fragen, ist nämlich noch lange nichts gesagt. Klar ist auch, dass die Jagd in manchen Bereichen Nachholbedarf hat. Dies ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Feststellung, dass viele Argumente, die gegen die Jagd vorgebracht werden, bei genauerem Hinsehen nicht stichhaltig sind.
In diesem Sinne: Mach Dir Dein eigenes Bild und ess mehr Wildfleisch!
Wer sich weiter mit dem Thema Jagd und Jäger beschäftigen will, dem kann ich den Film "Charlotte Roche unter Jägern" wärmstens empfehlen!
Der Artikel auf sueddeutsche.de
Werfen wir abschließend einen Blick auf die Behauptungen, mit denen der Artikel auf suedeutsche.de aufwartet.
Zur Selbstregulierung der Bestände habe ich oben bereits Stellung bezogen. So muss auch Ragnar Kinzelbach einräumen, dass es drastische Wildschäden gibt - da frage ich mich: Wohin würden sich diese seiner Meinung nach entwickeln, wenn man die Jagd nach seinen Wünschen komplett einstellt? Natürlich wird wieder angeführt, die Jäger würden durch Fütterung die Bestände künstlich erhöhen. Zugegebenermaßen kann man über die Fütterung von Wildtieren geteilter Meinung sein. Zurecht verweist jedoch Stephan Bröl vom DJV darauf, dass die Fütterung wenn überhaupt nur sehr eingeschränkt zulässig ist. In Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern ist sie beispielsweise überhaupt nicht mehr erlaubt. Insoweit ist es naheliegend, dass die sich erhöhenden Wildbestände eben nicht auf die Fütterung von Jägern, sondern vielmehr auf gewandelte Umweltverhältnisse zurückzuführen sind, wie es auch Josef Reichholf in dem Artikel darstellt. In diesem Kontext muss auch die Frage erlaubt sein, ob eine Fütterung in Notzeiten nicht doch dazu beiträgt, dass Schäl- und Verbissschäden im Wald reduziert werden, ohne dabei die Bestände künstlich zu erhöhen. In diesem Fall würde man dem Wild kein zusätzliches Nahrungsangebot schaffen (dieses besteht in den Trieben der Bäume ohnehin), sondern nur eine entsprechende Ausweichmöglichkeit.
Immer wieder gern wird von Jagdkritikern behauptet, dass die Jagd genau das Gegenteil von dem bewirke, was sie eigentlich bezwecke. Bejagte Tiere würden sich stets mehr vermehren, als nicht bejagte. Seltene Tierarten würden indes noch weniger werden. In diesem Sinne wird auch Reicholf bei sueddeutsche.de zitiert. Dieses Ergebnis will er nach Untersuchungen bei Bisamratten bestätigt haben. Zunächst einmal spricht er aber nur von höheren Reproduktionsraten, die eben nicht gleichbedeutend mit der Entwicklung der Populationszahlen sind. Selbst wenn sich die Reproduktionsrate infolge von Bejagung erhöht, erhöht sich die Population selbst nicht, wenn der Reproduktionszuwachs durch die Bejagung wieder abgeschöpft wird. Bleibt die Bejagung im Gegensatz dazu völlig aus, kommt es unweigerlich zu einer Erhöhung der Bestände, bis die Kapazität des Lebensraumes erschöpft ist. Im übrigen halte ich die These für gewagt, dass die Ergebnisse, die in Bezug auf die Bisamratte gewonnen wurden, unbesehen auf andere Tierarten übertragen werden können. Wenn dem aber tatsächlich so wäre, dann müsste man konsequenterweise gerade gefährdete Tierarten bejagen, denn deren Bestände sollten sich hierdurch ja erhöhen und deren Beutegreifer schonen. Ein gewagter Ansatz. Hier haben wir es in meinen Augen wieder mit dem Phänomen zu tun, dass krampfhaft versucht wird, der Jagd die Rechtfertigung abzusprechen. Jagen wir auf Feldhasen oder wird die Bejagung von Kormoran oder Fischreiher erwogen, so wird uns entgegengehalten, die Bestände seien gefährdet und würden durch weitere Bejagung unhaltbar belastet. Bejagen wir auf der anderen Seite den Fuchs und Wildschwein, dann soll die Jagd auf einmal zu einer weiteren Erhöhung der Populationen führen. Mich erinnert dies ein wenig an Pipi Langstrumpf: "...ich mach mir die Welt, wie sie mehr gefällt..." Außerdem zeigen die Zahlen der oben bereits zitierten SOVON-Studie etwas anderes.
Und wenn nichts mehr hilft, dann wird die Nazikeule geschwungen. Auch dieses Verhalten ist uns Jägern wohlbekannt, ließ sich doch leider Hermann Göring als Reichsjägermeister betiteln. Unausrottbar ist dabei die Legende, dass das Reichsjagdgesetz von diesem erdacht wurde. Richtig ist: Die Grundlagen hierfür wurden schon im preußischen Ministerium für Landwirtschaft gelegt (Mehr zu diesem Thema bei jagdblog.blogspot.com) und in der Folge von Ulrich Scherping ausgearbeitet.
Resümee
Jagd ist notwendig. Das soll die Quintessenz dieser Überlegungen sein. Diese Feststellung ist natürlich nur Grundlage für weitere Diskussion - über Sinn und Unsinn der Jagd in speziellen Fragen, ist nämlich noch lange nichts gesagt. Klar ist auch, dass die Jagd in manchen Bereichen Nachholbedarf hat. Dies ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Feststellung, dass viele Argumente, die gegen die Jagd vorgebracht werden, bei genauerem Hinsehen nicht stichhaltig sind.
In diesem Sinne: Mach Dir Dein eigenes Bild und ess mehr Wildfleisch!
Wer sich weiter mit dem Thema Jagd und Jäger beschäftigen will, dem kann ich den Film "Charlotte Roche unter Jägern" wärmstens empfehlen!



17 Kommentare:
Gut gekontert! Bin Nichtjäger und angehender Biologe, und muss sagen, dass die meisten "Argumente" der Jagdgegner oft erkennbar auf Ideologie und einem völlig entfremdeten Naturverständnis fußen. Ich finde es gut, das sich hier mal jemand die Mühe macht, sachlich die Jagdgegnerargumente zu entkräften, und nicht immer gleich "an die Decke" zu gehen wie viele Jäger. Das nutzt eher den Jagdgegnern! Man müsste viel mehr gegen die allgemeine "Bambisierung" des Naturverständnisses der allgemeinheit tun! Weiter so!
Lieben Dank! Es tut natürlich gut, wenn so ein Lob von einem angehenden Fachmann kommt.
Also, liebe Grüße und Weitersagen!
Ein sehr angenehm zu lesender und vor allem sachlicher Artikel.
Es war mir eine Freude ihn zu lesen.
P.s.
Schau dir mal http://wir-fuechse.de/ an.
Unter der Rubrik „grausame Jagd“ findet man Argumente und Begründungen die einen noch höheren Grad an Verblendung widerspiegeln.
Ja, die Seiten kenne ich. Auch über die werde ich bei Gelegnheit etwas schreiben.
Erschreckend ist es halt nur, wenn so ein Schmarrn auf der Seite der SZ veröffentlicht wird.
Zudem haben mich die Aussagen des ÖJV, dessen Standpunkte ich zumindest teilweise nachvollziehen kann, doch arg verwundert.
hallo,
als wirklicher naturliebhaber und demnach selbstverständlich auch überzeugter vegetarier bekommt man auf dieser seite einen dicken klops im hals.
im ersten augenblick scheinen einige argumente durchaus überzeugend und durchdacht. ich kann jedem einzelnen jedoch nur wünschen dass ihm eines tages die schuppen von den augen fallen und er im selben augenblick für den rest seines lebens begreift, wie falsch und niedrig es ist die geschöpfe unserer erde nur zur befriedigung seiner eigenen interessen zu verfolgen, zu töten und zu essen.
die jagd ist für viele menschen in heutigen zeiten das, was vor einigen jahrhunderten die hexenverbrennungen für die menschen von damals war, nämlich notwendig und unumstritten.
als waldarbeiter und angehender förster werde ich mich in zukunft für die belange des waldes einsetzen und für eine abschaffung der (hobby)jagd eintreten, auch wenn solch forstleute wie ich sehr sehr selten sind.
irgendwann wird sich schon alles zum guten wenden. bis dahin alles gute für die tiere im hunsrück...
Hallo,
als Erstes sehr gelungener Artikel.
Jedoch kann ich den vorangegangenen Post nicht nachvollziehen, denn ohne Jagd würden die Wildbestände und folglich auch die Wildschäden enorm ansteigen und das ökologisch tragbare Maß bei weitem übersteigen, mit alen negativen folgen für den Wald.
Einziger Ausweg währe eine Reduktion des Wildes durch Prädatoren, wie Wolf, Luchs und Bär. Doch warum haben diese Tiere das Recht sich artgerecht zu ernähren und ich nicht?
Auserdem würde Großraubwild, wie bei Fuchs und Marder schon geschen, auf der Suche nach Fraß unweigerlich in die Städte eindringen und zu Konflikten mit dem Mensch füren.
So zeigt sich das diese Haltung ausser Acht lässt das wir in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft leben und nicht in menschenlehrer Natur.
Entschuldigung für die Rechschreibfehle ist schon spät.
Hallo angehender Förster,
was mich interessieren würde: Hast Du mit einem Deiner zukünftigen Kollegen hierüber schon einmal gesprochen? Es ist nicht übertrieben wenn ich behaupte, dass gerade Förster dem Wild im Wald unerbittlich nachstellen. Dort geht es nämlich zum Teil ganz unromantisch um harte, nackte Zahlen. Das gleiche gilt für die Leute vom Ökologischen Jagdverein, die im Artikel auf sueddeutsche.de als leuchtendes Beispiel zitiert werden.
Gerade von einem Förster, so Du denn tatsächlich einer wirst, hätte ich etwas mehr Verständnis erwartet.
Allerdings zeigt Dein Kommentar, für den ich Dir trotzdem danke, ziemlich deutlich eines: Mit Argumenten ist es bei Jagdgegnern nicht weit her. Das räumst Du selber ein. Hier zeigt sich denn auch, worum es bei einer ablehnenden Haltung gegenüber der Jagd bei genauerem Hinsehen handelt: Um eine ideologische Haltung, die nur aus einer Weltanschauung heraus, nicht jedoch auf rationalen Argumenten begründet werden kann.
In diesem Rahmen soll auch jedem Jagdgegner seine Sicht der Dinge belassen bleiben. Ich kann es verstehen, dass jemand es für sich aus Tierliebe ablehnt, Fleisch zu essen und Tiere zu töten. Allerdings sollen sie es dabei auch bewenden lassen und nicht durch gezielte Falschinformationen anderen Leuten ihren Willen und ihre Meinung aufdrücken.
Liebe Grüße...
hallo,
ich find die seite sehr gut, denn sie regt zum austausch an. ich möchte auch kurz ein paar dinge einwerfen und freu mich auf rege anteilnahme:
-wenn man die jagd auf wildschweine aufheben würde, dann würde sich in kurzer zeit zuallererstmal das verhalten der wildschweine komplett wandeln. sie würden wieder vom nacht- zum tagtier werden und würden sich ihrem ursprünglichen lebensraum anpassen. weil ab sofort auch kein störender einfluss mehr auf die bestandesstrukturen erfolgt, erreichen die population bald natürliches normalniveau und die feld- und flurschäden verringern sich stark.
-die rehpopulationen steigen immer mehr und richten forstliche schäden an, weil durch die jagd erheblich und negativ einfluss genommen wird.
bis heute weiss niemand wie hoch die bestände des rehwilds sind und man kann sie auch nur sehr schwer bis überhaupt nicht einschätzen! dennoch werden jährlich abschusspläne erstellt, obwohl man eigentlich überhaupt keine ahnung hat, wie der auszusehen hat.
und es ist schon länger bekannt, dass man durch jagen keinen regulierenden einfluss auf rehpopulationen hat. man tut es aber trotzdem und die bestände steigen und steigen.
aussage: die rehjagd hat keinen sinn und ist schlecht für wald und forstwirtschaft.
ich bitte um vielfältige antworten.
der förster...
Es mag sein, dass in der Tat das Schwarzwild wieder tagaktiver werden würde. Wo aber soll dadurch "eine Anpssung an den natürlichen Lebensraum" erfolgen? Schon jetzt zwingt kein Jäger, Wildschweine in Feld und Flur zu Schaden zu gehen und er wird sich hüten, zu schadensgeneigten Zeiten im Wald zu jagen.
Solange genug Input vorhanden ist, werden sich die Populationen erhöhen, ob man nun jagt, oder nicht. Natürlich werden daher die Wildschweinbestände nicht bis ins Unendliche wachsen - irgendwann bietet der Lebensraum nicht mehr genug Nahrung, oder die Dichte wird so hoch, dass es zu Seuchen kommt. Die Frage ist nur, auf welchem Niveau diese Einregelung erfolgt und ob dieses erträglich ist - jeder Landwirt wird diese Frage mit einem klaren Nein beantworten.
Warum wird eigentlich dort, wo es den Jagdgegnern dienlich ist immer gern behauptet, die Jagd könne die Bestände ohnehin nicht kontrollieren, weil sie durch die Bejagung erst recht steigen (Wildschwein, Rehwild), während an anderer Stelle der negative Einfluss durch die Jagd auf die Bestände ebenfalls als Argument gegen sie fruchtbar gemacht wird (Jase, Rebhuhn). Wie kann es dann sein, dass Bejagung rund um den Globus für die gebietsweise Ausrottung bestimmter Tierarten verantwortlich gemacht wird (Wolf, Luchs, Bison...).
Aber selbst wenn die Bejagung nicht zu einer Populationseindämmung dienlich wäre, was ich mir persönlich beim besten Willen nicht vorstellen kann, bleibt die Frage, warum wir eine natürliche Ressource zur ökologischsten und nachhaltigsten Form der Fleischgewinnung nicht nutzen sollten. Natürlich kann man sich ethisch gegen die Nutzung von Tieren wenden - 98% der Bevölkerung sehen das aber grundlegend anders, wenn es um das abendliche Schnitzel geht.
Man kann also entweder gegen die Jagd krakeelen, oder sich überlegen, ob sie nicht sogar eher ins eigene Weltbild passt als Tiertransporte und Massenschlachtungen, wenn man endlich von seinen eigenen Vorurteilen runterkommt und das ganze rational betrachtet.
Sachliche Grüße
Hunsrückwilderer
Ich bin über Ihre Seiten gestolpert u. habe auch vieles gelesen.
Nun fordern Sie auf zu diesen Seiten etwas zu sagen, dem will ich Folge leisten, jedoch in einem kleinen Rahmen.
Eigentlich ist dies nicht von Nöten, so meine Meinung, da Sie in den Anfangsseiten sich Ihre Antworten selbst geben.
Sie schreiben, wir Jäger haben oft das Gefühl uns in der Öffentlichkeit rechtfertigen zu müssen.
Haben Sie sich mal Gedanken gemacht , wo das herkommen könnte ?
Aus meiner Sicht, begrüße ich das angesprochene Gefühl.
Habe aus den Kommentarberichten mitbekommen , das Sie noch jung sind.
Na , dann mal gutes Gelingen was das Sammeln von Erfahrungen u. Meinungen angeht.
Ich weiß nicht genau, wo es herkommt. Ich glaube, dass in der breiten Öffentlichkeit nach und nach das Verständnis für unser Handeln schwindet. Nicht zuletzt durch gezielte Desinformation. Die Jäger sitzen im Dunkeln im Wald. Man hört das Eine oder andere und Jagdgegner präsentieren wirklichkeitsverzerrte Vorstellungen als stets wahre und immer zutreffende Tatsachen. Da lässt es sich schon Mal schnell schimpfen, über die Jäger - auch mit schnitzel im Mund.
Wobei grds. Selbstreflektion eine gute Eigenschaft ist. Gerade auch auf der Jagd.
Ich glaube mittlerweile, dass die meisten Menschen ihre Kenntnis über Flora und Fauna aus dem Hause Walt Disney beziehen. Wenn man mit Freunden aus der Stadt durch Feld, Wald und Wiesen geht, deren 3jähres Kind bei Anblick einer Joghurtantilope (Holsteiner Milchkuh) Wau Wau sagt, dann kann ich die Naturnähe wirklich einschätzen. Für mich war der Aufenthalt in der Natur, auch und gerade mit Jägern, meistens immer besinnlich, sowohl auf die Natur hin bezogen, wie auch auf sich selbst.
Wo Du Recht hast, hast Du Recht. Gerade die extreme Vermenschlichung der Tiere in den Walt Disney Filmen, dürfte im übrigen auch einen ganz erheblichen Anteil daran haben, dass Menschen das Verständnis für die Jagd abhanden kommt.
Grüße!
Warum Jagd
Warum Nicht
Jagd ist eine legitime Nutzung natürlicher Resourcen. Nicht mehr und nicht weniger!Das muss keinem gefallen,ist aber so.
Aber jagd ist eben auch nicht gleich jagd!
Es macht schon einen gewaltigen Unterschied ob ich jetzt in unserer Mitteleuropäischen Kulturlandschaft jage oder aber in den weiten Britisch Columbias oder in den Steppen oder dem Buschland Afrikas!In Mitteleuropa ist die jagd ,grade was das Schalenwild angeht mehr und mehr zur Bestandskontrolle mutiert,was nicht jedem gef+llt aber leider Notwendig ist! In den weiten Kannadas oder Adrikas jage ich aus den Grunde eben dort mal gejagd zu haben oder um eine bestimmte Wildart zu erbeuten! Aber so oder so ist die Jagd solange eine Legitime nutzung der Natur,solange durch die Jagd eine Tierart nicht in ihrem Bestand gefährdet wird! Punkt....
Waidmannsheil
"Warum nicht?". das ist genau die richtige gegenfrage, die mir bislang niemand beantworten konnte.
Gruß und Waidmannsheil.
Eben!Viele Menschen auf dieser Welt jagen!Ob der Buschmann in der afrikanischen Savannem, der Inuit in der Arktis oder eben der sogenannte Hobbyjäger in heimischen gefilden.Der eine jagd hauptsäöchlich des Fleisches wegen,der Trophäe oder um des jagens willen.Der andere aufgrund überhöhter Wilkdbestände um Schäden von Agar und Forstkulturen abzuwenden!Selbst in unseren eigenen 4 Wänden wird gejagd! Die Fliege die beim Essen stört wird mit der Zeitung Plattgemacht,Mäuse und Ratten werden in Fallen gefangen, der Kammerjäger wird gerufen um des Wespennest in der Gartenlaube zu zerstören!
Auch der Angler jagd. Nämlich Fische! Der Tot gehört eben zum Menschlichen dasein dazu.Der Kanninchen oder Taubenzüchter tötet auch einen teil seiner Tiere,der Reptilien und Schlangen halter verfüttert Tiere an seine Lieblinge,ja selbst jeder Hunde und Katzenhalter ist indirekt auf den tot von Tieren angewiesen um seine Tiere zu ernähren! Warum soll es der Hauskatze erlaubt sein Tiere zu töten,selbst wenn Sie diese Tiere zum Grossteil garnicht zur ernährung benötigt,warum sollen Löwe,Bär,Hai und Co,Tiere töten dürfen und der Jäger nicht.Löwen Männchen töten wenn diese ein Rudel übernommen haben die jungen des ehemaligen Rudelführers!Bei Tigern und Bären ist es oft ähnlich!
Es gibt also keinen rationalen Grund gegen die jagd,es sei denn durch die jagd würde eine Tierart in ihrem Bestand gefährdet.
Das heisst selbstverändlich nicht das jeder die jagd toll finden muss.Mitnichten.
Gruss
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